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Lammzeit in der Heide: Schäfer im Dauerstress

Die dreimonatige Lammzeit fordert die Schäfer in der Lüneburger Heide. Von Januar bis März halten sie sich rund um die Uhr bereit, um die Muttertiere zu unterstützen.
Lammzeit in der Heide
Uwe Storm, Schäfer, hält ein wenige Tage altes Schnuckenlamm in den Händen. © Philipp Schulze/dpa

340 Lämmer haben auf dem Hof Tütsberg bei Schneverdingen seit Mitte Januar bereits das Licht der Welt erblickt - 30 bis 40 erwartet Schäfer Uwe Storm noch bis Mitte März. In der Haupt-Lammzeit schaut der 61-Jährige nachts alle zwei Stunden nach seinen Heidschnucken, 400 Mutterschafe tummeln sich im Stall. Die ausgewachsenen Schnucken bleiben bis zu sieben Jahre, danach verlieren sie die Zähne und werden geschlachtet. «Die Heide ist wie Gehölz, da beißen sie sich die Zähne aus», erzählt Storm, dessen Herde insgesamt 840 Heidschnucken zählt.

Zudem hält er 23 Mutterziegen, die dieses Jahr bereits 30 Lämmer geboren haben. «Die Ziegen sind unheimliche Spezialisten, die killen richtig die Bäume», erklärt der Tierwirt. «Sie halten Birken und Kiefern niedrig, wir wollen ja eine offene Landschaft im Naturschutzgebiet und keine verbuschte.» Storm ist angestellt bei der Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide, hat Anrecht auf Urlaub und bekommt Hilfe, wenn im März ein Teil der Herde tagsüber in die Heide getrieben und abends geordnet wieder hereingelassen wird.

Noch drei Jahre will er den Knochenjob machen, der ihm in 40 Jahren durch das ständige Laufen auf unebener Fläche die Gelenke ruiniert hat. Im Sommer schätzt er seine wöchentliche Arbeitszeit auf 70 Stunden, in der Lammzeit werden es mehr. Was ihn aber an der Arbeit ärgert, sind die zunehmenden Vorschriften. «Wir sind ein Bio-Betrieb, da muss ich alles dokumentieren», erzählt Storm. «Das macht keinen Spaß mehr.»

Zudem treibt ihn - wie viele Kollegen - die Angst vor dem Wolf um, auch wenn seine Tiere nachts im Stall sind. «Bisher haben wir noch Glück gehabt, es gab bei den Heidschnuckenherden nur kleinere Übergriffe. Aber der Wolf ist hochintelligent, er lernt ständig dazu», sagt der Schäfer. Er ist für eine Regulierung: «Der Wolf soll nicht weg, ganz ausrotten kann man ihn nicht mehr. Aber wir müssen einen Mittelweg finden.» Wegen der vielen Touristen in der Lüneburger Heide dürften die Heidschnucken-Schäfer auch keine Herdenschutzhunde gegen den Wolf halten. Vier altdeutsche Hütehunde bewachen seine Herde. «Ich kenne viele Hobbyschäfer, die aufgehört haben, weil ihnen so ein Riss in der Seele wehtut.»

Trotz der Gefahr ist die Zahl der Schafhalter in Niedersachsen bisher weniger stark zurückgegangen, als Experten es erwartet haben. «Einige Familienbetriebe haben ihre Tierzahlen aufgestockt und arbeiten jetzt mit Fremd-Arbeitskräften oder in Kooperationen», sagt Mathias Brockob, Berater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Insgesamt gebe es im Land 11 459 Halter mit 236.449 Schafen, zitiert er Zahlen der Tierseuchenkasse aus 2023. Mit 9500 Tierhaltern nennen allerdings die meisten weniger als 20 Tiere ihr Eigen.

© dpa
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