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Weiterhin viele Arbeitslose in Hessen

Hessens Arbeitsmarkt ist im Februar nicht so recht in Schwung gekommen. Statt erster Frühlingsboten sieht die Arbeitsagentur Anzeichen für weitere konjunkturelle Probleme.
Arbeitsmarkt Hessen
In zahlreichen Büroräumen der Agentur für Arbeit in Kassel brennt morgens Licht. © Uwe Zucchi/dpa

Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Februar weiter gestiegen. 195.795 Personen waren zum Stichtag 14. Februar arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Donnerstag in Frankfurt berichtete. Das waren gut 1000 Menschen mehr als im Januar und sogar rund 16.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote blieb vom Vormonat unverändert bei 5,6 Prozent. Im Februar 2023 hatte sie noch 5,2 Prozent betragen.

«Der Aufschwung zu Jahresbeginn wird voraussichtlich erst nach Ostern einsetzen», erklärte Direktionschef Frank Martin. Weiterhin seien die Integration von geflüchteten Menschen und die Reduzierung des Fachkräftebedarfs die großen Herausforderungen am Arbeitsmarkt. Er sagte: «Wir werben dafür, Menschen mit Entwicklungspotenzial einzustellen und parallel alle gebotenen Unterstützungsmöglichkeiten der Agenturen und Jobcenter im Bereich der Weiterbildung zu nutzen. »

Mit Sorge betrachtet die Arbeitsverwaltung, dass die Zahl arbeitsloser Fachkräfte im Februar um 8,3 Prozent angestiegen ist. Zudem gingen die Beschäftigtenzahlen bei der Leiharbeit zurück. Dies könne traditionell als Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung verstanden werden. Martin erläuterte: «Geht die Beschäftigung in der Arbeitnehmerüberlassung zurück, schätzen Unternehmen ihre Aussichten für die kommenden Monate schwächer als zuvor ein.»

Die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) wies hingegen auf mehr als 100.000 unbesetzte Stellen im Bundesland hin. Die Arbeitgeber verlangten erneut ein Ende der abschlagsfreien Rente mit 63 sowie stärkere Bemühungen zur Wiedereingliederung von Langzeiterkrankten. Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert erklärte: «50 Prozent der Erwerbsminderungsrentner haben in den Jahren davor keine Reha-Maßnahme erhalten - unser ausgebautes, aber überkompliziertes Rehabilitationssystem macht hier keine gute Figur. Eine bessere Abstimmung und Vernetzung der zahlreichen Reha-Träger, auch hier in Hessen, ist zwingend notwendig.»

Der DGB Hessen-Thüringen will die Weiterbildungsbeteiligung in den Betrieben deutlich erhöhen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. «Die Agentur für Arbeit bietet hier ab April 2024 verbesserte Förderkonditionen, um Beschäftigte und Betriebe dabei zu unterstützen. Diese Mittel müssen jetzt verstärkt genutzt werden, um Perspektiven für Beschäftigte und Betriebe zu eröffnen», verlangte der DGB-Bezirksvorsitzende Michael Rudolph.

© dpa
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