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Boeing wagt nach Max-Problemen keine Prognose für 2024

Boeing steckt seit fast fünf Jahren in der schwersten Krise seiner Geschichte. 2023 brocken die Probleme Boeing ein Minus von mehr als 2,2 Milliarden Dollar ein.
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Boeing steckt seit fast fünf Jahren in der schwersten Krise seiner Geschichte. © Georg Wendt/dpa

Das Beinahe-Unglück einer Boeing 737 Max verschärft die Dauerkrise des zweitgrößten Flugzeugherstellers der Welt. Nach fünf Verlustjahren in Folge will sich Konzernchef Dave Calhoun derzeit gar nicht zu den Geschäftsaussichten äußern. «Wir werden uns einfach auf jedes nächste Flugzeug konzentrieren», betonte Calhoun bei der Vorlage von Quartalszahlen am Mittwoch.

Boeing darf die Produktion der 737-Max-Reihe auf Anordnung der US-Luftfahrtbehörde FAA vorerst nicht mehr ausweiten. Denn nach einem Beinahe-Unglück einer 737-9 Max Anfang Januar nehmen die Aufseher die Produktion der gesamten Modellreihe unter die Lupe. Eigentlich wollte das Management die Produktion der 737-Max-Jets bis spätestens 2026 auf monatlich 50 Maschinen hochfahren. Jetzt bleibt es bei 38 Jets pro Monat.

Die FAA griff durch, nachdem sich bei der Boeing 737-9 Max von Alaska Airlines mitten im Flug ein Rumpfteil gelöst hatte. Zunächst mussten alle Flugzeuge der betroffenen Variante am Boden bleiben und untersucht werden. Dann leiteten die Aufseher Ermittlungen gegen den Hersteller ein. Zudem untersucht die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB derzeit den Zwischenfall. 

Calhoun: Der Verantwortung stellen

Noch offen ist, ob die vorgesehenen Befestigungsbolzen des Bauteils überhaupt montiert waren oder sich lösten - und ob der Fehler bei Boeing oder einem Zulieferer passierte. Calhoun bekräftigte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass Boeing sich unabhängig vom Ausgang der Untersuchung der letztlichen Verantwortung stelle: «Wir haben das Problem verursacht - und wir verstehen das.»

2023 brockten die Probleme beim Mittelstreckenjet 737 Max und anderen Modellen Boeing einen Verlust von mehr als 2,2 Milliarden Dollar (gut 2 Mrd Euro) ein. Im Vorjahr war das Minus mehr als doppelt so hoch. 

Zwar lieferte Boeing im vergangenen Jahr 528 Passagier- und Frachtjets aus und damit zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg sogar um 17 Prozent auf 77,8 Milliarden Dollar. Doch die Produktionsmängel und Nacharbeiten an Mittelstreckenjets aus der 737-Max-Reihe und an Langstreckenmaschinen vom Typ 787 «Dreamliner» zogen das Ergebnis ebenso ins Minus wie hohe Mehrkosten für das künftige US-Präsidentenflugzeug Air Force One, die Tankjets für die US-Luftwaffe, ein Schulungsflugzeug und eine Tarnkappendrohne.

Dadurch schrieb Boeing nicht nur im Geschäft mit Passagier- und Frachtjets rote Zahlen. Der operative Verlust der Rüstungs- und Raumfahrtsparte fiel mit knapp 1,8 Milliarden Dollar sogar noch höher aus. Einzig das Servicegeschäft steuerte einen Milliardengewinn bei.

Boeing steckt seit fast fünf Jahren in der schwersten Krise seiner Geschichte. Damals waren binnen weniger Monate zwei Mittelstreckenjets vom Typ 737 Max abgestürzt - 346 Menschen starben. Im März 2019 verhängten Luftfahrtbehörden deshalb Startverbote. Erst nach technischen Verbesserungen wurden die Jets wieder zugelassen.

© dpa
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