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Deutsche Domäne: Drei Bundesligisten wollen Europacupsieg

In den vergangenen 20 Jahren kamen nur zwei Sieger der Handball-European-League nicht aus Deutschland. Am Wochenende wollen drei Teams diesen Trend weiterführen.
Mathias Gidsel
Füchse-Spieler Mathias Gidsel will mit Berlin wieder die European League gewinnen. © Jan Woitas/dpa

Die European League der Handballer kann getrost als deutsche Domäne bezeichnet werden. In den vergangenen 20 Jahren schafften es nur zwei Nicht-Bundesligaclubs, sich in die Siegerliste des zweitwichtigsten Europapokals einzutragen. Am Wochenende wird in Hamburg wieder das Final Four gespielt, Titelverteidiger Füchse Berlin, die SG Flensburg-Handewitt und die Rhein-Neckar Löwen wollen die beeindruckende Bilanz ausbauen.

Das «Ding» soll wieder nach Berlin

Für jeden der gleich drei Bundesligisten sind die Tage von Hamburg die letzte Gelegenheit, die Saison mit einem Titelgewinn abzuschließen. Zwar hat der Tabellenzweite für die kommende Saison bereits einen Platz in der Champions League sicher, «doch das ist nichts, was man wirklich in den Händen halten kann», sagte Füchse-Trainer Jaron Siewert. Der Respekt vor den drei anderen Teams sei groß, aber die Hauptstädter wollen «das Ding» wieder mit nach Berlin nehmen. «Das ist unser Selbstverständnis als Titelverteidiger», sagte der 30-Jährige.

Bukarest komplettiert das Teilnehmerfeld

Komplettiert wird das Teilnehmerfeld durch den rumänischen Meister Dinamo Bukarest, der am Samstag (15.00 Uhr) im ersten Semifinale auf Flensburg trifft. Im Anschluss (18.00 Uhr) ermitteln die Berliner und die Löwen den zweiten Endspielteilnehmer. Zu den gleichen Zeiten finden am Sonntag das Spiel um Platz drei und das Finale statt. Alle Spiele werden bei den Streamingdiensten Dyn und DAZN übertragen.

Der Liga-Dritte aus Flensburg hat gute Erfahrungen mit den Rumänen gemacht. In der Spielzeit 2021/22 traf man in der Gruppenphase der Champions League aufeinander. Das Heimspiel gewann die SG 37:20, in Bukarest feierten die Norddeutschen einen 28:20-Erfolg. Bei Finalturnieren lief es für Flensburg zuletzt aber nicht ganz so rund. Beim Final Four um den DHB-Pokal ging Mitte April das Halbfinale gegen die MT Melsungen mit 28:33 verloren. «Wir müssen besser in das Spiel kommen und von Anfang an alles auf die Platte bringen», forderte Mannschaftskapitän Johannes Golla.

Löwen setzen auf ihr Europapokal-Gesicht

Nimmt man die Ergebnisse aus der Bundesliga, sind die Füchse klarer Favorit gegen die Löwen, die als Tabellen-Elfter bislang enttäuscht haben. Mit 38:32 und 36:28 gingen die Partien an die Berliner. Allerdings zeigen die Mannheimer in der European League ein anderes Gesicht. Als einzige Mannschaft haben sie sich aus der Qualifikation bis in die Finalrunde gespielt. «Wir hatten keine guten Monate in der Bundesliga. Aber das spielt an diesem Wochenende keine Rolle», sagte Rechtsaußen Patrick Groetzki und ergänzte: «Bei so einem Final Four ist für jede Mannschaft alles möglich.»

Alle drei Bundesligisten haben die European League beziehungsweise den EHF-Pokal als Vorgängerwettbewerb mindestens einmal gewonnen. Flensburg siegte 1997, die Löwen 2013. Die Berliner holten sich vor 2023 bereits in den Jahren 2015 und 2018 den Titel. Einzig Bukarest steht noch ohne internationale Meriten da. Der 20-fache rumänische Meister stand exakt vor 20 Jahren das letzte Mal im Halbfinale eines europäischen Wettbewerbs.

Wird Hamburg zur Dauerlösung?

Die Arena im Hamburger Volkspark ist erstmals Austragungsort des Final Four der European League. Aktuell waren am Freitag etwas mehr als 8000 Karten für die höchstens 12 000 Zuschauer fassende Halle verkauft. Die Europäische Handball-Föderation (EHF) würde die Endrunde gerne durchgehend in der Hansestadt ausspielen. Vorbild ist die Champions League, die ihr Finalturnier seit 2010 in Köln austrägt.

© dpa ⁄ Stefan Flomm, dpa
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