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Propalästina-Demo an TU Berlin - Präsidentin sucht Dialog

Sie fordern einen sofortigen Waffenstillstand: An der Technischen Universität in Berlin haben propalästinensische Aktivisten am Dienstag demonstriert. Der Protest verlief weitgehend friedlich.
Propalästinensische Demonstration an TU Berlin
Propalästinensische Demonstranten halten auf den Campusgelände der Technischen Universität Berlin ein Transparent mit der Forderung nach einem Waffenstillstand. © Sven Kaeuler/dpa

Nach Protesten an mehreren Berliner Universitäten haben sich nun auch an der Technischen Universität (TU) Menschen für eine propalästinensische Kundgebung versammelt. Rund 130 Menschen nahmen laut Polizei an der Veranstaltung am Dienstag teil, die gegen 12.00 Uhr startete und kurz nach 14.00 Uhr endete. Viele der Teilnehmer, die sich zwischen der Mensa und dem Hauptgebäude trafen, trugen Palästinensertücher, auch Palästina-Flaggen waren zu sehen. Auf einem der Plakate wurde in Zusammenhang mit dem Krieg in Gaza zu einem Waffenstillstand aufgerufen.

Die Versammlung, die am Jahrestag der israelischen Unabhängigkeit stattfand, war unter dem Namen «Alle eyes on Rafah!» bei der Polizei angemeldet und vorher angekündigt worden. Rafah ist eine Stadt im Süden des Gazastreifens. In Berlin sprach ein Polizeisprecher von einer «ganz normalen Versammlungsbildlage» ohne besondere Vorkommnisse. Bei zwei Personen wurde den Angaben nach die Identität überprüft. Ein Plakat werde auf strafrechtlichen Inhalt überprüft.

Die TU-Präsidentin Geraldine Rauch brach spontan eine Dienstreise ab, um sich ein Bild von der Lage zu machen und mit Studierenden zu sprechen. «Uns ist bewusst, dass die Situation hier in Berlin gerade sehr angespannt ist und dass es eben nicht immer klar ist, wie solche Demonstrationen ausgehen», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Deswegen sei es ihr wichtig gewesen, persönlich vorbeizuschauen. Die Stimmung beschrieb sie als weitestgehend friedlich, einzelne Personen hätten sich aggressiv verhalten.

«Ich hoffe, oder das ist meine Prämisse, solange auf Dialog zu setzen, wie es irgendwie geht und dabei möglichst in Kontakt mit jüdischen Studierenden und palästinensischen Studierenden zu sein», sagte Rauch. Es sein ein «wirklich schwieriger Konflikt», in dem die Universität, wenn möglich, versuche zu vermitteln. «Aber natürlich ist meine klare Botschaft, dass wir Antisemitismus nicht dulden und für die jüdischen Studierenden da sein wollen, aber auch für die palästinensischen, die täglich Angehörige verlieren.»

Zuletzt hatte es auch an der Humboldt Universität und der Freien Universität propalästinensische Proteste gegeben. An der FU hatten Aktivisten einen Hof zeitweise besetzt. An der TU gab es am Dienstag nach Angaben einer Sprecherin keine Zelte.

© dpa
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