Games Music Hörbücher Gymondo MyTone Alle Services
vodafone.de

53-Jähriger nach Diebstahl von Papst-Brustkreuz verurteilt

Als das Brustkreuz des toten Papstes Benedikt XVI. gestohlen wurde, schlug die Tat mitten in der Debatte um den Missbrauchsskandal hohe Wellen. Der Dieb wusste von all dem nichts. Nun soll er hinter Gitter.
Brustkreuz des verstorbenen Papstes Benedikt gestohlen
Blick in den Kirchenraum und auf den Altar der Stadtkirche Sankt Oswald. © Peter Kneffel/dpa

Nach dem Diebstahl eines Brustkreuzes des früheren Papstes Benedikt XVI. aus einer Kirche in Traunstein hat das örtliche Amtsgericht einen 53 Jahre alten Mann zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Die Richterin begründete das Urteil am Montagabend auch mit dem Vorleben des Angeklagten und seinem Vorstrafenregister. Sie sprach nach Angaben einer Gerichtssprecherin vom Dienstag von einem «reisenden Kriminellen». Medien hatten darüber berichtet.

Der Mann wurde laut Staatsanwaltschaft seit 1990 in Deutschland und später auch in anderen europäischen Ländern wegen diverser Eigentumsdelikte verurteilt und saß mehrfach hinter Gittern. Seit Oktober war er in Bayern in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann Diebstahl im besonders schweren Fall und Sachbeschädigung vorgeworfen und drei Jahre Haft verlangt. Die Verteidigung hatte hingegen auf ein Jahr plädiert. Bis Dienstag hatte aber keine Seite Rechtsmittel eingelegt.

Das sogenannte Pektorale aus der Traunsteiner Stadtkirche St Oswald konnte nicht wieder gefunden werden. Das Kreuz, das der Papst seiner Heimatpfarrei vermacht hatte und das für die Gläubigen einen unschätzbaren ideellen Wert hat, ist etwa 10 bis 15 Zentimeter groß, aus vergoldetem Silber und mit diversen Edelsteinen besetzt. Der materielle Wert ließ sich nicht genau feststellen, er beträgt nach früheren Angaben der Anklagebehörde mindestens 800 Euro.

Dem Urteil zufolge hatte der Dieb am 19. Juni vergangenen Jahres in der Stadtkirche die Plexiglasscheibe vor dem Kreuz mit einem in der Nähe angebrachten Aluminiumhinweisschild aufgehebelt und beschädigt. Zudem brach er einen Zeitschriftenverkaufsstand im hinteren Teil der Kirche auf und stahl Bargeld in nicht bekannter Höhe.

Der 53-Jährige hatte die Tat zunächst bestritten, sie dann aber vor Gericht eingeräumt. Er gab an, dass er noch Zugriff auf das Kreuz habe, das er einem Bekannten gegeben haben will - und dass er das Kreuz wieder beschaffen könne.

Der Diebstahl hatte besonderes Aufsehen erregt, da tags darauf am Landgericht Traunstein ein Prozess um einen Missbrauchsskandal begann, in dem ursprünglich auch der verstorbene Papst als Beklagter geführt worden war. Anfängliche Spekulationen über einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Diebstahl und dem Verfahren bestätigten sich aber nicht.

Der Mann hatte sich angesichts des hohen Fahndungsdrucks im August 2023 zur Polizeidienststelle an seinem Wohnort in Tschechien begeben. Er war dort festgenommen und später nach Deutschland ausgeliefert worden.

Benedikt besaß als Papst mehrere Brustkreuze. Das nun in Traunstein gestohlene Kreuz trug er oft bei besonderen Anlässen, etwa Papstmessen im Petersdom oder wichtigen Audienzen und Empfängen. An Benedikts Heimatpfarrei in Traunstein ging es, als der Papst schon emeritiert war.

© dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
William und sein Vater, König Charles III.
People news
Prinz William gratuliert König Charles zum Vatertag
Harald Schmidt
People news
Harald Schmidt bleibt Scholz-Fan
Lena Klenke
People news
Lena Klenke über AfD-Stimmen junger Wähler enttäuscht
Meta-Logo
Internet news & surftipps
Meta verzögert Start von KI-Software in Europa
Fußball-EM schauen
Das beste netz deutschlands
Fußball im TV: Warum jubeln die Nachbarn früher?
watchOS 11 angekündigt: Neue Funktionen & unterstützte Modelle
Handy ratgeber & tests
watchOS 11 angekündigt: Neue Funktionen & unterstützte Modelle
Julian Nagelsmann
Nationalmannschaft
Nagelsmann beginnt Vorbereitung auf Ungarn-Spiel
Gestresster Mann
Gesundheit
Psychische Belastung? 5 Signale, dass alles zu viel wird