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Ikea will Preise senken und «Menschen in Geschäfte locken»

Nach Preiserhöhungen im Jahr 2022 senkt der Möbelhändler viele Preise wieder. Ikea-Chef Brodin spricht über die Gründe und sagt, worin sich deutsche Kunden von denen in anderen Ländern unterscheiden.
Jesper Brodin
Ikea-Chef Jesper Brodin spricht über Preissenkungen beim schwedischen Möbelhaus. © Oliver Berg/dpa

Ikea Deutschland hat weitere Preissenkungen für Teile seines Sortiments angekündigt. «Nach den Kostensteigerungen in den vergangenen Jahren erleben wir eine massive Deflation. Die Rohstoff-, Energie- und Transportpreise sinken. Wir wollen das an unsere Kunden weitergeben», sagte Ikea-Chef Jesper Brodin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die Preisreduzierungen dienten demnach auch dazu, «die Menschen in die Geschäfte zu locken».

Insgesamt 2000 Produkte sollen in diesem Jahr dauerhaft reduziert werden. Dem Unternehmen zufolge entspricht dies etwa 20 Prozent des gesamten Sortimentes, 80 Prozent sind nicht betroffen. Einzelne Artikel liegen laut Ikea künftig damit wieder auf oder unter dem Preisniveau vor der Pandemie und dem Ukraine-Krieg. Die Pläne für Reduzierungen kosten nach eigenen Angaben einen mittleren dreistelligen Millionenbereich.

Enormer Nachfragerückgang

Erst 2022 hatte Ikea die Preise weltweit deutlich angehoben, im Schnitt um neun Prozent. Pandemie, Wirtschaftskrise und Ukraine-Krieg hatten das Möbelgeschäft erschwert. «Wir konnten in allen Märkten sehen, dass die Leute weniger Geld im Portemonnaie hatten. Weltweit haben wir noch nie einen solchen Rückgang der Nachfrage erlebt», sagte Brodin. Nun normalisiere sich die Situation. Preisgünstigere Artikel seien jedoch nach wie vor besonders gefragt.

Der Möbelhandel war von der schlechten Konsumstimmung zuletzt besonders betroffen. Die Branche klagt über einen erheblichen Umsatzeinbruch. Der Verband der Deutschen Möbelindustrie rechnet für 2023 mit einem Umsatzminus von fünf bis sieben Prozent. Bei Ikea Deutschland liefen die Geschäfte zuletzt wieder deutlich besser. Für das Geschäftsjahr 2022/2023 vermeldete der Möbelhändler einen Rekordumsatz von 6,4 Milliarden Euro. Die Zahl der Besucher stieg um rund 11 Prozent auf 81,8 Millionen.

Brodin: Jeder Zweite plant Umzug

Dem Ikea-Chef zufolge hat das Unternehmen einen Vorteil. «Bei allen Veränderungen, die wir erleben, ist der Bedarf der Menschen genauso wie vor fünf oder zehn Jahren. Man bekommt sein erstes Kind, zieht in die erste Wohnung und benötigt die lebensnotwendigen Dinge», sagte Brodin. «Wir rechnen damit, dass mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland in den nächsten zwei Jahren umziehen und sich ein neues Zuhause schaffen wollen.»

Deutschland ist für den Konzern weltweit der größte Einzelmarkt. Ikea betreibt hier 54 Einrichtungshäuser mit knapp 19.500 Beschäftigten. Brodin zufolge kaufen Kunden in Deutschland nicht wesentlich anders ein als in anderen Ländern, einige Unterschiede sieht er aber, zum Beispiel bei Lebensmitteln. «In unseren deutschen Filialen kaufen 25 Prozent der Kunden pflanzliche Produkte, im weltweiten Durchschnitt sind es nur 12 bis 13», sagte Brodin. Dass die Menschen in Deutschland bei der Ernährung vorangingen, habe ihn überrascht. Das Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit sei hierzulande insgesamt wesentlich stärker ausgeprägt als in anderen Ländern.

Weltweit sind bei Ikea im Jahr 2024 laut Brodin praktische Dinge besonders gefragt, zum Beispiel rund um das Thema Lagerung. «Das liegt daran, dass das Leben zu Hause so in den Mittelpunkt gerückt ist. Außerdem besitzen wir so viele Sachen, deshalb ist der Bedarf an Stauraum unfassbar groß.» Die Abteilung mit Regalen, Boxen und anderen Aufbewahrungsgegenständen sei deshalb inzwischen einer der wichtigsten bei Ikea.

© dpa
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