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Sand für Sylt: 1,2 Millionen Kubikmeter als Küstenschutz

Wellen und Wind nagen jeden Winter an den Küsten der Nordseeinsel. Der dabei abgetragene Sand wird alljährlich aufgespült. Diese Millionen Euro teuren Maßnahmen helfen aber nicht nur Sylt.
Strandbereisung auf Sylt
Spaziergänger gehen am Strand von Westerland entlang. © Axel Heimken/dpa

An die Strände von Sylt werden in diesem Jahr wieder rund 1,2 Millionen Kubikmeter Sand gespült, um die Küste zu sichern. Die Sandvorspülungen werden etwa 8,6 Millionen Euro kosten. «Die Sandvorspülungen sind dringend nötig, weil das gelebter Küstenschutz ist und wir auf an der Westküste vor Sylt nicht mit Deichen arbeiten können. Aufgrund ihrer exponierten Lage sichert die Insel daher auch das dahinterliegende Festland vor Sturmflutschäden», sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) am Montag bei der jährlichen Strandbereisung auf Sylt.

Ohne die Vorspülungen würde Sylt stetig um ein bis vier Meter pro Jahr schrumpfen: «Das Meer nimmt sich Sand von der Küste weg, und wir schieben den Sand wieder vor und sichern damit dauerhaft Sylt.» Die Sturmflutsaison sei bisher nicht gänzlich vorüber, die dringendsten Aufspülorte können demnach dennoch schon jetzt festgelegt werden.

Der Küstenschutz sei besonders vor dem Hintergrund des Klimawandels eine bedeutende Aufgabe des Landes. «Bereits heute ist der Meeresspiegel rund 20 Zentimeter höher als vor rund einem Jahrhundert. Stürme werden häufiger und heftiger und damit auch die Sturmfluten und die Belastungen für unsere Küstenschutzanlagen.»

Bei bewölktem Himmel und frischen vier Grad hat sich der Minister bei der Kolonnenfahrt mit mehreren Geländefahrzeugen entlang der Strände von Hörnum im Süden bis nach Kampen ein Bild von den Schäden gemacht.

Mit dabei waren auch Birgit Matelski, Direktorin des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) und Manfred Uekermann, Vorsitzender des Landschaftszweckverbandes sowie Sylter Bürgermeister. Bei der jährlichen Strandbereisung auf der Insel prüfen die Küstenschützer im Frühjahr, an welchen Strandabschnitten Sand fehlt und wie viel davon an die Strände gepumpt werden soll.

«Wir werden auf einer Länge von rund 8,5 Kilometern Sandaufspülungen vornehmen», sagte LKN-Direktorin Birgit Matelski. Sylt spiele eine bedeutende Rolle für den Küstenschutz in Schleswig-Holstein.

Nicht große Sturmfluten, sondern zahlreiche einzelne sogenannte Kantenfluten, haben der sandigen Küste demnach in diesem Jahr zugesetzt und Sand in die Nordsee gezogen. «Davon hatten wir zwölf Stück in dieser Saison, das merken wir und sehen wir an den Stränden, die flach und ausgeräumt und wo die Vordünen aufgebraucht sind», sagte Matelski. Wichtig sei es demnach zu verhindern, dass die sogenannten Randdünen angegriffen werden - das sei unter anderem in Hörnum in diesem Jahr der Fall.

Durch Stürme aus Westen und die dadurch hervorgerufene Meeresbrandung werden nach Angaben des Landesbetriebs jährlich Teile der Westseite der Insel abgetragen. Geplant ist, dass in diesem Jahr an insgesamt sieben Strandabschnitten in den Orten List, Kampen und Hörnum von Mai bis September Sand aufgespült wird. Zudem soll ein Vorstrandabschnitt vor Westerland verstärkt werden. Damit wird laut Ministerium in diesem Jahr etwas mehr Sand vor die Küste gepumpt als in den Jahren zuvor.

Die Kosten werden laut Landesbetrieb überwiegend von Bund und Land aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes getragen. Zusätzlich beteiligt sich auch die Europäische Union mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für die Entwicklung der ländlichen Räume (ELER) daran.

Seit 1972 wird an der Westküste Sylts jährlich rund eine Million Kubikmeter Sand aufgespült. Dieser wird rund acht Kilometer vor Westerland aus bis zu 30 Metern Tiefe von Spezialschiffen, sogenannten Saugbaggern, entnommen. Die Schiffe fahren das Sand-Wasser-Gemisch in die Nähe der Küste und spülen es durch Rohre an den Strand. Dort wird es mit speziellen Raupen verteilt.

Die Gesamtkosten für die rund 60 Millionen Kubikmeter Sand seit dem Beginn vor rund 50 Jahren betrugen nach Angaben des Küstenschutzministeriums bis Ende 2023 rund 260 Millionen Euro.

© dpa
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