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Literaturnobelpreisträger Fosse bei Usedomer Literaturtagen

Der Kultur-Höhepunkt des Frühjahrs auf der Insel Usedom konnte in diesem Jahr mit Literatur- und Politprominenz glänzen. Das Motto lautet «Hoffnung atmen».
Usedomer Literaturtage - Preisträgerin
Ronya Othmann, Schriftstellerin, steht nach der Verleihung des Usedomer Literaturpreises vor der Seebrücke Ahlbeck am Strand der Insel Usedom. © Stefan Sauer/dpa

Mit einer Lesung des Literaturnobelpreisträgers Jon Fosse sind die 16. Usedomer Literaturtage in Heringsdorf am Samstagabend nach vier Tagen zu Ende gegangen. «Dass wir Jon Fosse für die Usedomer Literaturtage gewinnen konnten, war natürlich eine besondere Freude», erklärte der Intendant der Literaturtage, Thomas Hummel, am Sonntag. «Insgesamt hatten wir einen sehr stimmigen, hochqualitativen Jahrgang, unser Motto «Hoffnung atmen» durchzog jede der fünf Lesungen.» So waren neben Fosse Ex-Bundespräsident Joachim Gauck, die ukrainische Schriftstellerin Tanja Marljatschuk sowie die Autorinnen Joanna Bator und Ronya Othmann zu Gast. Othmann erhielt auch den Usedomer Literaturpreis, der mit 5000 Euro und einem vierwöchigen Aufenthalt auf der Insel verbunden ist.

Die Jury würdigte mit dem Preis den Debütroman «Die Sommer» der 31-Jährigen über eine deutsch-jesidische Familiengeschichte. Die in München geborene und in Berlin lebende Othmann schreibe «in einer wunderbar zurückhaltenden Sprache von einer emotionalen Meisterleistung, nämlich von der existenziellen Herausforderung, die Menschen zwischen zwei Kulturen stemmen müssen», hieß es von der Jury zur Begründung.

Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und mit einem einmonatigen Arbeitsaufenthalt auf der Insel Usedom verbunden. Er wird jährlich von einer Jury vergeben, zu der die Literaturnobelpreisträgerin von 2018, Olga Tokarczuk, gehört. Ausgezeichnet werden Literaten, die sich besonders dem europäischen Dialog in Geschichte und Gegenwart verpflichtet fühlen.

Othmanns Werk erzählt von Leyla, der Tochter einer Deutschen und eines jesidischen Kurden, die jeden Sommer im jesidischen Heimatdorf ihrer Großeltern in Nordsyrien verbringt, bis das Assad-Regime und der Islamische Staat die Region in den Abgrund führen. «Der Genozid an den Jesiden ist nun genau zehn Jahre her und es freut mich, dass dieses Thema mit der Preisverleihung hier so einen großen Resonanzraum bekommen hat», sagte Othmann. Erschienen ist der Roman 2020 im Carl Hanser Verlag.

Der norwegische Autor Fosse gab den Angaben zufolge bei seiner Lesung Einblick in sein Schreiben, das von «der rhythmischen Bewegung des Meeres» inspiriert sei. In einer Passage aus «Morgen und Abend» konnte das Publikum den Klang der norwegischen Sprache direkt durch Fosse erleben.

© dpa
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