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Lufthansa-Tochter Discover verurteilt Pilotenstreik

Der Tarifstreit bei der Lufthansa-Tochter Discover geht weiter: Am Sonntag und Montag wollen die Piloten streiken. Doch längst nicht alle Flieger sollen am Boden bleiben.
Discover Airlines plant am Streiktag Ersatzflugplan
Am Check-In-Bereich von Discover Airlines auf dem Rhein-Main-Flughafen sind zahlreiche Passagiere unterwegs. © Helmut Fricke/dpa

Die Fluggesellschaft Discover Airlines hat im Arbeitskampf mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) den für Sonntag und Montag angekündigten Streik kritisiert. Man habe der Gewerkschaft angekündigt, bis zum 7. Februar ein verbessertes Angebot vorzulegen, sagte eine Sprecherin der Lufthansa-Tochter der Deutschen Presse-Agentur.

«Die Tatsache, dass die VC nun ohne das von ihnen geforderte neue Angebot des Arbeitgebers abzuwarten, zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen zum Streik aufruft, macht deutlich, dass es hier nicht um gute Lösungen für die Mitarbeitenden geht, sondern andere Interessen verfolgt werden», sagte die Discover-Sprecherin.

Die Gewerkschaft VC hat die Piloten dazu aufgerufen, für 48 Stunden bis einschließlich Montagabend ihre Arbeit niederzulegen.

Gewerkschaft erwartet hohe Streikbeteiligung

«Wir sind überzeugt, dass sehr viele Kollegen dem Streikaufruf folgen werden, weil die Zustimmung mit 95,6 Prozent in der Urabstimmung sehr gut war», sagte ein Sprecher der Gewerkschaft der dpa. «Wir wollen unsere Forderungen durchsetzen, aber brechen nicht für jeden Flug, der ausfällt, in Jubel aus. Wir wollen keine Sabotage betreiben, sondern marktgerechte Tarifverträge.»

Von Frankfurt aus sollten während des Streiks voraussichtlich 90 Prozent der geplanten Kurz- und Mittelstreckenflüge stattfinden, hieß es von Discover. Auf der Langstrecke sollten rund 30 Prozent der Verbindungen bedient werden. Insgesamt seien im Zeitfenster des Streiks von Frankfurt aus 27 Abflüge geplant. Die zehn geplanten Abflüge aus München würden von der Lufthansa durchgeführt. Passagiere sollten möglichst regelmäßig ihren Flugstatus überprüfen.

Dritter Ausstand binnen weniger Wochen

Es ist bereits der dritte Ausstand nach einem fünfstündigen Warnstreik kurz vor Weihnachten und einem regulären Streik über einen ganzen Tag am Freitag vergangener Woche, nachdem die Piloten in einer entsprechenden Urabstimmung für Streiks gestimmt hatten.

VC streitet für einen Erst-Tarifvertrag bei der vor zweieinhalb Jahren gegründeten Fluggesellschaft, die insgesamt 24 Flugzeuge betreibt. Die Gewerkschaft sieht die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber vorerst als gescheitert an.

Ihren Mitgliedern teilte sie am Freitag mit, dass das Management in neuerlichen Gesprächen kein verbessertes Angebot vorgelegt habe. Weiterhin halte das Unternehmen an der Vorbedingung fest, vor einem Tarifabschluss eine sogenannte Sozialpartnerschafts-Charta abzuschließen. Aus Sicht der VC solle damit das Streikrecht massiv eingeschränkt werden.

© dpa
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