Bei „Eden“ handelt es sich um den neuesten Film von Hollywood-Koryphäe Ron Howard, den Du vielleicht als Regisseur von Klassikern wie „Apollo 13“ (1995), „A Beautiful Mind“ (2001) und „Solo: A Star Wars Saga“ (2018) kennst.
Die Handlung von „Eden“ dreht sich um Dr. Friedrich Ritter (Jude Law), der gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Dore Strauch (Vanessa Kirby) zurückgezogen auf der paradiesischen Insel Floreana lebt, eine der Galápagos-Inseln. Als auch das Ehepaar Margaret (Sydney Sweeney) und Heinz Wittmer (Daniel Brühl) auf der Insel leben möchte und die vermeintlich Adelige Eloise Bosquet de Wagner Wehrhorn (Ana de Armas) ein Hotel auf dem Eiland errichten will, werden die Dinge kompliziert. Ähnlich hat es sich im Jahr 1934 tatsächlich zugetragen, wie die wahre Geschichte von „Eden“ zeigt.
Was ist die wahre Geschichte hinter dem Film Eden?
Deutschland in den 20er-Jahren: Der Erste Weltkrieg ist gerade vorbei, doch von gesellschaftlicher Ordnung kann keine Rede sein. Die wirtschaftliche Lage ist schlecht; die Zivilisation wirkt brüchig. Diese und noch andere Umstände werden 1939 schließlich zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führen. Doch wie es im Film „Eden“ gezeigt wird, flüchten schon vorher einige Deutsche aus ihrer Heimat, um der misslichen Situation zu entkommen.
So auch Dr. Friedrich Adolf Ritter, der im September 1929 mit seiner Lebensgefährtin Dore Strauch nach Floreana reist, um sich dort dauerhaft niederzulassen. Um Entzündungen auf der Insel in Ecuador vorzubeugen, lässt sich Ritter vor der Abreise sämtliche Zähne ziehen. Seine Partnerin Dore behält ihre zunächst noch, doch auf Floreana müssen auch ihr die Zähne entfernt werden – mit Gartengeräten. Zum Essen teilt sich das Paar ein Gebiss aus Metall. Auf Floreana angekommen, schickt Ritter Briefe an eine Zeitung in der Heimat – und zieht damit weitere Siedler:innen an.
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Von Köln nach Floreana: Die Wittmers kommen
Die meisten der deutschen Zugezogenen halten es auf Floreana nicht lange aus. Zu unterschiedlich ist das Leben im Vergleich zu Deutschland. Doch das aus Köln stammende Ehepaar Heinz und Margret Wittmer siedelt im August 1932 dauerhaft auf die Insel um, gemeinsam mit Heinz’ damals zwölfjährigen Sohn Harry.
Weltkriegsveteran Heinz Wittmer hatte im Kölner Rathaus für Konrad Adenauer gearbeitet, damals noch der Oberbürgermeister von Köln, bevor er von 1949 bis 1963 der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland wurde. Nun möchte Wittmer mit seiner Familie ein neues Leben anfangen, fernab der Großen Depression. Auf Floreana bekommt das Paar schließlich auch ein gemeinsames Kind, den kleinen Rolf. Er ist der erste Mensch, der auf der Insel das Licht der Welt erblickt.

Jude Law als Dr. Friedrich Ritter (links) und Vanessa Kirby als Dore Strauch (rechts). — Bild: Leonine
Ungefragter Besuch: Friedrich, die Wittmers und Eloise Wagner
Dass er mit seiner Lebensgefährtin Dore nun nicht mehr allein auf Floreana lebt, findet Dr. Friedrich Ritter zu Beginn alles andere als angenehm, doch er und die Wittmers können sich miteinander arrangieren. Anders gestaltet sich die Situation, als auch Eloise Wagner von Wehrborn Bosquet mit ihren beiden deutschen Liebhabern Rudolf Lorenz und Robert Phillipson auf der Insel ankommt. Je nach Quelle werden anstelle Eloise auch Antonia oder Elvira als Vornamen angegeben. Der Film „Eden“ entscheidet sich beispielweise für Eloise.
Vermutlich eine Hochstaplerin, gibt sie sich als österreichische Baronin aus und möchte Floreana zu einem tropischen Paradies für die Reichen und Schönen umgestalten. Zu diesem Zweck plant sie unter anderem das Luxushotel „Hacienda Paradiso“ zu errichten. Außerdem stiehlt sie die Lebensmittel der anderen Inselbewohner:innen, fängt deren Post ab und ernennt sich zur „Kaiserin von Floreana“. Das Resultat ihres egoistischen Handelns: schwere Auseinandersetzungen.
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Die Familie Wittmer bei Ankunft in Floreana im Film „Eden”. — Bild: Leonine
Krieg auf Floreana: Wem gehört die Insel?
Durch die neuen, beengten Verhältnisse auf Floreana kommt es nach der Ankunft von Eloise Wagner zu heftigen Kämpfen – diesen Part der wahren Geschichte siehst Du auch im Film „Eden“. Es ereignen sich einige mysteriöse Todesfälle. Eloise selbst verschwindet spurlos, ebenso wie ihr Liebhaber Robert Phillipson. Auch Rudolf Lorenz wird tot auf einer anderen Insel gefunden.
Dr. Ritter stirbt am 21. November 1934 an den Folgen einer Lebensmittelvergiftung – verursacht durch verdorbenes Hühnchen, das seine Partnerin Dore ihm vorsetzte. Ob es sich dabei um Absicht oder ein Versehen handelte, bleibt ungeklärt. Jedenfalls soll Ritter sie misshandelt haben, ein Motiv wäre also vorhanden. Im Dezember 1934 zieht Dore Strauch wieder zurück nach Deutschland, nachdem Vertreter der ecuadorianischen Behörden sie wegen der Todesfälle auf der Insel verhört haben.
Floreana im Fokus: Die Presse berichtet reichlich über die Todesfälle
Da Dr. Friedrich Ritter einige Briefe an deutsche Tageszeitungen verschickt hatte, die daraufhin abgedruckt wurden, genießt er in seiner deutschen Heimat einen gewissen Bekanntheitsgrad. Das wiederum führt dazu, dass die Ereignisse auf Floreana keinesfalls unbemerkt bleiben, sondern großes mediales Interesse auf sich ziehen.
Um das Ausmaß zu verdeutlichen: Sogar US-Präsident Franklin D. Roosevelt reist nach Floreana, um sich einen Überblick zu verschaffen. Für die Journalist:innen ist die Informationslage damals allerdings trotzdem so dünn, dass sie die Geschichten um Dr. Ritter und die Wittmers kreativ erweitern und persönliche Interpretationen rund um die Todesfälle veröffentlichen. Einen guten Nährboden hierfür liefert ihnen das Gerücht, dass jede:r, der Floreana mit bösen Absichten betritt, von den dort einheimischen Galápagos-Schildkröten verflucht wird.
Eine mysteriöse Geschichte mit mysteriösem Ende
Wie genau sich die wahren Ereignisse auf Floreana zutragen haben, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Denn die wenigen damaligen Bewohner:innen der Insel, die wirklich wissen müssten, was passiert ist, erzählen die Geschichte unterschiedlich. Klar ist, dass das mysteriöse Verschwinden gleich mehrerer Menschen wohl kein Zufall sein kann. Das geht auch aus der Handlung des Films „Eden“ hervor, in der angedeutet wird, dass sich die Bewohner:innen von Floreana nach ihren Streitigkeiten gegenseitig töten.
Auch eine zufällige Vergiftung Ritters durch verdorbenes Hähnchenfleisch wirkt unwahrscheinlich, zumal er Vegetarier war. Vermutlich hat die Eskalation des Streits unter den Inselbewohner:innen einige Leben eingefordert.

Die Familie Wittmer im Film „Eden”. — Bild: Leonine
Doch was passierte nach dem Inseldrama?
Die Wittmers bleiben auch nach den Morden im Jahr 1934 auf Floreana und profitieren Jahre später vom touristischen Boom auf der Insel. Einige Nachfahren der Familie leben bis heute dort und betreiben ironischerweise ein Hotel.
Im Historien-Drama „Eden“ bekommst Du einige Hollywood-Größen zu sehen. Diese Artikel zu den Darsteller:innen könnten Dich interessieren:
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