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800.000 Euro erbeutet - Mann als Hochstapler angeklagt

Eine Zahnärztin hat viel Geld verloren, weil sie den Geschichten eines Hochstaplers geglaubt hat. Am Dienstag begann der Strafprozess gegen den angeblich erfolgreichen Juristen.
Land- und Amtsgericht Mönchengladbach
Außenansicht des Land- und Amtsgerichts. © Roberto Pfeil/dpa/Archivbild

Weil er das Mitleid und die Gefühle einer Zahnärztin schamlos ausgenutzt haben soll, muss sich seit Dienstag ein 53-jähriger Mann vor dem Landgericht in Mönchengladbach verantworten. Laut Anklage hatte sich der Mann bei der Medizinerin als erfolgreicher Mitgründer einer Duisburger Anwalts-Kanzlei ausgegeben. Mit mitleiderregenden Geschichten und angeblichen schweren Schicksalsschlägen hatte er der Frau innerhalb von vier Jahren in 69 Fällen insgesamt über 791.000 Euro abgeschwatzt.

Zum Auftakt hüllte sich der Angeklagte in Schweigen und nannte nur seine Personalien. Er wollte weder Angaben zu seinem Beruf noch zu den Vorwürfen machen. Zuvor hatte seine Verteidigerin erfolglos beantragt, das Verfahren auszusetzen, da der Mann zwei Wochen zuvor einen Herzinfarkt erlitten habe. Ein Klinikarzt und eine Psychiaterin hatten den 53-Jährigen aber als «alltagsbelastbar» bezeichnet.

Als Zeugin berichtete die Zahnärztin, sie habe den Angeklagten 2017 als Notfallpatienten kennengelernt. Daraus habe sich ein privater Kontakt und eine Liebesbeziehung entwickelt. «Er hat sich als Patient in mein Leben eingeschlichen», berichtete die Frau.

Laut Anklage wurde die Ärztin mit immer neuen Lügengeschichten fast um ihr gesamtes Vermögen gebracht. Unter anderem habe der Angeklagte finanzielle Engpässe wegen eines angeblich im Säuglingsalter verstorbenen Kindes, der Behandlung einer behaupteten schweren Krebserkrankung der 13-jährigen Tochter sowie der Trennung von der Ehefrau vorgetäuscht. Das ergaunerte Geld habe der Mann schlicht für Luxusgüter verprasst, sagte die Staatsanwältin.

Schließlich reichte es der 57-Jährigen. Sie schaltete die Polizei ein. Der als Hochstapler und Betrüger angeklagte Mönchengladbacher muss in dem Strafprozess mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen. Im Zivilprozess war er 2023 zur Rückzahlung von 728.000 Euro nebst Zinsen verurteilt worden. Der Angeklagte ist mehrfach wegen Betruges und Titelanmaßung vorbestraft und hat deshalb schon im Gefängnis gesessen.

© dpa
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