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Tesla-Protest der Waldbesetzer in Grünheide bekommt Zuspruch

Der Autobauer will sein Gelände bei Berlin erweitern. Aus Protest besetzen Umweltschützer ein Waldstück - womöglich noch Tage oder Wochen. Der Streit um das Unternehmen von Elon Musk scheint verfahren.
Protestaktion gegen Erweiterung der Tesla-Autofabrik
Aktivisten schlafen in Ihren Häusern und Hängematten. © Cevin Dettlaff/dpa

Die Umweltaktivisten im besetzten Wald an der E-Autofabrik von Tesla in Grünheide bei Berlin bekommen Unterstützung für ihr Protestcamp. «Das ist eine legitime Form des Protests», sagte der Landesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Brandenburg, Axel Kruschat. «Ich hoffe, dass sie es lange genug durchhalten.» Es sei gut, dass sich die Umweltschützer im Wald einquartierten, um deutlich zu machen, dass es einen weiteren Tesla-Ausbau nicht geben dürfe. «Es gibt hier Grenzen des Wachstums», sagte Kruschat.

Umweltaktivisten der Initiative «Tesla stoppen» und von Robin Wood hatten am Donnerstag mit der Besetzung des Waldstückes nahe des einzigen europäischen Tesla-Werks begonnen, das Elon Musk als Chef des Autobauers vor zwei Jahren eröffnet hatte. Sie protestieren gegen die Erweiterung des Geländes für einen Güterbahnhof und Lagerflächen. Auf dem etwa 120 Hektar großen Areal, welches gerodet werden soll, errichtete die Gruppe einige Baumhäuser in mehreren Metern Höhe.

Sie kündigten an, sich auf eine längere Zeit im Wald einzustellen und riefen am Freitag dazu auf, noch Material wie Bauholz, Sägen, Kletterausrüstung und Hängematten vorbeizubringen. Die Polizei greift nicht ein, das Camp kann vorerst bis zum 15. März dort bleiben.

Am Samstagnachmittag ist ein Klavierkonzert geplant. Zum Waldspaziergang als Zeichen des Protests wurde aufgerufen. Die Bürgerinitiative Grünheide solidarisierte sich mit der Besetzung.

Auch viele Bürger stellen sich gegen Erweiterung des Tesla-Geländes

Nicht nur die Umweltaktivisten, die aus Berlin und anderen Ecken Deutschlands nach Grünheide gekommen sind, stellen sich gegen einen Tesla-Ausbau. Vor einigen Tagen hatten sich die Einwohner der Gemeinde bei einem Bürgerentscheid gegen Erweiterungspläne des Autobauers ausgesprochen. Die Gemeindevertretung muss noch über den Bebauungsplan entscheiden, ebenso der Finanzausschuss des Landtags über den Verkauf des Landeswaldes.

Appell an Tesla für Lösungssuche

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Benjamin Raschke, teilte mit: «Unser klares Ziel ist es, dass kein Wald gerodet werden muss.» Das entspreche auch dem Willen der Anwohnerinnen und Anwohner. «Gemeinsam mit Tesla muss jetzt ein Plan B entwickelt werden - dazu muss sich das Unternehmen aus unserer Sicht bereit zeigen. Es gilt, nachhaltige Lösungen zu finden für die weitere Entwicklung von Tesla und eine umweltverträgliche Schienenanbindung, ohne weiteren Wald in Anspruch zu nehmen. Wir appellieren an alle Seiten, besonnen zu bleiben.»

Die Erweiterungspläne Teslas sind auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass der Autobauer die Produktion auf dem bestehenden Gelände ausbauen und die geplanten 500.000 Autos im Jahr auf eine Million verdoppeln will. Zuletzt waren es hochgerechnet 300.000 Autos im Jahr.

Konflikt ums Abwasser und überschrittene Grenzwerte schwelt weiter

Auch im Streit um überschrittene Grenzwerte im Abwasser der Fabrik ist kein rasches Ende in Sicht. Am Freitag berief der zuständige Wasserverband Strausberg-Erkner eine Verbandsversammlung mit 16 Mitgliedskommunen ein, um zu beraten, ob die Abwasserentsorgung bei Tesla gestoppt werden soll. Doch diese Beschlussvorlage wurde vertagt. Der Chef der Verbandsversammlung, Henryk Pilz, trat daraufhin zurück.

Tesla hat nach amtlichen Messungen bestimmte Abwassergrenzwerte überschritten. Die zuständigen Behörden sehen aber keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung.

Der Autobauer warnte den Wasserverband vor einem Entsorgungsstopp.«Ihnen ist bekannt, dass der Stopp einer Einleitung der Abwässer der Gigafactory zu einem Produktionsstopp der Gigafactory führen würde. Ein solcher Beschluss verursacht täglich einen Schaden in Millionenhöhe», hatte es in einem Schreiben des Unternehmens geheißen. Es verwies auch darauf, dass die Stoffkonzentration höher sei, weil Tesla Wasser einspare. «Zur Reduktion des Trinkwasserbedarfs der Gigafactory setzen wir schrittweise weitere Wassersparmaßnahmen um», teilte das Unternehmen mit.

«Hier wird alles weggeräumt, was den Profiten von #tesla im Weg steht», kritisierte der Fraktionschef der Linken im brandenburgischen Landtag, Sebastian Walter am Freitag auf der Plattform X. Tesla müsse sich endlich an Regeln halten.

© dpa
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