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Farbattacke auf Brandenburger Tor: Aktivisten verurteilt

Die Empörung nach der Farbattacke auf das Wahrzeichen der Hauptstadt war groß und die Reinigungsarbeiten dauerten lang. Nun gibt es ein erstes Urteil.
Klimaaktivisten besprühen Brandenburger Tor
Mitglieder der Klimaschutzgruppe Letzte Generation haben das Brandenburger Tor in Berlin mit oranger Farbe angesprüht. © Paul Zinken/dpa/Archivbild

Rund sieben Monate nach der Farbattacke auf das Brandenburger Tor sind erste Klimaaktivisten jeweils zu Bewährungsstrafen von acht Monaten verurteilt worden. Das Amtsgericht Tiergarten sprach die Mitglieder der Klimagruppe Letzte Generation am Dienstag wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung schuldig. Es folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Klimaaktivisten: «angemessener und notwendiger Protest»

Die 22, 28 und 64 alten Angeklagten hatten zuvor gestanden, das Berliner Wahrzeichen am 17. September 2023 angesprüht zu haben. Angesichts der Klimakatastrophe habe es sich bei der Aktion um einen «angemessenen und notwendigen Protest» gehandelt.

Richterin Christine Mathiak widersprach dieser Haltung. Es handele sich nicht um einen «geeigneten oder angemessenen Protest». In einer Demokratie gebe es andere Möglichkeiten, seine politischen Ziele zu erreichen. Die Klimademonstranten hätten ein nationales Denkmal beschädigt. Bei ihrem Urteil ging die Richterin von einem Schaden von etwa 110.000 Euro an dem Brandenburger Tor aus. Die Letzte Generation sprach von einem «drastischen Urteil» und kündigte eine Kundgebung an diesem Mittwoch (18.00 Uhr) vor dem Brandenburger Tor an.

Verfahren gegen andere Aktivisten zunächst ausgesetzt

Neben den drei nun Verurteilten sollen elf weitere Klimaaktivisten an der Farbattacke am 17. September 2023 beteiligt gewesen sein. Ende März war ein erster Strafprozess gegen zwei mutmaßlich Beteiligte im Alter von 20 und 21 Jahren zunächst gescheitert. Eine andere Abteilung des Amtsgerichts setzte das Verfahren aus, weil es einen Streit um die Höhe der Kosten für die Reinigungsarbeiten gibt. Aus Sicht der Verteidigung wären die Reinigungskosten «bei sachkundiger Reinigung» deutlich niedriger ausgefallen. Sie beantragte das Gutachten eines Sachverständigen einzuholen.

Aufwendige Reinigungsarbeiten

Die Reinigungsarbeiten an dem Tor waren aufwendig, sie wurden erst Anfang Dezember 2023 beendet. Das Land Berlin fordert nach Angaben der Senatsfinanzverwaltung in einer Zivilklage rund 142.000 Euro von den Klimaaktivisten. Wann das Landgericht Berlin in dieser Sache verhandelt, ist nach Angaben einer Sprecherin noch unklar.

Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft wurde im Kontext der Attacke vom September in insgesamt 14 Fällen Anklage erhoben. Im November 2023 war das Berliner Wahrzeichen erneut Ziel einer Protestaktion von Klimaaktivisten mit oranger Farbe. In diesem Fall sei Anklage gegen zwei junge Frauen erhoben worden.

Die Letzte Generation protestiert seit mehr als zwei Jahren mit verschiedenen Aktionen für einen besseren Klimaschutz. Berlin gilt als ein Hotspot. Bei der Staatsanwaltschaft haben die Aktivitäten der Gruppe bislang nach eigenen Angaben zu mehr als 4000 Verfahren geführt

© dpa
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