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Duell der Torjäger: Füllkrug und Undav hoffen auf EM-Platz

Bundestrainer Julian Nagelsmann sucht nach einem treffsicheren Stürmer für die EM. Bisher schien Niclas Füllkrug erste Wahl. Doch der Dortmunder Profi bekommt Konkurrenz aus Stuttgart.
Deniz Undav
Stuttgarts Deniz Undav jubelt nach dem 0:1. © Harry Langer/dpa/Archivbild

Das Fernduell um die Gunst des Bundestrainers gleicht derzeit einem Wettschießen. Mit jeweils fünf Toren in den vergangenen vier Bundesligaspielen haben sich Niclas Füllkrug und Deniz Undav für einen Platz in der DFB-Elf empfohlen. Noch sieht sich der Dortmunder Angreifer im Vorteil. Auf den Konkurrenten aus Stuttgart angesprochen, der mit einer ersten Nominierung durch Julian Nagelsmann rechnen kann, reagierte Füllkrug kämpferisch: «Wieso? Ich habe in der Nationalmannschaft in 13 Spielen elf Tore gemacht und zwei Vorlagen», antwortete der 30-Jährige, «da weiß ich nicht, nach was man sucht? Jemandem, der in 13 Spielen 25 Tore macht? Den findet man nicht in Deutschland.»

Dass sich der BVB-Profi nach seinem Dreierpack gegen Bochum Ende Januar einen Treffer mehr für die Nationalmannschaft gutschrieb als die offizielle DFB-Statistik, entkräftet seine Einschätzung nur bedingt. Mangels Alternativen durfte sich Füllkrug noch bis vor Kurzem sicher sein. Ein Stammplatz bei der EM im eigenen Land schien nahe.

Trainer Hoeneß: An Undav fast nicht vorbeizukommen

Doch inzwischen ist dem Dortmunder Torjäger Konkurrenz erwachsen. Denn Undav ist eine der Entdeckungen der Saison. Im Schnitt traf er alle 87 Minuten und liegt damit vor Füllkrug (161 Minuten). «Ich glaube, wenn er das weiter so macht, dann hat er Riesenchancen, dann ist fast nicht an ihm vorbeizukommen», antwortete sein Vereinstrainer Sebastian Hoeneß auf die Frage nach einer möglichen Nominierung des Stuttgarters für die DFB-Elf.

Ein erster Anruf des Bundestrainers zeigte Wirkung. «Überwiegend hat Julian Nagelsmann gesprochen, und ich habe zugehört. Ich hatte noch kein krasseres Gefühl im Leben», kommentierte der 27-Jährige in der «Sport Bild» den Verlauf des Telefonats. Seitdem gilt seine Nominierung für die beiden Länderspiele gegen Frankreich (23. März) und die Niederlande (26. März) als wahrscheinlich.

Das Gespräch stärkte das Selbstvertrauen: «Ich habe gesehen: Deniz, du bist zwar ein Quatschkopf und laberst viel. Aber irgendwas machst du richtig! Es gibt nichts Schöneres, als für die Nationalmannschaft aufzulaufen.»

Lob von Ex-Coach Lieberknecht für Undav

Vor dem Auswärtsspiel der Schwaben in Darmstadt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) lobte Vereinscoach Hoeneß den Newcomer als «Marke - für den VfB, aber auch in der Bundesliga». Der Stürmer mache «besondere Sachen auf dem Platz» und sei auch abseits des Rasens «richtig cool und positiv».

Ähnlich wohlwollend äußerte sich der ehemalige Undav- und heutige Darmstadt-Coach Torsten Lieberknecht: «Deniz hat damals unter mir in Braunschweig sein erstes Profispiel gemacht. Er hat diesen Torriecher und ist aktuell auf dem Weg zum Nationalspieler. Er hat sich gut entwickelt, weil er immer an sich geglaubt hat.»

In 18 Bundesligaspielen für die Stuttgarter hat der im vergangenen Sommer vom englischen Club Brighton & Hove Albion ausgeliehene Undav bereits 14 Toren erzielt. Er ist in Deutschland geboren, seine Eltern stammen aus der Türkei. Dass er sich im Falle einer Nominierung für die DFB-Elf entscheiden würde, hatte er bereits im Dezember angekündigt.

Füllkrug glänzt auch als Vorbereiter

Wie bei Undav zeigt auch bei Füllkrug die Formkurve nach oben. Zwei Wochen nach seinem Dreierpack gegen Bochum überzeugte er im BVB-Duell mit Freiburg nicht nur als Torschütze, sondern auch als Vorbereiter für zwei weitere BVB-Treffer. «Er hat einen Schritt gemacht. Es tat ihm gut, diesen Monat komplett trainieren zu können», sagte BVB-Coach Edin Terzic vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in Wolfsburg mit Verweis auf den zuletzt überschaubaren Terminkalender ohne englische Wochen.

Gleichwohl sieht der Coach beim zehnmaligen Torschützen noch Luft nach oben: «Wir hoffen, dass wir die Grenze noch nicht erreicht haben. Wir erwarten von unseren Offensivspielern, dass sie eine Quote haben. Dafür sind sie bei Borussia Dortmund.»

© dpa ⁄ Heinz Büse und Kristina Puck, dpa
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