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Für Riedbahn-Sanierung fehlen noch mehr als 100 Busfahrer

Nach der Fußball-EM soll die Generalsanierung der Strecke Frankfurt-Mannheim starten. Die Generalprobe stimmt die Bahn in vielen Punkten optimistisch – doch wichtige Vorbereitungen fehlen noch.
Generalsanierung der Riedbahn
Die Riedbahn soll ab Mitte Juli für fünf Monate gesperrt und komplett saniert werden. © Andreas Arnold/dpa

Für die monatelange Generalsanierung der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim ist die Deutsche Bahn noch auf der Suche nach mehr als 100 Busfahrern. «Wir wollen alle Fahrer für den Schienenersatzverkehr selbst rekrutieren. Aktuell liegen wir bei einer Quote von 60 Prozent», sagte Evelyn Palla, im Bahnvorstand für den Regionalverkehr zuständig. Ein großer weiterer Teil an Einstellungen sei «in der Anbahnung». Die Bahn braucht für die Riedbahn-Sanierung nach eigenen Angaben 400 Busfahrerinnen und -fahrer plus Reserve. Rekrutiert werde auch im Ausland, vor allem in Rumänien, Spanien und Kroatien.

Die Riedbahn soll ab Mitte Juli für fünf Monate gesperrt und komplett saniert werden. Der Fern- und Güterverkehr wird über andere Strecken umgeleitet. Für den Regionalverkehr ist Schienenersatzverkehr mit Bussen geplant. Nach Bahnangaben sind entlang der Riedbahn täglich rund 16.000 Fahrgäste in Regionalzügen unterwegs.

Im Januar gab es eine mehrwöchige Generalprobe: An einzelnen Tagen wurden in dieser Zeit bis zu 16.000 Fahrgäste mit Bussen zu ihren Zielen gebracht. Oft waren aber auch nur wenige Fahrgäste im Ersatzverkehr unterwegs. Palla betonte, dass der Testzeitraum wegen Ferientagen, Lokführerstreiks und Tagen mit Glatteis nicht repräsentativ für die anstehende Generalsanierung sein dürfte.

Zu Beginn der Generalprobe verfuhren sich einzelne Busfahrer im Ersatzverkehr. Palla gestand ein, dass die Schulungszeit knapp bemessen gewesen sei. Für die Generalsanierung werde man diese Lehre berücksichtigen.

Viermal so viel bauen

«Wir haben es bei dieser Generalprobe geschafft, 400 Prozent mehr Bauvolumen ans Gleis zu bringen als bei konventioneller Bauweise», sagte Infrastrukturvorstand Berthold Huber. Konventionelle Bauweise meint beispielsweise Bauarbeiten bei eingleisiger Sperrung, also im laufenden Betrieb.

Mit Generalsanierungen sollen Dutzende Strecken in Deutschland auf den neusten Stand gebracht werden. Die Riedbahn macht den Anfang. 2025 folgt die Strecke zwischen Hamburg und Berlin. Die Bahn nimmt dabei monatelange Vollsperrungen in Kauf und erhofft sich anschließend mindestens fünf Jahre Baufreiheit.

Die Generalprobe auf der Riedbahn dauerte eine Woche länger als geplant. Als Gründe nannte Huber die Streiks und dadurch beeinträchtigte Logistik, ein Wintereinbruch mit Glatteis und unerwartete Verzögerungen bei der Wiederinbetriebnahme der Leit- und Sicherungstechnik.

Für die Generalsanierung zeigte er sich optimistisch. Sie soll bis zum großen Fahrplanwechsel Mitte Dezember abgeschlossen sein. Es gebe einen mehrwöchigen Puffer, der für die Inbetriebnahme der neuen Technik reserviert sei, sagte Huber. Bei der Generalsanierung soll die gesamte Leit- und Sicherungstechnik gegen digitale Systeme ausgetauscht werden.

Bahn: zufriedene Kunden

Die Generalprobe im Januar wurde von einer Kundenumfrage begleitet. Nach Bahnangaben nahmen viele Fahrgäste im Fernverkehr kaum wahr, dass die Züge eine Umleitung fuhren. Die Fahrgäste im Regionalverkehr seien zu 80 Prozent mit dem Ersatzverkehr zufrieden gewesen. Die Verantwortlichen zeigten sich entsprechend zuversichtlich, dass der Bahn aufgrund der langen Bauzeit mit Vollsperrung keine Fahrgäste verloren gehen.

© dpa
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