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Bundeswehr: Mehr Freiwillige für Heimatschutz als erwartet

Angesichts neuer Kriege bekommen Reservisten wieder einen anderen Stellenwert. Die Bundeswehr will den Heimatschutz stärken. Hessen sticht dabei mit einem Rekord bundesweit heraus.
Bundeswehr
Bundeswehrsoldaten stehen in einer Reihe. © Marcel Kusch/dpa/Symbolbild

Nach Russlands Überfall auf die Ukraine vor fast zwei Jahren findet die Bundeswehr mehr Freiwillige für den Aufbau des ersten Heimatschutzregiments in Hessen als gedacht. Die Bewerberzahl übertreffe «alle Erwartungen» und sei höher als in allen anderen Bundesländern, teilte der Kommandeur des Landeskommandos Hessen, Brigadegeneral Bernd Stöckmann, der Deutschen Presse-Agentur mit.

Laut Oberstleutnant Tilman Engel gibt es hier 2150 Bewerber, obwohl «Hessen ein eher kleineres Bundesland ist, während im nationalen Vergleich große Flächen- und Bevölkerungsländer wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen 800 bis 1000 Bewerber aufweisen können». Grund sei wohl ein Pilotprojekt zur Bewerbersuche in Hessen mit Arbeitgebern, Wirtschaftskammern, Datenanalysen und Direktmarketing. Die hier gewonnenen Erfahrungen können laut Brigadegeneral Stöckmann «so auch in jedem anderen Bundesland erfolgreich umgesetzt werden».

Krieg in Europa ist laut dem Landeskommando wieder möglich, Frieden sei nicht gottgegeben, dafür müsse man etwas tun. Die Heimatschützer könnten etwa bei Naturkatastrophen und Pandemien, aber auch in «Spannungsfällen» bei der Sicherung von Kasernen und Flughäfen eingesetzt werden. Sie müssten notfalls auch bereit sein, Deutschland «mit der Waffe in der Hand» verteidigen. Jeder und jede Deutsche bis 57 Jahre kann sich melden - auch ohne militärische Erfahrung.

Die Ausbildungen für Ungediente für die Aufgaben als Heimatschützer in Hessen beginnen laut Oberstleutnant Engel im Juni 2024. Im Oktober 2024 ist die Aufstellung des hessischen Heimatschutzregimentes 5 mit einem Appell zur Übergabe der Truppenfahne vorgesehen. 1200 Dienstposten soll es geben. Der Standort des Regiments soll vorerst Ohrdruf mit schon vorhandenen Schießbahnen im Nachbarland Thüringen sein - mangels geeigneter Liegenschaften in Hessen.

Alle Bewerber durchlaufen einen Gesundheitstest sowie einen Sicherheitscheck mit dem Militärischen Abschirmdienst (MAD) - eine Aufnahme von Extremisten soll strikt vermieden werden. Bewerben können sich aber auch frühere Kriegsdienstverweigerer. Liegt die Zahl qualifizierter Bewerber über der Zahl von 1200 Dienstposten, können diese laut Engel teils auch mehrfach besetzt werden.

Von den gegenwärtig 2150 Bewerbern seien 20 Prozent Ungediente - und davon wiederum 15 Prozent Frauen. «Der Altersschnitt aller Bewerber beträgt 44 Jahre, der Ungedienten 40 Jahre», ergänzte der Oberstleutnant. Das Heimatschutzregiment werde nur 13 aktive Soldaten haben. Ansonsten würden «alle übrigen Dienstposten, einschließlich des zukünftigen Kommandeurs, durch Reservisten besetzt».

Die Heimatschützer werden laut Bundeswehr in der Regel jährlich an zehn aufeinanderfolgenden Arbeitstagen sowie an einzelnen Wochenenden ausgebildet. Während dieser Übungen übernehmen die Streitkräfte die Zahlung ihres zivilen Gehalts und ihrer Rentenversicherung sowie die medizinische Heilfürsorge.

Das Thema wird auch im neuen schwarz-roten Koalitionsvertrag des Landes aufgegriffen: «Wir unterstützen die Bundeswehr bei der Aufstellung des hessischen Heimatschutzregiments 5, zum Beispiel indem wir Freistellungen für Reserveübungen ermöglichen.» Laut Engel ist es der bundesweit einzige Koalitionsvertrag, der direkt auf Heimatschützer eingeht.

© dpa
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