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Weniger Nachfrage am Bau: MV-Bauverband spricht von Krise

Den Baufirmen in Mecklenburg-Vorpommern droht die Arbeit auszugehen. Der Wohnungsbau ist eingebrochen, Wirtschaft und öffentliche Hand üben sich in Zurückhaltung. Doch das Land will gegensteuern.
Erweiterung des Medizintechnikhersteller Ypsomed
Spatenstich für die Erweiterung des Werks des Medizintechnikhersteller Ypsomed in Schwerin. © Jens Büttner/dpa

Ein Einbruch im Wohnungsbau und sinkende Investitionsbereitschaft der Wirtschaft lassen die Sorgenfalten in der Baubranche Mecklenburg-Vorpommerns größer werden. «Die Baukrise ist in allen Zahlen messbar», fasste der Hauptgeschäftsführer des Landesbauverbandes, Jörn-Christoph Jansen, die nun vorliegende Jahresbilanz 2023 für Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten zusammen.

Zwar verzeichnete die Bauwirtschaft gegenüber 2022 mit 2,2 Milliarden Euro insgesamt ein Umsatzplus von 4 Prozent. Doch führt Jansen diesen Anstieg in erster Linie auf die gestiegenen Baupreise zurück. Preisbereinigt, also real, bleibe das Baujahr 2023 mit einem Minus von 2,6 Prozent hinter dem Vorjahr zurück, erklärte der Verbandsgeschäftsführer. Ein Boom im Wohnungsbau hatte der Branche 2022 nominal noch ein Umsatzplus vom fast 20 Prozent beschert.

Anlass zur Sorge gebe insbesondere der zum Jahresende hin verstärkte Negativtrend. Nach Angaben Jansens blieb der Umsatz im Monat Dezember über alle Bereiche um fast 25 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück, im Wohnungsbau allein um 41,6 Prozent. Besserung zeichne sich nicht ab: «Knapp 60 Prozent Minus bei Neubaugenehmigungen für Wohngebäude 2023 sind ein deutliches Zeichen», sagte Jansen.

Nach seinen Angaben lässt die Investitionsbereitschaft in allen Baubereichen nach. So habe das Volumen der Auftragseingänge 2023 mit knapp 1,6 Milliarden Euro um 0,5 Prozent hinter dem Vorjahreswert gelegen. Im Monat Dezember allein habe das Minus aber 44,1 Prozent erreicht. Den stärksten Rückgang im Monatsvergleich verzeichnete laut Statistik der öffentliche Bau, also Investitionen vom Kommunen, Land und Bund, mit einem Minus von 49,8 Prozent, dicht gefolgt vom Wirtschaftsbau mit minus 43,9 Prozent. Die Aufträge im schon länger schwächelnden Wohnungsbau gingen im Dezember um 13,5 Prozent zurück.

Auf die Mitarbeiterzahl hatten die jüngsten Entwicklungen bislang kaum Auswirkungen. In den größeren Baubetrieben waren landesweit weiterhin etwa 12.500 Bauarbeiter beschäftigt, Kleinbetriebe eingerechnet waren es rund 25.000. «Die Baubranche versucht, ihre Beschäftigung zu halten, denn wir werden sie brauchen», sagte Jansen und machte damit seine Hoffnung auf wieder bessere Zeiten deutlich. Ein Weg seien staatliche Konjunkturhilfen etwa im Wohnungsbau. Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) hatte ebenfalls eine Ausweitung der öffentlichen Förderung im Wohnungsbau gefordert.

Nach Angaben von Innen- und Bauminister Christian Pegel (SPD) hat das Land reagiert. «Als Landesregierung werden wir ein großes Neubauprogramm auflegen, das bisher größte in meiner Zuständigkeit als Bauminister. Vorbehaltlich der Unterzeichnung durch alle Bundesländer stehen dann mehr als 114 Millionen Euro für den klassischen Sozialwohnungsbau und Junges Wohnen als Landes- und Bundesmitteln zur Verfügung», teilte Pegel mit. Im Vorjahr seien es knapp 79 Millionen Euro gewesen. Gemeinsam mit den Kommunen und dem Bund unternehme die Landesregierung erhebliche Anstrengungen. «Wir wollen die Baukonjunktur bis 2027 mit weit über einer Milliarde Euro Investitionsvolumen unterstützen. Allein für den Schulneubau und Schulsanierungen stünden 400 Millionen Euro bereit.

© dpa
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