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Der Erfinder der Denkmaschine ist tot

Seine RIAS-Radiokrimis aus den 1970er- bis 1990er-Jahren haben bis heute unzählige Fans: Die Hörspiel-Szene trauert um den begnadeten Vielschreiber Michael Koser.
Rundfunksender RIAS in Berlin
Das Logo des RIAS Berlin auf dem Dach des Rundfunkhauses im Stadtteil Schöneberg. © Chris Hoffmann/dpa/Archivbild

Der Hörspiel-Autor Michael Koser ist tot. Das teilte die Hörspiel-Redaktion von Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur am Mittwoch in Berlin mit. Koser sei bereits am 20. Februar im Alter von 85 Jahren in Bremen gestorben. Er gehörte zu den meistvertonten Krimiautoren in Deutschland.

«Als Autor von insgesamt über 150 Hörspielen und nicht zuletzt als Erfinder der Kult-Serie um «Die Denkmaschine» Professor van Dusen prägte Michael Koser jahrzehntelang die deutsche Krimi-Hörspiel-Landschaft», würdigten die beiden Radiowellen den Autor. «Dem studierten Historiker Koser gelang es immer wieder aufs Neue, historisches Wissen, Zeitgeschichte und Anekdotisches in raffinierte Krimi-Plots zu integrieren.» Zwischen 1978 und 1999 produzierten RIAS Berlin und Deutschlandradio 79 Folgen der Van-Dusen-Reihe, die zu den erfolgreichsten öffentlich-rechtlichen Radioserien überhaupt zu zählen ist.

Damit traf Koser nicht nur den Nerv des Krimi-Publikums der 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahre: «Auch heute noch begeistern seine Rätsel-Krimis, viele davon digital verfügbar, eine stetig wachsende Fangemeinde», heißt es weiter in dem Nachruf.

Seine bekannteste Reihe beruht locker auf Erzählungen des US-Schriftstellers Jacques Futrelle: Die «Denkmaschine» Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen bereist von New York aus die Welt und klärt rund um die Jahrhundertwende an vielen exotischen Orten eiskalte Morde und raffinierte Diebstähle auf. Stets an der Seite des Amateur-Kriminologen: Sein Chronist, der Reporter der fiktiven Zeitung «Daily New Yorker», Hutchinson Hatch. Die zwei Freunde laufen dabei allerlei gekrönten Häuptern und illustren Prominenten über den Weg. Oft halten sich lustige Momente, Spannung und etwas Geschichtsunterricht die Waage.

Die Reihe gilt unter Hörspielfans heutzutage als Juwel, weil sie neben intelligenten Plots auch fabelhafte Sprecher aufbot: Die Stimme des ebenso arroganten wie genialen Professors gehörte Friedrich W. Bauschulte (1923-2003), der auch Lieutenant Mike Stone alias Karl Malden in der US-Fernsehserie «Die Straßen von San Francisco» synchronisierte. Der etwas trottelige Journalist Hutchinson Hatch wurde von Klaus Herm (1925-2014) verkörpert, einem der meistbeschäftigten Hörspielsprecher Deutschlands. Als Gastsprecher traf sich mit den Jahren die versammelte Crème de la Crème der Szene im Aufnahmestudio.

Jeden Monat erscheint in der Audiothek des Deutschlandradios und im Podcast «Krimi Hörspiel» eine Van-Dusen-Folge, 40 sind bisher dort zu hören. So wird die komplette Reihe schrittweise digital zugänglich gemacht. Ab 14. März ist die 41. Folge «Professor van Dusen trifft Kaiser Wilhelm» in der Audiothek abrufbar.

© dpa ⁄ Christof Bock, dpa
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