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Vor Gericht: Abou-Chakers Bruder wettert gegen Bushido

Seit Jahren beharken sich Bushido und sein ehemaliger Geschäftspartner vor Gericht. In einem Zivilprozess in Brandenburg geht es um gemeinsame Immobilien. Ein Zeuge keilt gegen Bushido.
Bushido
Bushido steht in einem Saal im Oberlandesgericht Brandenburg (Havel). © Jörg Carstensen/dpa

Im Streit zwischen dem Rapper Bushido und seinem ehemaligen Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker um gemeinsame Immobilien hat ein Bruder Abou-Chakers dem Musiker drastische Vorwürfe gemacht. Der «perfide und perverse Plan Bushidos» bestehe darin, sich als Opfer zu zeigen, sagte der Bruder im Zivilprozess vor dem Oberlandesgericht Brandenburg an der Havel am Mittwoch. Vor dem Hintergrund einer behaupteten Erpressung und Bedrohung nehme Bushido die Opferrolle an und trage diesen Eindruck auch in den Prozess um die gemeinsame Firma - nach dem Motto «Gebt mir alles».

In dem Prozess geht es um sieben Häuser, die beide Männer gemeinsam im brandenburgischen Rüdersdorf erworben hatten. Nach mehreren Auseinandersetzungen wollen sich beide geschäftlich trennen. Zuletzt hatte das Landgericht Berlin Arafat Abou-Chaker in einem Strafprozess von Gewaltvorwürfen gegen Bushido freigesprochen. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte gegen das Urteil Revision eingelegt. Bei dem Prozess in Brandenburg war der Rapper am Mittwoch nicht anwesend.

Abou-Chaker: «Wie frech der ist»

Die Anwälte Abou-Chakers machten am Mittwoch deutlich, dass der Freispruch Arafats nach den Gewaltvorwürfen von Bushido aus ihrer Sicht auch bei der Bewertung im Zivilprozess eine Rolle spielen sollte. Ihrer Auffassung nach gibt es aktuell gar keinen handfesten Grund, Arafat Abou-Chaker aus der gemeinsamen Firma auszuschließen. Arafat Abou-Chaker warf Bushido vor Gericht Lügen vor.

Die beiden waren jahrelang eng befreundet. Abou-Chaker war Trauzeuge auf Bushidos Hochzeit. Sie kauften sich gemeinsam ein Grundstück bei Berlin, um dort mit den Familien zusammenzuziehen. Auch auf öffentlichen Veranstaltungen ließen sich die beiden zusammen blicken. 2017 kam es zum Bruch. Seitdem beschäftigen nachfolgende Streitigkeiten die Justiz.

Nach der Trennung im musikalischen Geschäft und dem Zerwürfnis habe man versucht, das Immobiliengeschäft geräuschlos abzuwickeln, sagte Arafats Bruder am Mittwoch. Dann kam nach seinen Worten der «Vorwurfskrieg». Die Familie sei vier Jahre lang vor Gericht «auseinandergenommen» worden. Bushido habe gelogen und dem Bruder Arafats als Bevollmächtigten der Immobiliengeschäfte gekündigt. «Guck ma', wie frech der ist», sagte das Abou-Chaker-Familienmitglied am Mittwoch.

Die Sache mit den 180.000 Euro

Bushido, mit bürgerlichem Namen Anis Mohamed Ferchichi, führte als Kündigungsgrund an, der Bruder habe eigenmächtig 180.000 Euro aus dem Gesellschaftsvermögen entnommen. Arafat Abou-Chaker und sein Bruder bestreiten das vehement. Sie sagen, es habe vorher gemeinsame Absprachen gegeben und mit dem Geld seien Rechnungen für das gemeinsame Grundstück in Kleinmachnow bezahlt worden.

Um besagte 180.000 Euro ging es auch am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht. Laut Arafats Bruder hätten im März 2018 für das gemeinsame Grundstück der beiden in Kleinmachnow dringend Rechnungen bezahlt werden müssen. Bushido habe das damals nicht stemmen können. Daraufhin hätten sich Arafat, sein Bruder und Bushido geeinigt, das Firmenkonto dafür anzuzapfen. «Dann heb das Geld ab, dann haben wir ein Problem weniger», schildert Arafats Bruder die Situation vor etwa sechs Jahren.

Drei Wochen später habe er dann das Geld für die beiden abgeholt - auch weil Bushido «einfach faul» sei, so das Abou-Chaker-Familienmitglied. Die Stimmung zwischen den Parteien sei im gemeinsamen Immobiliengeschäft «ganz normal gewesen». «Was die musikalisch gemacht haben, hat mich gar nicht interessiert», führte der Bruder aus. Der Streit um das Musikgeschäft habe sich zunächst nicht auf das Immobilienunternehmen ausgewirkt.

Der Prozess ist Teil einer Reihe juristischer Auseinandersetzungen der beiden. In einem anderen Zivilprozess gegen seinen Ex-Geschäftspartner um eine Millionensumme hatte Bushido im Februar recht bekommen. Das Gericht stellte fest, dass es keinen Managementvertrag zwischen den beiden gegeben habe.

© dpa ⁄ Wilhelm Pischke, dpa
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