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Belgiens «Sieg der Erleichterung» vor dem Herzschlagfinale

Die Belgier zeigen beim EM-Sieg gegen Rumänien ihr Potenzial. Doch die Konstellation in der Gruppe E vor dem letzten Spieltag ist brisant. Für die Roten Teufel gilt: Verlieren verboten.
Belgischer Sieg
Belgiens Spieler bedanken sich nach der Partie bei den Fans. © Rolf Vennenbernd/dpa

Domenico Tedesco versammelte Belgiens Ballkünstler direkt nach dem erlösenden 2:0 gegen Rumänien am Mittelkreis. Der Trainer schwor sein Team auf das spannende Finale in der Gruppe E um den Einzug ins Achtelfinale der Fußball-EM ein. Der verdiente Sieg nach einem starken Auftritt in Köln soll für die Roten Teufel den verspäteten Beginn einer erfolgreichen EM-Reise markieren. 

«Alle träumen vom EM-Triumph. Wir auch», sagte Offensivspieler Jérémy Doku nach der überzeugenden Vorstellung, mit der die Belgier den Achtelfinaleinzug weiter in der eigenen Hand haben. Das Medienportal «Sporza» titulierte das 2:0 als «Sieg der Erleichterung». «Wie die Mannschaft gespielt hat - die Aggressivität, die herausgespielten Chancen - das war sehr gut», schwärmte der Spieler des Spiels Kevin De Bruyne, der mit seinem Tor zum 2:0 für die Vorentscheidung sorgte.

Die Mannschaft von Tedesco stand vor der Partie enorm unter Druck, da sie das Auftaktspiel gegen die Slowakei überraschend mit 0:1 verloren hatte. Doch die Belgier hielten dem Druck in der Kölner Arena stand. Er sei erleichtert nach dem ersten Sieg bei dieser EM, betonte Tedesco. Der Unterschied sei vor allem gewesen, dass das Team gegen Rumänien zwei Tore erzielt habe, so der frühere Bundesliga-Trainer.

Gruppenkonstellation als Novum - Schande von Frankfurt?

Doch klar ist: Trotz der drei Punkte stehen die Belgier auch am letzten Spieltag der Gruppe E am Mittwoch (18.00 Uhr) gegen die Ukraine in Stuttgart weiter unter Druck. Alle vier Teams haben nach zwei Spieltagen drei Zähler auf dem Konto - ein EM-Novum, das für maximale Spannung sorgt.

Ein Sieg reicht den Belgiern auf jeden Fall, um ins Achtelfinale einzuziehen. Auch ein Unentschieden sollte genügen. Bei einer Niederlage jedoch könnte die Gruppenkonstellation De Bruyne & Co. zum Verhängnis werden. Denn im Parallelspiel in Frankfurt würde der Slowakei und Rumänien ein Remis höchstwahrscheinlich fürs Achtelfinale reichen. Eine Wiederholung der Schande von Gijón bei der Fußball-WM 1982 zwischen Österreich und Deutschland droht - und dann wäre die EM-Reise der Belgier schneller vorbei als gedacht.

Pechvogel Lukaku - Chancenverwertung bleibt ein Manko

Damit das nicht passiert, braucht das Team möglichst auch gegen die Ukraine Tore. Weiter eine unglückliche Figur gibt allerdings Topstürmer Romelu Lukaku ab - dreimal schon traf er bei dieser EM, dreimal wurde das Tor nach Videoüberprüfung aberkannt. «Das ist schon extrem bitter», sagte ZDF-Experte Christoph Kramer. «Da traust du dich ja fast gar nicht mehr, dich zu freuen.»

Immerhin steuerte Lukaku mit seinem Assist zum frühen 1:0 von Youri Tielemans seinen ersten Scorerpunkt bei diesem Turnier bei. «Romelu hat sehr gut gespielt und eine Torvorlage gegeben. Er hat dreimal getroffen, auch wenn die Tore nicht zählten. Ich denke aber nicht, dass er frustriert ist», sagte De Bruyne über den 31 Jahre alten Angreifer.

Wie schon bei der Niederlage gegen die Slowakei müssen sich die Roten Teufel auch beim ersten Sieg dieser EM eine schwache Chancenverwertung vorwerfen lassen. Es sei möglich gewesen, vier bis fünf Tore zu schießen, sagte Tedesco. «Wenn du die Qualität und Quantität der Chancen siehst, sind zwei Tore ein bisschen wenig.» So hätte ein Treffer der Rumänen bis zum 2:0 in der Schlussphase den Spielverlauf auf den Kopf stellen können. «Wir hätten mehr Tore erzielen müssen. Da müssen wir echt dran arbeiten», erklärte Tielemans vor den TV-Mikrofonen.

© dpa ⁄ Christian Johner und Eric Dobias, dpa
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