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Selenskyj bittet Xi und Biden persönlich zum Friedensgipfel

Am 15. Juni startet ein Ukraine-Friedensgipfel in der Schweiz. Präsident Selenskyj bittet nun die Staatschefs von China und den USA um persönliches Erscheinen - auch um Druck auf Moskau zu machen.
Wolodymyr Selenskyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. © AP/dpa

In einem emotionalen Appell hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj US-Präsident Joe Biden und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping um ihre persönliche Teilnahme an dem geplanten Friedensgipfel im Juni in der Schweiz gebeten.

«Wir wollen nicht, dass die UN-Charta verbrannt wird so wie diese Bücher hier, und ich hoffe, Sie wollen das auch nicht», sagte Selenskyj vor dem Hintergrund einer durch einen russischen Raketenangriff zerstörten Druckerei in Charkiw. Nur weltweite Geschlossenheit ermögliche es, Russland zu einem echten Frieden zu zwingen, sagte der Präsident in seiner auf seinem Telegramkanal verbreiteten Rede auf Englisch.

Nach Angaben Selenskyjs bereitet Moskau gerade einen weiteren Angriff vor. Während die Ukraine noch die jüngste russische Bodenoffensive im Gebiet Charkiw abwehre, sammle Russland Kilometer nördlich davon neue Einheiten, um weiter nordwestlich eine neue Attacke zu starten, sagte der Präsident. 

Weitere russische Offensive im Gebiet Sumy möglich

Militärexperten zufolge ist eine weitere russische Offensive im Gebiet Sumy möglich. Russlands Ziel einer solchen Operation ist es demnach, das personelle und materielle Übergewicht auszunutzen, die ukrainischen Verteidigungslinien zu überdehnen und so den Zusammenbruch der Front zu erreichen - oder zumindest weitere Territorien zu erobern.

Laut Selenskyj zeugen die Angriffsvorbereitungen und der andauernde «terroristische» Beschuss von Städten in der Ukraine davon, dass Russland - im Gegensatz zu seiner Rhetorik - nicht bereit sei für Verhandlung über einen wirklichen Frieden. Der Kreml strebe allenfalls nach einer Feuerpause, die dann wieder durch russische Raketen gebrochen werde. 

Um Russland zur Einhaltung seiner Verpflichtungen zu zwingen, seien globale Anstrengungen notwendig, betonte Selenskyj. Er verwies darauf, dass die Ukraine leidvolle Erfahrungen mit russischen Verhandlungslügen gemacht habe. «Lügen, die Russland als Verschleierung für die Vorbereitung des Kriegs dienten», sagte der Präsident. 

Russland hat vor mehr als zwei Jahren seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen. Noch unmittelbar vor dem Einmarsch hatte etwa Kremlsprecher Dmitri Peskow behauptet, dass Russland in seiner Geschichte noch nie ein anderes Land überfallen habe und auch jetzt keinen Krieg wolle.

© dpa
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