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Landesregierung erntet Kritik für Fachkräftestrategie

Der Fachkräftemangel in Mecklenburg-Vorpommern wird in den kommenden Jahre laut einer Studie immer größer. Das Land will mit einer Strategie gegensteuern. Die kommt nicht bei allen gut an.
Reinhard Meyer
Reinhard Meyer (SPD), Wirtschafts- und Verkehrsminister von Mecklenburg-Vorpommern. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Dem Land Mecklenburg-Vorpommern fehlen einer Studie zufolge im Jahr 2030 fast 60.000 Arbeitskräfte. Davon seien 51 000 Menschen Fachkräfte, teilte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer am Dienstag mit. Der SPD-Politiker beruft sich dabei auf Daten des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos.

Das Land will mit einer Fachkräftestrategie gegensteuern. «Die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Mecklenburg-Vorpommern hängt in entscheidendem Maße auch davon ab, den Fachkräftebedarf der Unternehmen im Land zu sichern und bedarfsadäquat zu erweitern», sagte Meyer laut Mitteilung. Es werde nicht reichen, die Arbeits- und Fachkräftepotenziale im Land zu heben. «Wir brauchen viel mehr Zuwanderung von außen mit entsprechenden Qualifikationen.»

Die Fachkräftestrategie stützt sich auf vier Säulen. Eine Säule ist, Fachkräfte auszubilden und zu qualifizieren. Im Mittelpunkt stünden hier die Stärkung der beruflichen Orientierung, der ökonomischen Bildung, der beruflichen Ausbildung und der beruflichen Weiterbildung, teilte das Ministerium mit. Außerdem sollen Erwerbspotenziale gesichert und ausgeschöpft werden. Insbesondere im Bereich der Langzeitarbeitslosen, Teilzeitbeschäftigten, Frauen, Menschen mit Behinderungen sowie Migrantinnen und Migranten bestünden noch begrenzte Fachkräftepotenziale. Als dritte Säule sollen Fachkräfte aus dem In- und Ausland gewonnen werden. Die vierte Säule sind attraktive Arbeitsbedingungen. Dies sei Voraussetzung, um Fachkräfte zu halten und zu gewinnen.

Aus Sicht von Lars Schwarz, Arbeitgeberpräsident der Vereinigung der Unternehmensverbände für MV, beinhaltet die Fachkräftestrategie keine neuen Vorschläge. «Das vorliegende Ergebnis ist nicht mehr als eine Zusammenfassung bereits existierender Maßnahmen.» Die Arbeits- und Fachkräftesicherung müsse ambitionierter angegangen werden.

Wolfgang Waldmüller, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, bezeichnete die vorgestellte Fachkräftestrategie als «Fortschreibung bestehender Maßnahmen». Die rot-rote Landesregierung lade sämtliche Verantwortung für das Thema bei den Unternehmen ab. «Die Forderungen und Wünsche der Wirtschaft liegen schon lange auf dem Tisch.» Die Landesregierung müsste sie umsetzen oder zumindest würdigen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hingegen begrüßte die vorgestellte Fachkräftestrategie. «Die Landesregierung hat sich mit der Fachkräftestrategie auf einen guten Weg gemacht», sagte die Vorsitzende des DGB Nord, Laura Pooth. Allerdings gibt es aus ihrer Sicht auch Luft nach oben. «Besonders bei den so wichtigen Gesundheits- und Sozialberufen bleiben in der Strategie Lücken, die noch gefüllt werden müssen.»

Pooth nimmt nicht nur die Landesregierung in die Pflicht, sondern auch die Arbeitgeber. Sie fordert bessere Rahmenbedingungen für die Beschäftigten. «Die Arbeitgeber tragen eine gehörige Portion Mitschuld an der angespannten Fachkräftesituation in Mecklenburg-Vorpommern.» Es gebe einen großen Mangel an attraktiven Arbeitsplätzen im Land. Das Entgeltniveau im Land sei branchenübergreifend nicht wettbewerbsfähig.

© dpa
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