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Forscher suchen Alternativen für Schiffstreibstoff

Bis zur klimaneutralen Schifffahrt ist es ein langer Weg. Zentrale Schlüssel dazu sind die Energieträger und die Antriebstechnologie. Genau in diesem Bereich treibt MV die praxisnahe Forschung voran.
Netzlabor Öhringen
Der Hinweis Wasserstoff ist an einem Rohr in einem Verteilzentrum angebracht. © Bernd Weißbrod/dpa

Am Anwendungszentrum Wasserstoff in Warnemünde suchen Forscher nach Wegen, wie im Schiffsverkehr klimaschädliche Emissionen reduziert und Schiffe als Transportmittel nachhaltiger gemacht werden können. «Unser Ziel ist es, Technologien in die Praxis zu überführen», sagte Projektleiter Benjamin Illgen vom Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik am Montag. Das Zentrum wird am Mittwoch offiziell eröffnet.

Einer der Forschungsschwerpunkte ist es, der bestehenden Schiffsflotte technologische Lösungen anzubieten, um Antriebstechnologien und Tanksysteme umzurüsten. In Warnemünde steht das unter dem Titel «Retrofit». «Bei einem Schiff, das 20 Jahre im Dienst ist, muss man schauen, ob ein Retrofit noch lohnt. Wurde es erst vor fünf Jahren in Dienst gestellt, dann hat es noch 25 Jahre vor sich, und dann macht es sehr wohl Sinn.»

Ziel ist, die bestehende Motorentechnik so umzurüsten, dass sie mit erneuerbaren Treibstoffen funktioniert. Dabei kommen etwa Wasserstoff, Methanol und Ammoniak infrage. Derzeit seien auf den Weltmeeren Motoren im Einsatz, die mit Schweröl oder Diesel betrieben würden, so Illgen. Zum Teil seien sie auch schon LNG-fähig, wobei Flüssigerdgas (LNG) als Brückentechnologie zu betrachten sei. Vor allem bei Methanol sei der Anpassungsbedarf konventioneller Verbrennungsmotoren relativ überschaubar.

Das Anwendungszentrum Wasserstoff erstreckt sich auf insgesamt 0,7 Hektar Fläche, wovon 3600 Quadratmeter überdachte Hallenfläche sind. Es liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Neptunwerft, dem Marinearsenal sowie Neptun Smulders, wo künftig Konverterplattformen für die Offshore-Windkraftindustrie gebaut werden.

Besonderheit und Alleinstellungsmerkmal des Zentrums sei, dass Motoren beziehungsweise Energiewandler bis zehn Megawatt auf den Prüfständen untersucht werden können, wobei die beiden Prüfstände mit je 16 mal 10 Meter groß seien. Das Wirtschaftsministerium MV fördert den Ausbau des Zentrums mit knapp zehn Millionen Euro. Die Mittel sind für unter anderem für weitere Prüfstände, einen eigenen Forschungsmotor und eine Brennstoffzelle gedacht.

© dpa
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