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Trotz Krah-Eklat stabile Zustimmung zur AfD

Weder in NRW noch in Sachsen will die AfD über ihren Europakandidaten Krah sprechen. Die Turbulenzen, die er mit SS-Aussagen ausgelöst hat, schlagen sich bislang aber nicht in Umfragen nieder.
Wahlkampfveranstaltung des AfD-Bundesverbandes
Alice Weidel, Bundesvorsitzende der AfD, spricht auf der Veranstaltung. © Christoph Reichwein/dpa

Trotz ihrer jüngsten innerparteilichen Turbulenzen hat die AfD laut einer Insa-Umfrage zur Europawahl nichts in der Wählergunst eingebüßt. Sie verzeichnet in der neuen Befragung für die «Bild am Sonntag» 17 Prozent und kommt damit auf denselben Wert wie in einer Insa-Umfrage aus dem April. Die Union legt um einen Punkt zu auf 30 Prozent. Das berichtete die «Bild am Sonntag», für die das Institut rund 1000 Menschen online befragte. 

Die SPD verliert in der Umfrage um zwei Punkte und liegt nun bei 14 Prozent. Die Grünen stehen unverändert bei 13 Prozent - die FDP bleibt bei vier Prozent. Die Linke büßt einen Punkt ein und erreicht drei Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) bekommt in der Umfrage sieben Prozent. Auf die Freien Wähler entfallen unverändert drei Prozent. Die sonstigen Parteien vereinen neun Prozent auf sich, wenn schon an diesem Sonntag gewählt würde. 

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Marl im nördlichen Ruhrgebiet zeigten sich die AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla nachdenklich und zugleich kämpferisch. «Diese Woche, die wir hinter uns haben, war keine gute Woche. Wir sind in Turbulenzen geraten mit einem unguten Ausgang», sagte Weidel am Samstag. Chrupalla sagte: «Wir machen alle Fehler. Man muss aber auch bereit sein, Fehler zu korrigieren und aus diesen Fehlern zu lernen.» Das werde Weidel und ihm gelingen, versprach er.

Beide benannten in ihren Reden nicht konkret die Querelen um den wegen seiner SS-Aussagen mit einem Auftrittsverbot belegten AfD-Spitzenkandidaten für die Europawahl, Maximilian Krah. Chrupalla betonte aber, die Partei werde nicht «Egomanie unterstützen von einzelnen Kandidaten, die meinen, sich in den Vordergrund spielen zu können mit Aussagen, die nicht der Partei dienen, die uns eher schaden».

Auch die AfD in Krahs sächsischem Heimatverband wollte bei ihrem Parteitag in Glauchau im Landkreis Zwickau nicht über ihn reden. Der Parteitag sei das falsche Podium, um über das Krisenmanagement der Bundespartei in dieser Sache zu sprechen, mahnte Landeschef Jörg Urban am Samstag die Delegierten. Krah selbst blieb dem Treffen fern. 

Weidel will AfD gestärkt aus der Krise herausführen

Weidel betonte in Nordrhein-Westfalen, entscheidend sei nun, dass die AfD gestärkt aus dieser Krise hervorgehe. «Solche Tage, solche Momente, wo es nicht so gut läuft, sind immer auch gleichzeitig eine Chance, Lehren zu ziehen, um weiterzuwachsen und uns weiter zu professionalisieren», rief sie den rund 800 Parteianhängern in Marl zu. Ohne den Gedanken weiter auszuführen, fügte sie hinzu: «Denn das, was passiert ist, hätte nicht passieren müssen.»

Bis zur Europawahl werde die AfD ihren Wahlkampf ohne Spitzenkandidaten nun sehr stark auf ihr Programm ausrichten, kündigte Chrupalla an. «Und dann werden wir auch eine starke Delegation nach Brüssel entsenden.» Die Europawahl ist in rund zwei Wochen. 

Krah als Redner wieder ausgeladen

Eigentlich war Spitzenkandidat Krah ebenfalls als Redner bei der Wahlkampfveranstaltung in Marl angekündigt. Sein Name wurde dann aber wieder von der Rednerliste gestrichen.

Auslöser der akuten AfD-Krise ist ein Interview Krahs mit der italienischen Zeitung «La Repubblica» und der «Financial Times». Krah wurde nach der nationalsozialistischen SS gefragt. Die sogenannte Schutzstaffel Adolf Hitlers bewachte und verwaltete unter anderem die Konzentrationslager und war maßgeblich für Kriegsverbrechen verantwortlich. Bei den Nürnberger Prozessen nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie zu einer verbrecherischen Organisation erklärt. Krah sagte in dem Interview: «Ich werde nie sagen, dass jeder, der eine SS-Uniform trug, automatisch ein Verbrecher war.» Daraufhin distanzierte sich unter anderem der französische Rassemblement National. Die rechte ID-Fraktion im Europäischen Parlament schloss schließlich alle AfD-Abgeordneten aus.

Weidel und Chrupalla kandidieren erneut für Parteivorsitz

Obwohl es zuletzt auch Kritik an Weidels und Chrupallas Führung der Partei gab, kündigten beide an, sich beim AfD-Bundesparteitag Ende Juni zur Wiederwahl zu stellen. «Ich freue mich, zusammen mit Tino Chrupalla wieder anzutreten», sagte Weidel. Der Chef des großen AfD-Landesverbands Nordrhein-Westfalen, Martin Vincentz, stärkte beiden demonstrativ den Rücken: «Ich glaube, wir haben mit Alice und Tino zwei Bundessprecher, die uns so gut durch die Krisen manövrieren, wie kein anderer Bundesvorstand vorher», sagte er.

© dpa
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