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Alarm bei «ängstlichen» Engländern: Kritik an Southgate

«Rätselhaft» und «besorgniserregend»: Das Beste an Englands minimalistischem EM-Start sind bislang die Ergebnisse. Wie ein Titelanwärter sehen Kane und Co. wirklich nicht aus.
Southgate und Kane
Englands Team um Trainer Gareth Southgate und Harry Kane kam nicht über ein 1:1 gegen Dänemark hinaus. © Arne Dedert/dpa

Gareth Southgate und Harry Kane schauten drein, als wäre England beim nächsten Titelanlauf nach 58 Jahren Tristesse schon wieder gescheitert.

Und als der Nationaltrainer nach dem komplett enttäuschenden Remis gegen überlegene Dänen seine Aufgabe für die kommenden Tage und Wochen umreißen sollte, wirkte er fast verzweifelt. «Die Herausforderung ist, etwas zu schaffen, was wir noch nie geschafft haben. Die Herausforderung könnte nicht größer sein. Ich muss intelligente Entscheidungen treffen», sagte Southgate. Noch nie war England bislang Fußball-Europameister.

Kane «muss besser werden»

«Intelligente Entscheidungen» hat die britische Öffentlichkeit bislang bei der EM in Deutschland weniger erkannt - im Gegenteil. Stattdessen stellt sich die Frage, wie das wertvollste Ensemble dieses Turniers mit so viel Talent derart in den Verwaltungsmodus schalten kann, dass vier Punkte und zwei Tore schon die mit Abstand beste Nachricht sind. 1:0 gegen Serbien, 1:1 gegen Dänemark - beide Male waren die minimalistischen Three Lions mit dem Resultat am Ende gut bedient.

«Es ist rätselhaft und besorgniserregend», sagte der ehemalige Nationalverteidiger Rio Ferdinand bei der BBC. Kapitän Kane ist trotz seines Treffers gegen die Dänen noch gar kein Faktor in diesem Turnier. Eifrig werden auf der Insel seine Ballkontakte (in Halbzeit eins gegen Serbien: zwei) gezählt und die Auslegung seiner Rolle als kaum mitspielender Strafraumspieler hinterfragt. «Er muss besser werden», forderte Gary Lineker nach dem zweiten schwachen Auftritt, bei dem Kane nicht nur traf, sondern mit einem Fehlpass auch das Gegentor initiierte.

Routinier Kane kennt die Mechanismen in der Heimat, wo am Freitag von «zahmen Löwen» und «einer Identitätskrise» zu lesen war. «Ich weiß, dass es zu Hause wahrscheinlich viel Lärm und ein wenig Enttäuschung geben wird, aber das haben wir auch bei der letzten EM erlebt», sagte der 30 Jahre alte Star-Angreifer des FC Bayern, der diesmal sogar in der Schlussphase ausgewechselt wurde.

Southgate übernimmt Verantwortung

Bei der EM 2021 stand England am Ende im Finale und war nur wenige Elfmeter vom Titel entfernt. Das ist diesmal nicht absehbar, misst man die biederen Spiele am furiosen Gastgeber Deutschland oder an den dominanten Spaniern. «Natürlich sind wir enttäuscht von den beiden Leistungen, die wir gezeigt haben. Wir müssen Lösungen für diese Probleme finden. Unser Niveau muss höher werden. Das ist meine Verantwortung», räumte Southgate ein. Den Auftritt nannte er «ängstlich».

Die Hauptvorwürfe an den 53-Jährigen: eine zu defensive Ausrichtung und das Verschwenden von Potenzial, vor allem offensiv. «Wir wissen, dass die Menschen von unseren bisherigen Leistungen enttäuscht sind», sagte Southgate. Dass Chelseas Jungstar Cole Palmer nach 22 Toren in der Premier League noch keine Minute zum Einsatz kam, sorgt für Irritationen. Denn dass Englands Offensive Probleme hat, zeigte sich auch schon in der Vorbereitung bei einem blamablen 0:1 gegen Island.

Irritierende Aussage über «Experiment»

Der frühere Torjäger Alan Shearer sagte: «Gareth Southgate wird sich ernsten Fragen stellen müssen. Man kann viel mehr aus diesen Spielern herausholen als er es momentan tut.» In der Arena in Frankfurt bot Southgate nun zusätzlich Angriffsfläche, indem er Defensivspieler Trent Alexander-Arnold öffentlich anzählte. «Wir wissen, dass das ein Experiment ist. Wir wissen, dass wir keinen natürlichen Ersatz für Kalvin Phillips haben. Wir probieren verschiedene Dinge aus und kommen im Moment nicht so voran, wie wir es gerne hätten», sagte der Trainer.

Bis zum Gruppenfinale am Dienstag (21.00 Uhr) in Köln gegen Slowenien erwartet Southgate schwere Tage. Am Achtelfinal-Ticket gibt es angesichts von vier Punkten keine Zweifel, doch der Gruppensieg ist nur mit einem Sieg über den Außenseiter gesichert. Als Erster der Gruppe C würden die Three Lions auch einem möglichen Achtelfinale gegen Deutschland entgehen.

© dpa ⁄ Patrick Reichardt, Ulrike John und Christoph Lother, dpa
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