Games Music Hörbücher Gymondo MyTone Alle Services
vodafone.de

PR-Branche hilft Vereinen beim Kampf gegen Extremismus

Eine KZ-Überlebende und der Enkel eines berühmten Offiziers unterstützen eine Idee von Marketingagenturen. Die PR-Firmen beraten Organisationen, die sich gegen Radikalisierungen engagieren.
Holocaust-Überlebende Friedländer
Margot Friedländer bei der Preisverleihung der GermanDream-Awards 2023 in Berlin. © Hannes P Albert/dpa

Unterstützt von der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer und einem Enkel des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg wollen Werbeagenturen bundesweit im Kampf gegen Extremismus helfen. Mit einer Arbeitsleistung von jährlich gut fünf Millionen Euro wollen sie gemeinnützigen Organisationen beim Einsatz für die Erhaltung der Demokratie unter die Arme greifen. Das kündigte Mitinitiator Daniel Koller an. Es gehe um kostenloses Marketing für Vereine, die Initiativen gegen Radikalisierungen und den Zerfall gesellschaftlicher Werte starten wollten. Koller hat nach eigenen Angaben auch schon nach der Ahr-Flutkatastrophe die Aktion «Flutwein» mit einem Spendenerlös von 4,5 Millionen Euro mitinitiiert.

Die 102-jährige Berlinerin Friedländer, Überlebende des KZ Theresienstadt, erklärte laut Mitteilung: «Ein friedliches Leben in Demokratie war nie selbstverständlich und wird es niemals sein.» Sie unterstützt die neue Organisation C_SR (Creative Social Responsibility) der PR-Branche: «Lasst uns allen in Erinnerung rufen, was es bedeutet, Mensch zu sein.»

Berlins Ex-Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD), ein Freund von Friedländer, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die 1921 geborene Zeitzeugin werbe selbst immer noch in Schulen für die Demokratie: «Das hält sie lebendig.»

Auf der Internetseite www.C-SR.org, die an diesem Donnerstag (22. Februar) freigeschaltet werden soll, können gemeinnützige Organisationen ihren Marketingwunsch formulieren, damit Werbe- und Social-Media-Agenturen oder andere Unternehmen darauf reagieren.

Beispielsweise hat C_SR zufolge schon die «Aktion Mensch» um eine solche Unterstützung gebeten. Die Geschäftsführerin des Deutschen Fundraising Verbands, Larissa Probst, sagte laut Mitteilung: «C_SR kommt genau zur richtigen Zeit. Während extreme Parteien zunehmend Zulauf finden, sollen gleichzeitig Bundesförderungen für Engagementstrukturen und Bildung massiv gekürzt werden.»

Auch der Weiße Ring, eine Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer mit Hauptsitz in Mainz, sucht C_SR zufolge Unterstützung für eine neue Kampagne, die über die Bedrohungen von Kommunalpolitikern aufklären soll. Bundesgeschäftsführerin Bianca Biwer erklärte laut Mitteilung, Menschen mit politischen Ehrenämtern zögen sich aufgrund teils massiver Angriffe zurück und es entstünden gefährliche Leerräume für Antidemokraten. Hier könne die Kreativwirtschaft einen wichtigen Beitrag leisten, «uns alle zu sensibilisieren und aufzurütteln: damit wir laut werden und unsere Demokratie schützen».

© dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
John Malkovich
Kultur
Viel Jubel für John Malkovich am Hamburger Thalia Theater
Kunstbiennale - Archie Moore
Kultur
Biennale in Venedig ehrt indigene Künstler
Prinz Nikolaos und Prinzessin Tatiana
People news
Griechisches Prinzenpaar lässt sich scheiden
Tiktok
Internet news & surftipps
US-Repräsentantenhaus stimmt erneut für Tiktok-Verkauf
Künstliche Intelligenz
Internet news & surftipps
Mehrheit hat noch keine KI genutzt
Erotik auf Smartphone
Internet news & surftipps
Verschärfte EU-Auflagen für Online-Sexplattformen
Klatsche
Fußball news
FC Bayern dominiert in Berlin - Darmstadt vertagt Abstieg
Reserviert-Schild im Restaurant
Job & geld
Trotz Reservierung nicht auftauchen? Das kann teuer werden