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«Die Tür steht weit offen»: St. Pauli auf Aufstiegskurs

Zwei Niederlagen und eine schwache erste Halbzeit: Lange sah es am Sonntag so aus, als wäre der FC St. Pauli im Aufstiegsrennen völlig aus der Spur. Doch dann schlugen die Hamburger in Hannover zu.
Hannover 96 - FC St. Pauli
Hannovers Montell Ndikom (l) spielt gegen St. Paulis Hauke Wahl. © Swen Pförtner/dpa

Wenn der FC St. Pauli im Mai den verdienten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga schaffen sollte, dann dürfte dieser Sieg in Hannover einen besonderen Platz in der Saisonrückschau bekommen. Nach zwei Niederlagen hintereinander wackelten die Hamburger am Sonntag auch in der ersten Halbzeit dieses Nordduells bedenklich. Am Ende stand jedoch ein wichtiger 2:1 (1:1)-Sieg vor 49.000 Zuschauern und die Verteidigung des Fünf-Punkte-Vorsprungs auf den Relegationsplatz.

«Die Tür steht weit offen. Geh durch!», sagte Hannovers Trainer Stefan Leitl zu seinem Kollegen Fabian Hürzeler. Der Stadtrivale HSV auf Platz vier liegt nun sogar schon elf Punkte hinter St. Pauli zurück.

Hannover vergab in der ersten Halbzeit vier Großchancen, ehe Oladapo Afolayan die Hamburger in der 41. Minute in Führung brachte. Dem 22 Jahre alte Startelf-Debütanten Lars Gindorf (45.) gelang zwar noch vor der Pause der verdiente Ausgleich. Doch in der 65. Minute belohnte Johannes Eggestein eine deutliche Leistungssteigerung des Tabellenzweiten mit dem Siegtor.

«Ich kann nur sagen, dass ich stolz bin auf die Reaktion meiner Mannschaft auf die zwei Niederlagen und dass sie auch die ersten 30 Minuten überstanden hat», sagte Hürzeler. «Man hat eine gewisse Unsicherheit gemerkt. Eine gewisse Instabilität mit und gegen den Ball. Das wurde aber von Minute zu Minute besser. In der zweiten Halbzeit war es deutlich besser.»

Der Trainer selbst trug dazu mit einer taktischen Umstellung in der Halbzeitpause bei. St. Pauli stärkte nach der Pause die Außenpositionen und verhinderte dadurch weitere Durchbrüche der gegnerischen Flügelspieler Sei Muroya und Brooklyn Ezeh.

Den Rest erledigten die zeitweise verloren gegangenen St. Pauli-Stärken: Spielkontrolle, konsequente Abwehrarbeit und die Überzeugung in die eigenen Qualitäten. «Wenn wir einfach spielen, wenn wir spielen wie wir, dann sind wir sehr schwer zu stoppen», sagte Kapitän Jackson Irvine.

Die nächsten beiden Gegner sind auch die beiden größten Rivalen in dieser Liga: Der FC Hansa Rostock, mit dessen Anhängern die St. Pauli-Fans eine regelrechte Feindschaft verbindet. Danach geht es zum HSV. Im Idealfall steht der Aufstieg des FC St. Pauli schon nach diesen Spielen fest.

© dpa
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