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Mord mit Samuraischwert? Angeklagter übernimmt Verantwortung

Fast zehn Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines 41-Jährigen in Salzgitter übernimmt sein Cousin vor Gericht die Verantwortung dafür. Wie die Tat genau ablief, lässt der Angeklagte zum Prozessauftakt aber offen.
Prozessauftakt
Der Angeklagte kommt in den Gerichtssaal im Landgericht Braunschweig. © Julian Stratenschulte/dpa

Fast zehn Jahre nach einem mutmaßlichen Mord mit einem Samuraischwert in Salzgitter hat der Angeklagte vor Gericht Verantwortung für die Tat übernommen. Er müsse sich für das Ableben verantworten und bedauere das Geschehene sehr, ließ der 43-Jährige seinen Verteidiger am Freitag im Landgericht Braunschweig erklären. Dem Mann wird vorgeworfen, im Juli 2014 seinem Cousin mit einer leeren Glasflasche auf den Kopf geschlagen und mit einem Samuraischwert zugestochen zu haben. Der damals 41 Jahre alte Mann wurde wenige Tage später tot in seiner Wohnung gefunden.

Mit dicker blauer Winterjacke und in Handschellen kam der Deutsche mit philippinischer Abstammung in den Gerichtssaal. Den Angehörigen und Freunden des Opfers ließ er sein Beileid ausdrücken. Wenn er etwa ungeschehen machen könnte, würde er es sofort tun, sagte sein Verteidiger. Ob es sich bei der knappen Erklärung des Anwalts um ein Geständnis handelt, blieb zum Prozessauftakt aber offen. Der Verteidiger kündigte an, dass sich sein Mandant zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich äußern werde.

Während der Staatsanwalt die Vorwürfe aus der Anklage vorlas, schüttelte der Angeklagte mehrmals den Kopf. Die Strafverfolger werfen dem Angeklagten einen Mord aus Habgier vor. Nach Überzeugung der Ermittler erhoffte sich der Mann, in der Wohnung seines Cousins Geld zu finden, weil er Frau und Kinder in Deutschland verlassen und auf den Philippinen ein neues Leben mit seiner ersten großen Liebe beginnen wollte. Er soll aber hoch verschuldet gewesen sein.

Kurz nach der Tat soll der Angeklagte sich abgesetzt haben. Erst mehrere Jahre nach dem gewaltsamen Tod des damals 41-Jährigen gelang es Ermittlern im Januar 2023, den Angeklagten auf den Philippinen ausfindig zu machen. Der Mann sei etwa 200 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Manila festgenommen worden, hieß es im vergangenen Sommer von der Polizei.

Nachdem er dort sechs Monate im Gefängnis gesessen hatte, wurde er Ende Juli abgeschoben und den Fahndern aus Braunschweig übergeben. Für den Mordprozess sind weitere Termine bis Ende Februar angesetzt. Zum Auftakt am Freitag waren mehrere Familienmitglieder des Angeklagten als Zeugen geladen, die aber alle von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machten.

Die Richter verlasen zudem Protokolle von Polizeivernehmungen, weil die mehrere Zeugen bereits verstorben sind. Aus den Angaben des Vaters des Getöteten ging dabei hervor, dass sich dieser um das Geld seines Sohnes kümmerte. Damit ließe sich erklären, warum der Angeklagte möglicherweise Geld in der Wohnung seines Cousins vermutete, aber keines fand.

Der mittlerweile gestorbene Lebensgefährte der Mutter des Angeklagten gab in den Tagen nach der Tötung bei der Polizei an, dem Mann damals etwa 1500 Euro geliehen zu haben, ohne genau zu wissen, wofür es bestimmt war. Dabei könnte es sich um die nötigen Mittel für einen Flug auf die Philippinen gehandelt haben. Der Prozess wird am Donnerstag (1. Februar) fortgesetzt.

© dpa
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