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Tausende ÖPNV-Beschäftigte demonstrieren auf Landesgrenze

Warnstreik für bessere Arbeitsbedingungen: Busse, Straßen- und U-Bahnen standen am Freitag auch in Hessen still. Tausende Bus- und Bahnfahrer protestieren auf einer Rheinbrücke.
Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr
Streikende aus den Bundesländer Hessen, Rheiland-Pfalz und dem Saarland versammeln sich zu einer Kundgebung auf der Theodor-Heuss-Brücke, der Verbindung zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz. © Helmut Fricke/dpa

Leere U-Bahnhöfe und verwaiste Bushaltestellen: Mit einem ganztägigen Warnstreik hat die Gewerkschaft Verdi am Freitag auch in Hessen weite Teile des öffentlichen Nahverkehrs lahmgelegt. Busse, U- und Straßenbahnen blieben in den Depots, Pendler und Schüler mussten anderweitig zu ihrer Arbeit oder Schule gelangen.

Als Schwerpunkte des Warnstreiks hatte Verdi etwa den Nahverkehr in Kassel, Frankfurt und Wiesbaden angekündigt. Aber auch in Gießen und Hanau sollten Busfahrer die Hände vom Steuer lassen. In Hessen waren rund 8000 Beschäftigte zur Teilnahme an dem Warnstreik aufgerufen, der mit Ausnahme von Bayern bundesweit zu Arbeitsniederlegungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) führte. Deutschlandweit beteiligten sich laut Verdi rund 90.000 Beschäftigte daran.

Auf der Theodor-Heuss-Brücke über den Rhein zwischen Wiesbaden und Mainz demonstrierten Beschäftigte des ÖPNV aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland für bessere Arbeitsbedingungen. Die Polizei sprach von rund 3000, Verdi von etwa 4000 Teilnehmern der Kundgebung auf der Landesgrenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz. 

Verdi-Bundesvize Christine Behle rief hier unter vielem Applaus und bei strahlendem Sonnenschein: «Wir haben längst die Schnauze voll!» Es gebe in der Branche «viel zu viel Arbeit für viel zu wenige Menschen». Behle ergänzte: «Es kann nicht sein, dass wir an den Endhaltestellen nicht mal Zeit haben, auf die Toilette zu gehen.» Bundesweit seien rund 15.000 Stellen unbesetzt im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die Arbeit hier müsse besser bezahlt werden.

Die Gewerkschaft verhandelt derzeit parallel in 15 Bundesländern über neue Tarifverträge. In den meisten Runden geht es vor allem um die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Verdi fordert unter anderem kürzere Arbeitszeiten ohne finanzielle Einbußen, längere Ruhezeiten zwischen einzelnen Schichten, mehr Urlaubstage oder mehr Urlaubsgeld. Damit sollen die Beschäftigten entlastet und der Beruf attraktiver werden. 

Verdi-Bundesvize Behle betonte auf der Theodor-Heuss-Brücke, es sei ein Irrglaube der Arbeitgeber, wenn sie auch auf Busfahrer aus «Drittstaaten» setzten: «Niemand kommt freiwillig hierher, um sich ausbeuten zu lassen.» Sie beklagte zudem einen bundesweiten Sanierungsstau von 64 Milliarden Euro im ÖPNV - etwa bei «kaputten Betriebshöfen» und veralteten Bussen. Nötig sei eine Klima- und Verkehrswende. 

Behle warnte, der Warnstreik am Freitag sei nur ein Warnschuss für die Arbeitgeber gewesen. Kämen diese nicht den Beschäftigten entgegen, «kommen wir wieder, und das wird noch viel schmerzhafter!» Auf Pappschildern der Demonstranten fanden sich Sprüche wie die historischen Liedzeilen «Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will».

Auch in Kassel kam es am Freitag zu einer Demo. Nach Angaben der Stadtverwaltung beteiligten sich daran unter anderem Beschäftigte der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft sowie Schülerinnen und Schüler. Oberbürgermeister Sven Schoeller (Grüne) unterschrieb eine Petition und setzte sich nach den Angaben damit «für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und einen massiven Ausbau des ÖPNV ein».

Für Fahrgäste in Hessen bedeutete der Warnstreik eine weitere Belastung im Verkehr. Erst am vergangenen Wochenende hatte die Lokführergewerkschaft GDL den Fern-, Regional- und Güterverkehr der Deutschen Bahn bestreikt. Am Donnerstag führte ein Verdi-Warnstreik zu Flugausfällen an elf deutschen Flughäfen, darunter auch am Airport Frankfurt. 

© dpa ⁄ Jens Albes, dpa
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