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Kulturwandel nach Freiburger Missbrauchsreport gefordert

Die Studie über sexuellen Missbrauch durch Geistliche löste im Freiburger Erzbistum Erschütterung aus. Die Aufarbeitungskommission schaltet sich nun wieder ein.
Freiburger Erzbischof Stephan Burger
Stephan Burger, Erzbischof von Freiburg, spricht. © Robert Michael/dpa

Knapp ein Jahr nach dem Freiburger Bericht über sexuellen Missbrauch durch Geistliche hat die Aufarbeitungskommission von Erzbischof Stephan Burger einen grundlegenden Kulturwandel gefordert. In den Leitungsebenen der großen Erzdiözese müsse es eine Kultur geben, in der Kritik an Missständen selbstverständlich werde. Diese Forderung ist Teil eines 38-seitigen Empfehlungspapiers, das der Theologe und Kommissionsvorsitzende Magnus Striet am Mittwoch in Freiburg öffentlich machte. Es sollte auch darüber gesprochen werden, warum es zu einer «Kultur des Schweigens und Inaktivität» kommen konnte, mahnt der Bericht an.

Es wird weiter dazu geraten, Entschädigungszahlungen an Opfer von sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche bundesweit einheitlich abschließend zu regeln. Verantwortlich ist die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen der Deutschen Bischofskonferenz.

Die April vergangenen Jahres veröffentlichte Studie unabhängiger Experten rechnete vor allem mit der Ära von Erzbischof Robert Zollitsch ab, der bis 2013 im Erzbistum Freiburg an der Macht gewesen war. Die Vorwürfe der Vertuschung wogen besonders schwer - der Geistliche war von Februar 2008 bis März 2014 Vorsitzender der Bischofskonferenz und damit Gesicht und Stimme der katholischen Kirche.

Im Kapitel über die Ausbildung von künftigem Priesterpersonal heißt in dem Papier, um Abschottungen und die Ausbildung einer realitätsfremden Sonderwelt zu vermeiden, sollten Kandidaten nicht mehr in einem Priesterseminar leben. Zudem sprach sich für Kommission für Ausstiegsmöglichkeiten aus: «Bereits in der Ausbildungsphase muss klargestellt werden, dass es von der Erzdiözese unterstützte Möglichkeiten gibt, den Priesterberuf zu verlassen, sollte sich die priesterliche Lebensform als ungeeignet erweisen oder es zu Überforderungen kommen.»

Mit rund 1,65 Millionen Katholiken gehört das Erzbistum zu den größten der 27 Diözesen in Deutschland. Das Gebiet reicht vom Odenwald im Norden über die Rheinebene und den Schwarzwald bis zum Bodensee.

«Vieles haben wir schon erreicht, aber einiges bleibt noch zu tun» - mit diesen Worten reagierte der Verwaltungschef der Erzdiözese, Christoph Neubrand, auf die Empfehlungen. «Gemeinsam mit dem Erzbischof werde ich den Bericht durcharbeiten und hoffe, dass er uns hilft, noch besser bei Aufarbeitung, Prävention und Intervention zu werden», erklärte der Generalvikar laut einem Sprecher der Erzdiözese. Betroffene müssten im Fokus stehen. «Kirche muss ein sicherer Ort für alle sein. Dafür arbeiten wir», sagte Neubrand.

© dpa
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