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Tesla-Chef Elon Musk besucht Fabrik nach Anschlag

Nach einem Anschlag auf die Stromversorgung des Elektroautobauers Tesla ist die Produktion wieder hochgefahren. Einem Bericht zufolge soll sich hochrangiger Besuch ankündigen.
Tesla-Chef Elon Musk
Tesla-Fabrik

Erstmals seit dem Anschlag auf die Stromversorgung kommt Tesla-Chef Elon Musk nach einem Bericht von «Table Media» zur Fabrik in Grünheide bei Berlin. Nach Informationen des Verlags besucht Musk das Werk am Mittwoch. «Table Media» berief sich auf Unternehmenskreise. Der Autobauer äußerte sich dazu am Dienstag nicht.

Nach einem tagelangen Stromausfall ist Tesla seit Montag wieder am Netz und fährt die Produktion allmählich hoch. Zugleich werden Rufe nach einem Ende des Protestcamps von Umweltaktivisten im nahen Wald lauter, wenn eine vorläufige Frist der Polizei am Freitag (15. März) ausläuft.

Teurer Stromausfall

Bis die Produktion in der einzigen europäischen Autofabrik von Tesla wieder wie vor dem Anschlag läuft, kann es noch einige Zeit dauern. «Wann wir die Fertigung vollumfänglich wieder aufnehmen können, können wir nicht sagen», hieß es aus dem Unternehmen. «Das ist sehr schwer vorhersehbar.» Obwohl der Strom wieder da sei, sei es nicht so wie bei einer Glühbirne, die nach dem Einschalten gleich wieder leuchte. Jede Steuerung eines Roboters müsse einzeln wieder gestartet werden, jede Anlage müsse auf einen möglichen Schaden geprüft werden. Werksleiter André Thierig hatte den Schaden vor einer Woche auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt.

Bisher unbekannte Täter hatten am Dienstag vergangener Woche auf einem Feld in Ostbrandenburg Feuer an einem frei zugänglichen Strommast gelegt, der auch die Versorgung der Autofabrik in Grünheide gewährleistet. Die linksextreme Vulkangruppe erklärte, sie sei für den Anschlag verantwortlich. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Tesla hatte zunächst damit gerechnet, dass die Produktion bis Ende dieser Woche stillsteht. Dem Versorger Edis zufolge erfolgte am Montagabend die entscheidende Schaltung.

Letzer Besuch von Musk im Vorjahr

Der letzte bekannte Besuch des Tesla-Chefs in der sogenannten Gigafactory Berlin-Brandenburg - etwa 30 Kilometer von Berlins Mitte entfernt - liegt einige Monate zurück: Nach der Eröffnung des einzigen Tesla-Werks in Europa vor etwa zwei Jahren besuchte Musk die Fabrik im November 2023 kurz. Das Werk wurde vor rund zwei Jahren eröffnet.

Unweit des Autowerks protestieren Umweltaktivisten auf Baumhäusern gegen Tesla und Elektromobilität. Mit der Besetzung seit Ende Februar will die Initiative «Tesla stoppen» eine Rodung des Waldstücks im Zuge einer Erweiterung des Tesla-Geländes verhindern. Die Initiative gab an, mit dem Anschlag nichts zu tun gehabt zu haben. Bei einer Bürgerbefragung in Grünheide - dem Standort der Fabrik - hatte eine Mehrheit die Erweiterungspläne von Tesla für einen Güterbahnhof und Logistikflächen abgelehnt.

Aktivisten bereiten sich auf Räumung vor

Die Aktivisten bereiten sich auf eine mögliche Räumung des Waldstücks vor, das dem Land Brandenburg gehört. Am Dienstag und Mittwoch fänden Workshops statt, die die Menschen im Camp darauf vorbereiteten, sagte eine Sprecherin der Initiative «Tesla stoppen» am Dienstag. Erfahrungen hätten gezeigt, dass Räumungen für die Beteiligten eine enorme psychische und physische Belastung darstellten. Ein Polizeisprecher sagte am Dienstag, es werde geprüft, wie mit dem Protestcamp umzugehen sei. Wann eine Entscheidung zu erwarten ist, sagte er nicht.

Brandenburgs SPD-Fraktionschef Daniel Keller forderte, den Protest zu beenden. «Es handelt sich eben nicht um eine Demonstration im öffentlichen Raum (...), sondern um eine Demonstration auf einer Fläche, die im Eigentum des Landes Brandenburg ist», sagte Keller am Dienstag. Die Erwartung an Innenminister Michael Stübgen (CDU) und Landwirtschaftsminister Axel Vogel (Grüne) sei relativ klar, nach Ablauf der Frist die Demonstration zu beenden.

Das Camp ist von der Polizei zunächst bis Freitag (15. März) genehmigt - mit Option auf Verlängerung. Nach dem Anschlag hieß es aus der Brandenburger Landesregierung, die Duldung werde neu bewertet. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) hatte am Montag im RBB mit Blick auf das Camp gesagt: «Ich würde es nicht länger dulden.»

© dpa
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