Kongress in Oldenburg: Man spricht Esperanto

03.06.2022 Eine Sprache ohne Land - und doch wird sie schätzungsweise von Millionen Menschen gesprochen: Esperanto. In Oldenburg ist sie am Wochenende zu hören in Wort und Gesang. Bei dem Kongress geht es auch um «Daŭripovo» - um Nachhaltigkeit.

Ein Deutsch/Esperanto Wörterbuch liegt in einer WG-Küche. © Inga Kjer/dpa/Illustration

Mit Esperanto könne man sicher kein Geld verdienen. «Aber man findet Freunde, die alle an internationalen Kontakten interessiert sind», weiß Ulrich Brandenburg. Er ist Vorsitzender des Deutschen Esperanto-Bundes (DEB), der gemeinsam mit «Esperanto Nederland» an diesem Wochenende in Oldenburg den 99. Deutschen Esperanto-Kongress ausrichtet, zu dem rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehreren Ländern erwartet werden. Der deutsche Ex-Botschafter in Russland und Portugal spricht die Sprache seit vielen Jahren und hat nun auch die Bremer Stadtmusikanten übersetzt.

Ein Vorteil der geplanten und erschaffenen Kunstsprache ist ihre leichte Erlernbarkeit. «Man investiert vielleicht ein Viertel oder ein Fünftel der Zeit, die man zum Beispiel für das Englische einsetzen müsste», so Brandenburg. Esperanto sei logisch aufgebaut, verfüge über ein intelligentes Wortbildungssystem, verzichte auf Redundanzen, und kenne auch keine Ausnahmen von der Regel. Jährlich gebe es rund 100 Bücherneuerscheinungen im originalen Esperanto, hinzu kämen Übersetzungen.

Esperanto ist eine künstlich geschaffene Sprache, die Ende des 19. Jahrhunderts veröffentlicht wurde. Der Erfinder Ludwik Lejzer Zamenhof, ein Augenarzt aus Polen, wollte damit unter anderem zur Völkerverständigung beitragen und veröffentlichte 1887 unter dem Pseudonym «Dr. Esperanto» in Warschau das erste Lehrbuch. Die DEB schätzt, dass Millionen Menschen weltweit die Sprache sprechen, die unter den Nazis in Deutschland und auch unter Stalin in der Sowjetunion verboten war.

Schon wegen ihres internationalen Ansatzes ist die Sprache totalitären Regimen suspekt. Der Grundsatz des Esperanto sei, dass jede Kultur und jede Sprache gleichwertig sei und Esperanto als einfach zu erlernende Sprache zur Verständigung untereinander genutzt werde, erläutert Brandenburg. Das passe auch zum Kongressthema Nachhaltigkeit. Die Esperantisten erwartet in Oldenburg aber auch Kultur und Gesang in «ihrer» Sprache.

© dpa

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