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Alle Fraktionen wollen frühkindliche Bildung ausbauen

In Hessens Kindergärten klaffen große personelle Lücken. Wie können sie geschlossen werden? Die Regierung verspricht mehr Geld. Mit einer anderen Aussage sorgt eine Fraktion für viel Widerspruch.
Plenardebatte im hessischen Landtag
Das Rednerpult ist vor Beginn einer Plenardebatte im hessischen Landtag noch leer. © Frank Rumpenhorst/dpa

Angesichts vieler Tausend fehlender Kitaplätze in Hessen haben alle fünf Fraktionen im Landtag die Bedeutung des Ausbaus der frühkindlichen Bildung betont. Die größte Oppositionsfraktion, die AfD, forderte allerdings am Mittwoch in Wiesbaden überdies, dass der Staat die elterliche Betreuung genauso finanziell unterstütze wie Kindergärten und Tageseltern. Ihr Abgeordneter Gerhard Bärsch sagte, auch zu Hause kümmerten sich Eltern um die «körperliche und seelische Gesundheit ihrer Kinder». Zugleich entlasteten sie damit die Kitas.

Die Regierungsfraktionen von CDU und SPD verwiesen auf den Plan, die praxisintegrierte, vergütete Erzieherausbildung in Hessen deutlich auszubauen. Die Zahl der geförderten Ausbildungsplätze soll um 600 auf 1000 angehoben werden. Auch im Kampf gegen den Fachkräftemangel möchte Schwarz-Rot damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern - etwa eine frühere Rückkehr von Eltern, die Kleinkinder haben, in den Job. Nach Angaben von Sozialministerin Heike Hofmann (SPD) will die Landesregierung hierfür zusätzlich mehr als 22 Millionen Euro bereitstellen.

AfD und FDP sprachen beide von mehr als 40.000 fehlenden Kita-Plätzen in Hessen. Die SPD-Parlamentarierin Josefine Koebe kritisierte: «Frühkindliche Bildung wird gerne belächelt und verniedlicht.» Auch FDP-Oppositionspolitiker René Rock erkannte an, dass die Landesregierung hier ein Schwerpunktthema sehe und Kitas «im Koalitionsvertrag ganz vorne thematisiert» habe.

Für viel Widerspruch sorgte der AfD-Abgeordnete Bärsch mit seiner Aussage, in der frühkindlichen Bildung in Kitas komme es auch zu «Frühsexualisierung» von Kindern - beispielsweise in sogenannten Erkundungsräumen. Felix Martin von den oppositionellen Grünen etwa sagte: «Das weise ich zurück.» Im Gegenteil werde mit Kitakindern zum Beispiel besprochen, wo Berührungen legitim seien und wo nicht.

Die Sozialdemokratin Koebe betonte, es gelte, den Erzieherberuf «wieder zu einem Traumjob zu machen». Ministerin Hofmann nannte ihn anstrengend, aber auch wundervoll. Koebe sagte, mehr Erzieherinnen und Erzieher ließen sich nur gewinnen, wenn ihre Arbeit insgesamt attraktiver werde. Nötig sei etwa eine Entlastung von Verwaltungsaufgaben durch zusätzliche Mitarbeiter. Generell gelte bei der Kinderbetreuung in Kitas: «Die Besten für die Jüngsten.»

Die CDU-Parlamentarierin Claudia Ravensburg erläuterte, der geplante Ausbau der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern komme den Kindergärten sofort zugute, da diese Berufsbildung dual mit Praxiszeiten in Kitas organisiert sei. Laut der Christdemokratin gilt es zudem, die Rahmenbedingungen für Tageseltern attraktiver zu gestalten, um deren Zahl zu steigern.

Der Freidemokrat Rock betonte, die Sicherstellung einer guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit frühkindlicher Bildung sei «mitnichten ein Zuschussgeschäft - am Ende verdient der Staat daran, wenn beide Eltern eines Kindes berufstätig sind, Steuern zahlen und in die Sozialversicherung einzahlen».

Sozialministerin Hofmann erläuterte, Kindergärten seien nicht zuletzt auch «die Keimzelle des Erlernens demokratischen Handelns und des Zusammenhalts der Gesellschaft». Hier lernten Kinder den Umgang mit Vielfalt, Unsicherheiten und Krisen: «Kompetenzen, die wir gerade jetzt so dringend brauchen.» Die SPD-Abgeordnete Koebe erinnerte daran, dass gerade gegenwärtig viele Menschen für die Erhaltung der Demokratie auf die Straße gingen.

© dpa
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