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BASF will weitere Milliarde sparen - neuer Jobabbau

Der scheidende Vorstandschef Martin Brudermüller hinterlässt seinem Nachfolger ein schweres Erbe. Der Chemieriese kämpft mit viel Gegenwind - und greift zu verschärften Einschnitten.
Eine BASF-Anlage in Ludwigshafen
Ein Turm mit der Aufschrift «BASF» steht neben Schornsteinen auf dem Werksgelände des Chemiekonzerns BASF. © Uwe Anspach/dpa

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF reagiert mit einem weiteren milliardenschweren Sparprogramm und erneutem Stellenabbau im Stammwerk Ludwigshafen auf sein schwächelndes Geschäft. Am Sitz des Dax-Konzerns sollen bis Ende 2026 zusätzlich jährlich Kosten von einer Milliarde Euro eingespart werden, kündigte Vorstandschef Martin Brudermüller am Freitag in Ludwigshafen an.

«Die Situation ist ernst, daher schließen wir explizit keine Maßnahmen aus», sagte der scheidende Konzernchef. «Mit dem weiteren Programm wird leider auch ein zusätzlicher Stellenabbau verbunden sein.» Einsparungen soll es sowohl in der Produktion als auch in den Bereichen außerhalb geben. Die Fixkosten sollen durch Effizienzsteigerungen gesenkt und die Produktionskapazitäten dem Markt angepasst werden. Zur Höhe der geplanten Stellenkürzungen gab es zunächst keine Angaben. Details würden derzeit erarbeitet und Arbeitnehmervertreter in den weiteren Prozess eng einbezogen, hieß es.

Der Vorstand werde sich weiter stark für den Standort Ludwigshafen engagieren, versicherte Brudermüller. Das Management und sein Nachfolger Markus Kamieth, der nach der BASF-Hauptversammlung Ende April das Ruder übernimmt, würden aber das Zielbild und die längerfristige Positionierung des Stammwerks aktualisieren. Dabei gehe es um ehrgeizige Profitabilitätsziele setzen. Details dazu soll es zweiten Jahreshälfte geben.

Auch für das laufende Jahr rechnet der BASF-Vorstand mit keiner deutlichen Besserung. Die Schwäche der Weltwirtschaft aus dem vergangenen Jahr dürfte sich 2024 fortsetzen, teilte der Konzern weiter mit. Das Wachstum werde sich voraussichtlich erst im Jahresverlauf etwas verstärken. In Europa bremsten weiter die vergleichsweise hohen Energiepreise und ungünstige Rahmenbedingungen die wirtschaftliche Entwicklung.

BASF peilt für dieses Jahr ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie Sondereinflüssen zwischen 8,0 und 8,6 Milliarden Euro an. 2023 ging der bereinigte Betriebsgewinn um fast 29 Prozent auf knapp 7,7 Milliarden Euro zurück.

Bereits 2022 hatte die BASF-Führung wegen verschlechterter Geschäfte und schwierigerer Rahmenbedingungen in Europa ein Sparprogramm angekündigt. Damit sollen die jährlichen Kosten bis Ende 2026 um insgesamt 1,1 Milliarden Euro gesenkt werden. Zu den Maßnahmen zählen der Abbau von rund 3300 Jobs weltweit, davon 700 Stellen in der Produktion in Ludwigshafen, sowie die Stilllegung mehrerer energieintensiver Chemieanlagen etwa für Ammoniak, wie BASF vor einem Jahr konkretisiert hatte. Von den knapp 112.000 Mitarbeitern waren zuletzt in Ludwigshafen 38.710 beschäftigt, davon zwei Drittel in der Produktion. BASF als größter industrieller Gasverbraucher in Deutschland leidet wie viele Chemieunternehmen unter den relativ hohen Energiepreisen hierzulande.

Der Konzern hatte bereits vorab mitgeteilt, dass Umsatz und Gewinn 2023 deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben sind. Das Management macht dafür vor allem eine schwache Nachfrage und die gestiegenen Energiekosten verantwortlich. Die Erlöse lagen im vergangenen Jahr bei 68,9 Milliarden Euro, gut ein Fünftel weniger als im Vorjahr, und der Gewinn unterm Strich bei 225 Millionen Euro. Schon 2022 musste BASF wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine milliardenschwere Abschreibungen auf Öl- und Gasgeschäfte der Tochter Wintershall Dea vornehmen.

© dpa
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