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Cyrano in der featured-Filmkritik: Peter Dinklage als singender Ghostwriter

Cyrano in der featured-Filmkritik: Peter Dinklage als singender Ghostwriter
Cyrano in der featured-Filmkritik: Peter Dinklage als singender Ghostwriter © 2021 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc. All Rights Reserved.

Peter Dinklage als unglücklich verliebter Offizier in einer Geschichte, die bereits häufig für die Leinwand adaptiert wurde: Die von Cyrano de Bergerac. Nun hat sich Regisseur Joe Wright „Cyrano“ angenommen und bringt ein neues Element ein: Musik. Ob er damit den richtigen Ton trifft?

Cyrano de Bergerac (Peter Dinklage) ist klug, wortgewandt und macht auch als Gardeoffizier eine gute Figur. Nur seine Kleinwüchsigkeit steht ihm bei der Eroberung von Roxanne (Haley Bennett) seiner Meinung nach im Weg. Schwer verliebt möchte Cyrano endlich seiner Angebeteten die Liebe gestehen. Damit kommt er zu spät, denn Roxanne hat sich in den Kadetten Christian (Kevin Harrison Jr.) verliebt, der in Cyranos Garde dient. Christian ist zwar gut im Umgang mit dem Schwert, die richtigen Worte zu finden, fällt ihm hingegen schwer. So hilft ihm Cyrano dabei, Liebesbriefe an Roxanne zu schreiben. Sie glaubt, die Briefe seien von ihrem Geliebten. In Wahrheit verarbeitet aber Cyrano seine Liebe zu ihr in den poetischen Schmachtfetzen. Das gefällt zwar Roxanne, nicht aber dem Grafen de Guiche (Ben Mendelsohn), der ebenfalls ein Auge auf sie geworfen hat. Zu seinem Missfallen beobachtet er jedoch, dass Roxanne nicht ihn, sondern Christian liebt. Daraufhin schickt er diese samt Cyrano und seiner kompletten Garde in den Krieg. Das stoppt allerdings nicht die Briefe an Roxanne. Doch durch den Krieg ist die Zukunft aller ungewiss.

Cyrano: Am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig

Das Versdrama von Edmond Rostand wurde schon häufig verfilmt, zuletzt 2018 in der deutschen Interpretation „Das schönste Mädchen der Welt“. Allerdings wurde noch nie in einer Leinwandversion gesungen. Das ändert sich jetzt mit der Version von Drehbuchautorin Erica Schmidt. Sie schrieb bereits 2018 das Drehbuch für das Musical, in welchem ihr Mann, Peter Dinklage, die Hauptrolle übernommen hat. Nach dem ersten Song haben wir ein wenig gestutzt, ob sich die musikalischen Intermezzi gut in die Story einfügen. Jedoch wurden wir im weiteren Verlauf positiv überrascht. In den meisten Musicalfilmen dienen Songs vor allem der Dramatik und Wiederholung von Emotionen und Plot. In Cyrano sind sie aber perfekt in die Handlung eingewebt und bringen die Geschichte weiter, ohne mit dem Ohrwurm-Vorschlaghammer zu agieren. Selten haben wir das so harmonisch erlebt.

Ein toller Cast mit erstaunlich guten Singstimmen

Falls Du „Game of Thrones” gesehen hast, so kennst Du Peter Dinklage bereits in Lederkluft und mit Schwert bewaffnet. Neu ist nun aber, dass der Schauspieler auch singt – und das gar nicht mal schlecht. Sein dunkles Timbre in der Stimme ist angenehm und die Songs der Band „The National“, die extra für den Film geschrieben wurden, passen perfekt. Mal poetischer Sprechgesang, mal gefühlvolle Ballade, die Musik fügt sich gut in den Verlauf des Films ein. Auch Haley Bennett und Kevin Harrison Jr. machen als Sänger:innen eine ebenso gute Figur wie als Schauspieler:innen. Ausdrucksstark und mit viel Hingabe interpretieren sie ihre Charaktere, bleiben aber hinter Peter Dinklage zurück, der in der Rolle von Cyrano zeigt, wie Zwiespalt aussehen kann. Der Wechsel von charmanter Arroganz zu Verunsicherung über seine Gefühle ist toll anzusehen und allein für Dinklages Leistung lohnt sich der Streifen bereits.

Überraschend viel Tiefgang

Natürlich stehen die Emotionen und großen Gefühle zwischen Cyrano, Roxanne und Christian im Mittelpunkt des Films. Doch auch die Action kommt nicht zu kurz. Das wird sichtbar, wenn sich Cyrano gegen die Schergen des Grafen durchsetzen muss, die ihm der Monarch auf den Hals gehetzt hat. Interessant dabei ist der Wendepunkt in der Geschichte, als Cyrano und Christian in den Krieg ziehen müssen. Der Film wird düsterer und von der Romantik zu Beginn des Films ist nur noch wenig spürbar. Der Fokus verschiebt sich – auch in der Musik. Das eigentliche Highlight ist nämlich keine schnulzige Liebesballade, sondern ein eindringlicher Song, der von den letzten Stunden vor einem Gefecht erzählt. Soldaten schreiben Briefe an ihre Liebsten und besingen ihr Schicksal. Spätestens hier ist Cyrano keine reine Kostümromanze mehr, sondern erhält Tiefgang, den wir selten in Musicalfilmen gesehen haben.

Unser Fazit zu Cyrano

Cyrano vereint Liebesschnulze mit einer ordentlichen Portion Action und Tiefsinn. Die Songs fügen sich perfekt in die Geschehnisse der Story ein und selbst wenn Du kein Freund von Musicalfilmen bist, so könntest Du an der Adaption der berühmten Romanze Gefallen finden. Das liegt vor allem an dem brillanten Cast, allen voran Peter Dinklage und der soliden Story, die das Element Kitsch weitgehend umgeht.

Cyrano

Genre: Drama
Bundesstart: 3. März 2022
Laufzeit: 116 Minuten
FSK: ab 12 Jahren freigegeben
Regie: Joe Wright
Drehbuch: Erica Schmidt, Edmond Rostand

Verfilmungen berühmter Bücher findest Du sehenswert? Verrate uns in den Kommentaren, welche Adaption Dir besonders gut gefällt.

Dieser Artikel Cyrano in der featured-Filmkritik: Peter Dinklage als singender Ghostwriter kommt von Featured!

© Vodafone GmbH ⁄ Sarah Schomann
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