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Umstrittene Superliga mit Klage erfolgreich

Das umstrittene Projekt einer Superliga ist nach der Ankündigung 2021 erst mal krachend gescheitert. Hauptbetreiber Florentino Pérez, der mächtige Boss von Real Madrid, gibt aber nicht auf.
Florentino Pérez
Superliga-Hauptbetreiber Florentino Pérez gibt seine Pläne nicht auf. © Manu Fernandez/AP/dpa

Die Initiatoren der umstrittenen Fußball-Superliga haben einen juristischen Etappenerfolg erzielt. Ein Handelsgericht in Spanien gab einer Klage des für den geplanten Wettbewerb zuständigen Unternehmens European Super League Company SL (ESLC) gegen mögliche Sanktionen durch die internationalen Verbände FIFA und UEFA teilweise statt.

Die zuständige Richterin am Madrider Handelsgericht Nr. 17, Sofía Gil Garcia, teilte am Montag in ihrem Urteil mit, der Weltverband FIFA und die Europäische Union UEFA hätten ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht und den freien Wettbewerb auf dem Markt verhindert.

Die Richterin ordnete die Einstellung des «wettbewerbswidrigen Verhaltens» an. Die Verbände hätten «ungerechtfertigte und unverhältnismäßige Beschränkungen» auferlegt, die gegen zwei Artikel «des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) verstoßen». Das Urteil ist aber nicht rechtskräftig und kann in Madrid angefochten werden.

Sportprojektentwickler A22 begrüßt das Urteil

Der europäische Fußball-Verband UEFA fühlt sich trotz der Entscheidung der Richterin weitgehend in seiner Haltung bestätigt. Das Gericht habe weder grünes Licht für Projekte gegeben wie die Super League noch hat es diese genehmigt, hieß es in einer Stellungnahme. 

Die Richterin habe sogar erklärt, dass das Projekt der Super League längst aufgegeben wurde und von ihr nicht zu erwarten sei, dass sie über abstrakte Projekte entscheide. «Kurz gesagt, das Urteil gibt Dritten nicht das Recht, ohne Genehmigung Wettbewerbe zu entwickeln, und betrifft kein zukünftiges Projekt oder gar eine geänderte Version eines bestehenden Projekts», schrieb die UEFA.

Der Sportprojektentwickler A22, der die Pläne für eine Super League vorantreibt, begrüßte das Madrider Urteil. Es sei ein wichtiger Schritt hin zu einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Clubfußball-Landschaft in Europa, hieß es in einer Stellungnahme. «Die UEFA-Statuten und die aggressiven Maßnahmen zum Schutz ihres Monopols haben über Jahrzehnte hinweg Innovationen erstickt», erklärte A22-Chef Bernd Reichart, «die Ära des Monopols ist nun endgültig vorbei.» Man freue sich darauf, den Dialog mit Vereinen jeder Größe fortzusetzen, um den Club-Fußball auf internationaler Ebene zu verbessern und ihn für Fans jeder Altersgruppe zugänglicher und attraktiver zu machen.

Gil Garcia musste eine Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Dezember berücksichtigen. Die EU-Richter hatten den internationalen Verbänden damals bereits Missbrauch der Marktmacht vorgeworfen. Ein Konkurrenzprodukt zur Champions League müsse laut EU-Recht grundsätzlich möglich sein, hieß es. Das bedeute aber nicht automatisch, dass die Super League genehmigt werden müsse, sagten die europäischen Richter.

Auch Tebas äußert sich

Darauf verwies in seiner ersten Reaktion der Chef der spanischen Profi-Liga Javier Tebas hin, der sich gegen das vor allem vom Präsidenten des spanischen Topclubs Real Madrid, dem mächtigen Unternehmer Florentino Pérez, vorangetriebene Projekt stellt. «Es ist wichtig, klarzustellen, dass die Richterin (in Anlehnung an den EuGH) von der FIFA und der UEFA verlangt, dass die Regeln für neue Wettbewerbe transparent gestaltet und garantiert werden, damit segnet sie aber die Superliga nicht ab», schrieb Tebas auf X. 

Nach dem Urteil bleibt es fraglich, ob und wann das Projekt der European Superleague Company verwirklicht werden kann. 2021 hatten zwölf europäische Topclubs die große Revolution geprobt. Sie gründeten praktisch aus dem Nichts die Super League - und scheiterten krachend. UEFA und FIFA drohten mit Strafen. Der Aufschrei von Ligen, Fans und Politik war so groß, dass die meisten Vereine schnell einen Rückzieher machten. Außer Real und der FC Barcelona unterstützt derzeit niemand offensiv das Vorhaben.

© dpa
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