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Klagewelle von Flugreisenden auf Rekordhöhe

Das Amtsgericht in Erding bei München hat im vergangenen Jahr 11 000 Klagen von Flugästen auf den Tisch bekommen. Auch andernorts wachsen die Aktenstapel rasant. Der Deutsche Richterbund schlägt Alarm.
Anzeigetafel am Flughafen München
Zahlreiche Flüge sind auf einer Anzeigetafel in einer Abflughalle am Münchner Flughafen als „cancelled“ ausgewiesen. © Matthias Balk/dpa

Die Amtsgerichte haben im vergangenen Jahr mehr Klagen wegen verspäteter oder stornierter Flugreisen verzeichnet als jemals zuvor. Nach Angaben des Deutschen Richterbundes gingen mehr als 125.000 neue Verfahren ein - 80 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Am Amtsgericht Erding, das für Reisen über das internationale Drehkreuz München zuständig ist, gingen fast 11.000 neue Entschädigungsklagen ein. Streitigkeiten ums Reisen machen in Erding inzwischen 94 Prozent aller neuen Verfahren aus. «Daneben haben das Gericht nur rund 700 andere Zivilsachen erreicht», teilte der Richterbund mit. Die Passagierzahlen am zweitgrößten deutschen Flughafen stiegen im vergangenen Jahr um 5 Millionen auf 37 Millionen Fluggäste.

Mehr als dreimal so viele Fluggastverfahren, nämlich über 37.000, gingen im vergangenen Jahr beim Amtsgericht Köln ein. Das Amtsgericht Frankfurt am Main meldete mehr als 15 000 Eingänge, das für den Flughafen Berlin-Brandenburg zuständige Amtsgericht Königs Wusterhausen meldete rund 14 000, das Amtsgericht Düsseldorf fast 12.000 neue Entschädigungsklagen.

Der Flughafen Nürnberg verzeichnete im vergangenen Jahr 3,9 Millionen Fluggäste. Gefragteste Ziele waren das türkische Antalya, Mallorca und Istanbul. Beim Amtsgericht Nürnberg gingen laut Richterbund rund 4000 neue Fluggastklagen ein.

Der Flughafen Memmingen verzeichnete 2,8 Millionen Passagiere. Wachstumstreiber dort sind die Fluggesellschaften Ryanair und Wizz Air. Beim örtlichen Amtsgericht gingen laut Richterbund knapp 2600 Fluggastklagen ein.

Richterbund-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn sagte: «Viele Amtsgerichte ächzen unter einer neuen Welle von Fluggastverfahren. Immer mehr Verbraucher greifen auf Portale wie Flightright zurück, um ihre Ansprüche gegen Fluglinien schnell und ohne großen Aufwand durchzusetzen.» Die Gerichte warteten dringend darauf, dass Bund und Länder die Digitalisierung deutlich beschleunigten. «Mit einem auf 50 Millionen Euro jährlich eingedampften Minibudget der Bundesregierung wird sich die Justiz-Digitalisierung in Deutschland allerdings nicht spürbar beschleunigen lassen», kritisierte Rebehn.

© dpa
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