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Vierter WM-Gürtel: Rupprecht unumstrittene Box-Königin

Tina Rupprecht schreibt im WM-Vereinigungskampf gegen eine Japanerin deutsche Box-Geschichte. Sie vereint nun die Titel der vier wichtigsten Verbände - das haben selbst die Größten nicht geschafft.
Boxen: SES-Box-Gala
Boxen: SES-Box-Gala
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Nicht einmal der ohrenbetäubende Feueralarm eine Stunde nach Mitternacht konnte Tina Rupprecht die Laune verhageln. Als die Pressekonferenz nach dem packenden WM-Vereinigungskampf wegen des nervtötenden Pieptons für zehn Minuten unterbrochen werden musste, nippte die Boxerin an einem Bier und blickte glückselig auf die vier WM-Gürtel, die vor ihr auf dem Tisch ausgebreitet lagen. 

Durch ihren historischen Punktsieg in Potsdam gegen die bis dahin ungeschlagene Sumire Yamanaka hatte Rupprecht auch noch den fehlenden IBF-Titel geholt und sich zum «Undisputed Champion» im Atomgewicht gekrönt. Also zur unumstrittenen Weltmeisterin - ein Ritterschlag in der Szene. Die 32-Jährige hält nun alle vier WM-Gürtel der wichtigsten Verbände WBO, WBA, WBC und IBF. Das war vor ihr keiner Boxerin und keinem Boxer aus Deutschland gelungen. Weder Max Schmeling noch Henry Maske noch Regina Halmich.

«Ich bin ehrlich gesagt überwältigt, ich kann es noch gar nicht realisieren», sagte die Augsburgerin im ersten Interview noch im Ring: «Ich glaube, wir haben wirklich Werbung für das Frauenboxen gemacht und die Leute begeistert.»

Auch Halmich schwärmt 

In der Tat war der Titel-Vereinigungskampf in der kleinsten Frauen-Gewichtsklasse bis 46,3 Kilogramm ein großes Spektakel. Vor 2.500 Zuschauern in der ausverkauften MBS Arena lieferten sich beide Boxerinnen einen hochklassigen und ausgeglichenen Schlagabtausch.

Die nur 1,53 Meter große «Tiny Tina» war flink auf den Beinen und deutlich aktiver, ihre japanische Gegnerin brachte dafür einige Konterschläge ins Ziel. Am Ende lag Rupprecht bei zwei Punktrichtern auf dem Zettel vorne, ein dritter wertete das Duell unentschieden.

«Es war Weltklasse», meinte Promoter Ulf Steinforth vom Veranstalter SES Boxing: «Wir sind stolz wie Bolle». Steinforth sieht in Rupprecht «die neue Königin von Deutschland in Sachen Boxen». Das war früher Regina Halmich, die nun Rupprechts größten Kampf live im TV kommentierte und dabei schwärmte: «Boxen ist einfach Leidenschaft, und das hat man heute bei Tina gesehen.»

Das Lob der Ex-Weltmeisterin freute Rupprecht besonders, denn «sie ist die große Ikone des Frauenboxens». Diese Rolle soll und will sie nun übernehmen. Doch vorher geht es in die Schule, Rupprecht arbeitet als Teilzeit-Sportlehrerin an der Realschule Zusmarshausen. 

Erst Schule, dann Urlaub

«Am Mittwoch ist Unterricht», sagte Rupprecht. Dann wird sie ausführlich von ihrer sportlichen Großtat berichten müssen. «Vor allem die Kleinen sind immer echt süß, sie kommen und sagen: Ich habe Sie in der Zeitung oder im Fernsehen gesehen», sagte Rupprecht der Deutschen Presse-Agentur. Die vielen WM-Gürtel wolle sie aber lieber nicht mit in die Schule bringen: «Ein bisschen schwer, viel zu tragen.»

Denn Rupprecht ist auch noch im Besitz des vom angesehenen Fachmagazin «The Ring» vergebenen Gürtels. Diese besondere Auszeichnung der amerikanischen «Box-Bibel» hatte vor ihr nur ein Deutscher bekommen: Max Schmeling vor fast 100 Jahren.

Am kommenden Sonntag belohnt sich Rupprecht mit einem Urlaub in Japan für die Mühen und Entbehrungen der vergangenen Monate. Dort trifft sie dann ihre vorletzte Gegnerin Eri Matsuda «auf einen Kaffee», wie Rupprecht verriet. Gegen Matsuda hatte sie sich im vergangenen Herbst zur Dreifach-Weltmeisterin gekürt - jetzt setzte sie mit ihrem 15. Sieg im 17. Kampf noch einen drauf.

Was kommt nach dem Höhepunkt?

Nüchtern betrachtet hat Tina Rupprecht mit dem Aufstieg zum «Undisputed Champion» alles erreicht, was man im Profiboxen erreichen kann. Doch ans Aufhören denkt die 32-Jährige noch lange nicht. «Motivationsprobleme hatte ich noch nie», sagte sie: «Jetzt erst mal genießen, runterkommen - und dann machen wir neue Pläne.»

© dpa ⁄ Jörg Soldwisch, dpa
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