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Söder verteidigt Bedeutung des Religionsunterrichts

Mehr Mathe und Deutsch, weniger Kunst und Musik - diese Neugewichtung an Grundschulen wird heftig diskutiert. Religion liegt Bayerns Ministerpräsident dagegen sehr am Herzen, wie er erneut betont.
Markus Söder
Markus Söder (CSU), Bayerischer Ministerpräsident, richtet Grußworte an den neu ernannten Erzbischof Herwig Gössl. © Daniel Vogl/dpa

Weniger Kunst und Musik statt Kürzungen beim Fach Religion - mit dieser Entscheidung hat das bayerische Kabinett für eine erregte Debatte gesorgt. Nun hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Entscheidung vom Dienstag verteidigt, mit der nach dem schlechten Abschneiden Deutschlands bei der PISA-Studie die Fächer Mathematik und Deutsch an Grundschulen gefördert werden sollen. Religionsunterricht stärke Herz, Geist und Charakter junger Menschen, sagte Söder am Samstag bei der Amtseinführung des neuen Erzbischofs Herwig Gössl in Bamberg. «Deshalb steht der Freistaat weiter zum Religionsunterricht.»

Weniger Kunst, Musik und Werken, damit die Kinder künftig besser schreiben, lesen und rechnen können? «Dieser Ansatz ist Quatsch», kritisierte etwa der Astrophysiker Harald Lesch in der «Süddeutschen Zeitung». «Ausprobieren wird in Kunst, Musik und Werken unglaublich befeuert - wenn man die Kinder machen lässt und schaut, wie weit sie mit ihren Fähigkeiten kommen.» Lesch verwies auf Herausforderungen wie den Klimawandel oder den Frieden in Europa. «Wir wissen nicht, was auf uns zukommt. Wir wissen nicht, welche Lösung die richtige ist. Wir müssen eine Menge ausprobieren und Irrtum zulassen. Das lernen Kinder in kreativen Fächern.» Auch Werken sei für Kinder wichtig, «damit sie erfahren, dass sie mit den Händen mehr bewegen können als eine Tastatur, dass sie etwas bauen können».

Entsetzen auch beim Deutschen Musikrat. «Musikalische Bildung öffnet Herz und Geist für das Miteinander und für die Auseinandersetzung mit den Ungewissheiten unserer Zeit. Denn Musik erreicht den Menschen in einer beispiellosen Breite und Tiefe - Söder und seine Bildungsministerin offenbar nicht», hatte Generalsekretär Christian Höppner erklärt. «Wer die Musik so ins Abseits stellt, wird seiner politischen Verantwortung nicht gerecht und versündigt sich an der Zukunft unserer Kinder.»

Der Musikpädagogik-Professor Daniel Mark Eberhard von der Katholischen Universität (KU) Eichstätt sprach sich dafür aus, Musik fächerübergreifend zu berücksichtigen. «Durch Musik können nicht nur Lernvorgänge in allen Fächern unterstützt, sondern auch außermusikalische Zielsetzungen, etwa im Bereich persönlicher und sozialer Kompetenzen gestärkt werden», heißt es in einer Mitteilung auf der Internet-Seite der KU.

Anders als Söder hatte Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) Abstriche im Fach Religion nicht ausgeschlossen, das in den Klassen drei und vier mit jeweils drei Wochenstunden unterrichtet wird. Doch die CSU erhob sofort Einspruch. In der Folge wurde deshalb beschlossen, bei Kunst, Musik und Werken oder beim Englischunterricht zu kürzen.

© dpa
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