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Erneut schweres Busunglück im Osterreiseverkehr

Erst auf der A9, jetzt auf der A44: Wieder hat es einen schweren Busunfall mit vielen Verletzten gegeben, nun in NRW. Die Erinnerung an das Busunglück in Sachsen ist noch sehr frisch.
Reisebus auf A44 verunglückt
Rettungskräfte arbeiten an einer Unfallstelle auf der Autobahn 44 (A44) an einem verunfallten Bus. © Daniel Schröder/dpa

Wenige Tage nach dem schweren Busunfall auf der Autobahn 9 bei Leipzig ist es im Osterreiseverkehr erneut zu einem Busunglück gekommen, diesmal in Nordrhein-Westfalen. In der Nacht zum Karfreitag kam ein doppelstöckiger Reisebus bei Werl von der Autobahn 44 ab, fuhr in eine Böschung und stürzte auf die Seite - es gab nach Polizeiangaben mehr als 20 Verletzte. Schüler eines Berufskollegs aus Warburg an der Grenze zu Hessen waren auf dem Rückweg von einem Ausflug nach England.

Erst am Mittwochmorgen war ein Doppeldecker-Reisebus auf der Autobahn 9 in Sachsen von der Fahrbahn abgekommen und auf die Seite gestürzt - 4 Tote und mehr als 30 Verletzte lautet die traurige Bilanz. Es starben eine 47-jährige Polin, eine 20-jährige Indonesierin mit Wohnsitz in Berlin sowie eine 19-Jährige aus Bayern, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die Identität der vierten Frau konnte demnach bislang noch nicht zweifelsfrei geklärt werden.

Dem Busunfall in Nordrhein-Westfalen war nach ersten Erkenntnissen der Polizei ein medizinischer Notfall des 53-jährigen Busfahrers vorausgegangen. Andere Fahrzeuge seien nicht an dem Unfall beteiligt gewesen. Insgesamt wurden den Angaben zufolge 21 Insassen verletzt, davon einer schwer, aber nicht lebensgefährlich. 39 Insassen blieben unverletzt.

Auch der Busfahrer wurde medizinisch versorgt. Äußerlich wurde er den Angaben zufolge durch den Unfall nicht verletzt, trotz zerstörter Windschutzscheibe des Busses. Hinweise auf Alkoholkonsum oder Drogen gebe es nicht, sagte ein Polizeisprecher. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Der Bus war nach ersten Erkenntnissen der Polizei nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Dort sei er gegen die aus dem Boden ragende Schutzplanke geprallt und an der Böschung auf die Seite gestürzt.

Der Doppelstock-Flixbus auf der A9 in Sachsen mit 54 Menschen an Bord, inklusive der beiden Fahrer, war am Mittwoch von der Fahrbahn abgekommen, in den Grünstreifen gerast und auf die Seite gekippt. Neben den 4 Toten gab es den Angaben zufolge 6 Schwerverletzte und 29 Leichtverletzte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 62-jährigen Busfahrer. Der Vorwurf: fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung, wie ein Sprecher der Behörde sagte. Ob der Mann bereits vernommen wurde, konnte der Sprecher nicht sagen.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder schwere Reisebusunfälle. Trotzdem zählen Busse zu den relativ sicheren Verkehrsmitteln. Der Unfallstatistik zufolge sind sie vergleichsweise selten in Verkehrsunfälle mit Personenschaden involviert.

«Dennoch sind Fälle, in denen es zu Unfällen kommt, oft dramatisch, weil die Zahl der Betroffenen hoch sein kann», sagte ein Sprecher des ADAC. 2022 kamen den Angaben zufolge bei Busunfällen innerhalb und außerhalb von Ortschaften insgesamt acht Menschen ums Leben - eine im langjährigen Vergleich nicht ungewöhnliche Zahl.

Henrik Liers, Geschäftsführer der Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden, sagte der «Leipziger Volkszeitung» (Samstag) mit Blick auf den A9-Unfall: «Solche tragischen Einzelfälle könnten helfen, für die bestehende Anschnallpflicht in Reisebussen und ihre Bedeutung im Notfall zu sensibilisieren.» Beim Thema Gurtpflicht «herrscht sicher ein Mangel».

Auch der ADAC verwies auf die seit 1999 bestehende Gurtpflicht in Reisebussen. «Ob und wie die einzelnen Unternehmen kontrollieren, ob Insassen angeschnallt sind, ist nicht nachzuvollziehen», sagte der Sprecher. Busreisenden werde grundsätzlich empfohlen, sich anzuschnallen. Zudem müssen Reisebusse laut ADAC seit 2022 mit einem sogenannten Spurhaltewarnsystem ausgestattet sein. Ob der verunglückte Bus eines hatte, war zunächst nicht bekannt. Ein solches System warnt den Fahrer, verhindert aber nicht das tatsächliche Abkommen von der Fahrbahn, falls er nicht gegenlenkt.

Flix-Chef André Schwämmlein sagte «Bild» (online: Freitag): «Jeder Unfall, der sich ereignet hat, und jeder einzelne Verletzte ist einer zu viel. Trotz strenger Sicherheitsmaßnahmen können wir Unfälle aber leider nicht komplett verhindern. Wir haben daher ein umfassendes Sicherheitskonzept für jeden Flixbus etabliert.» So würden zum Beispiel die Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer regelmäßig auf geltende Sozialvorschriften überprüft. Verstöße könnten zu Abmahnungen oder sogar zur Kündigung führen.

Nach dem Unfall in Sachsen steht für die Ermittler jetzt die Ursachenforschung im Vordergrund. So sollen auch alle Verletzten, die in einem Krankenhaus behandelt werden, befragt werden, sofern es deren Gesundheitszustand zulässt, wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Leipzig auf Anfrage sagte. Laut Staatsanwaltschaft wird zudem ein unfallanalytisches Gutachten von dem Bus in Auftrag gegeben. Mit ersten Ergebnissen sei wohl erst in einigen Wochen zu rechnen, betonte der Behördensprecher.

Nach Angaben der Polizei stammten die Businsassen überwiegend nicht aus Deutschland. Von den 54 Passagieren haben 18 eine deutsche Staatsangehörigkeit. Die übrigen stammten aus mehr als 20 Ländern, darunter Peru, Neuseeland, China, Kanada und den USA.

Der Reisebus war auf dem Weg von Berlin nach Zürich verunglückt. Um 8.00 Uhr war er losgefahren, gegen 9.45 Uhr passierte der Unfall zwischen der Anschlussstelle Wiedemar und dem Schkeuditzer Kreuz. Nach ersten Erkenntnissen war wohl kein anderes Fahrzeug daran beteiligt. Der Fahrer des Busses soll nach Angaben des Busunternehmens alle Lenk- und Ruhezeiten eingehalten haben. «An Bord waren zwei Fahrer, der Fahrer im Einsatz steuerte den Bus seit Abfahrt in Berlin um 8 Uhr», hieß es.

CDU-Verkehrspolitiker Christoph Ploß forderte in den Zeitungen der «Funke Mediengruppe» (online: Freitag) Konsequenzen nach dem Unfall auf der A9: «Ich erwarte, dass die Sicherheitsbehörden dieses schreckliche Ereignis zum Anlass nehmen, alle Abläufe auf den Prüfstand zu stellen und daraus Konsequenzen für die Sicherheit der Fahrgäste zu ziehen. Das gilt für die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten, aber auch für die Sub-Unternehmer, die für Flixbus arbeiten.» Die Sicherheit der Fahrgäste müsse oberste Priorität haben.

© dpa ⁄ André Jahnke, Dorothea Hülsmeier und Birgit Zimmermann, dpa
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