Huawei P50 Pocket im Test: Faltbares Smartphone ohne Google-Dienste

Das Huawei P50 Pocket muss aufgrund der noch von Donald Trump initiierten US-Sanktionen gegen den chinesischen Hersteller Huawei ohne Google-Dienste auskommen, bietet aber ein faltbares Display und eine üppige Oberklassen-Ausstattung. Wie gut das 1.599 Euro (UVP) teure Klapp-Smartphone in der Praxis ist, zeigt unser Test.

Ein Vodafone-Tarif, der gut zum Huawei P50 Pocket passt, ist CallYa Digital. Hier bekommt man für 20 Euro für vier Wochen Laufzeit eine All-Net-Flat für Telefonate und SMS innerhalb Deutschlands sowie derzeit 18 statt regulär 15 Gigabyte (GB) Highspeed-Datenvolumen.

Gehäuse

Das Huawei P50 Pocket fällt nicht nur durch seine Faltbarkeit, sondern auch durch seine spezielle Rückseitengestaltung auf, wenn man sich für die goldene Premium Edition entscheidet. Die Musterung erinnert an Farne und wurde zusammen mit der Designerin Iris van Herpen entwickelt. Die Materialqualität ist hochwertig, aber ein Wasser- oder Staubschutz fehlt.

Zusammengeklappt ist das Huawei P50 Pocket zwar 15,2 Millimeter dick, aber auch nur 87,3 Millimeter hoch. Die Breite liegt bei 75,5 Millimetern und das Gewicht bei 190 Gramm, so dass das Smartphone im gefalteten Zustand gut in die Hosentasche passt. Allerdings verschmutzt man das Kamera-Modul relativ schnell mit Fingerabdrücken, wenn man das Huawei P50 Pocket hervorholt.

Display

Im ausgeklappten Zustand hinterlässt der 6,9 Zoll große OLED-Bildschirm einen guten Eindruck. Dank einer Auflösung von 2.790 x 1.188 Pixeln und einer Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz eignet er sich zum Betrachten von Filmen und zum Spielen. Die leichte Einkerbung, die auf den Falt-Mechanismus zurückzuführen ist, fällt dabei kaum auf.

Daneben verfügt das Huawei P50 Pocket über ein rundes Display, das neben dem Kamera-Modul auf der Außenseite platziert ist. Dieser zweite Bildschirm ist nur aktiv, wenn das Smartphone zusammengeklappt ist und informiert über Uhrzeit und eingehende Nachrichten. Die Auflösung von 340 x 340 Pixeln ist bei einem Durchmesser von 1,04 Zoll völlig ausreichend.

Prozessor

Als Prozessor kommt ein Qualcomm Snapdragon 888 4G zum Einsatz, der nicht 5G-fähig ist. Das hängt mit dem US-Bann gegen Huawei zusammen, der amerikanischen Unternehmen bei 5G die direkte Zusammenarbeit mit den Chinesen untersagt. Trotz dieser Einschränkung hinterlässt die Octa-Core-CPU in den Benchmark-Tests einen guten Eindruck und verzeichnet z.B. im Basemark-3.0-Test einen ordentlichen Wert von 421,7 Punkten.

Speicher

Dass das Huawei P50 Pocket flüssig läuft, liegt auch am großen Arbeitsspeicher mit immerhin zwölf GB in der Premium Edition. Die Basisversion des Smartphones hat aber auch immerhin acht GB RAM. Der interne Speicher fällt ebenfalls üppig aus. Schon die Basisversion kommt auf 256 GB und die Premium Edition gar auf 512 GB. Da kann man es verschmerzen, dass das Huawei P50 Pocket keine Speicherkarten aufnehmen kann.

Software

Als Betriebssystem läuft auf dem Huawei P50 Pocket eine vom Hersteller angepasste Android-Variante mit der neuen Benutzeroberfläche EMUI 12. Der größte Nachteil dieses ansonsten wirklich gelungenen Smartphones ist natürlich, dass Google-Dienste wegen der US-Sanktionen weiterhin tabu sind. Zwar arbeitet Huawei daran die Anzahl der Apps der Huawei App Gallery kontinuierlich zu steigern, aber an den Google Play Store kommt dieses Angebot lange nicht heran.

Die Suchmaschine der Huawei App Gallery sucht das Netz auch nach externen Quellen für APK-Dateien ab. Deren Installation erfolgt dann aber auf eigenes Risiko und automatische Updates gibt es auch nicht. Einige Apps wie z.B. die Clever-tanken-App laufen zudem nur teilweise, weil sie auf Google Maps zugreifen. Andere Apps wie Facebook und WhatsApp funktionieren hingegen ohne Probleme.

Akku

Der Akku des Huawei P50 Pocket hat bauartbedingt eine Kapazität von nur 3.900 Milli-Ampèrestunden. Damit realisiert er im Test rund 28 Stunden Laufzeit mit einer Ladung. Das Netzteil bietet hingegen mit 40 Watt ausreichend Power. So ist das Huawei P50 Pocket in circa einer Stunde vollständig aufgeladen.

Kameras

Beim Huawei P50 Pocket kommen insgesamt vier Kameras zum Einsatz. Die Hauptlinse kann 4K-Videos drehen und bietet für das Fotografieren eine Auflösung von satten 40 Megapixeln (MP) und eine f/1.8-Blende. Die Kamera fasst jeweils vier Pixel zu einem zusammen, so dass die Bilder eine standardmäßige Auflösung von zehn MP aufweisen:

TAGAUFNAHME

Tagaufnahmen des Huawei P50 Pocket sind detailgetreu und farbecht
 © Tom MeyerTagaufnahmen des Huawei P50 Pocket sind detailgetreu und farbecht © Tom Meyer

Für Nachtaufnahmen verfügt das Huawei P50 Pocket über einen potenten LED-Blitz:

NACHTAUFNAHME

Dank Voransicht und gutem Bildsensor sind Nachtaufnahmen des Huawei P50 Pocket in der Regel nicht verwackelt
 © Tom MeyerDank Voransicht und gutem Bildsensor sind Nachtaufnahmen des Huawei P50 Pocket in der Regel nicht verwackelt © Tom Meyer

Die Ultraweitwinkel-Linse des Huawei P50 Pocket setzt eine f/2.2-Blende ein und löst mit 13 MP auf. Verglichen mit der Hauptkamera lässt die Qualität jedoch ein wenig nach:

ULTRAWEITWINKEL-AUFNAHME

Bei Ultraweitwinkel-Bildern des Huawei P50 Pocket machen sich leichte Verzerrungen am Rand bemerkbar 
 © Tom MeyerBei Ultraweitwinkel-Bildern des Huawei P50 Pocket machen sich leichte Verzerrungen am Rand bemerkbar © Tom Meyer

Eine mit 32 MP auflösende Ultraspektrum-Kamera mit f/1.8-Blende ist das dritte Objektiv auf der Rückseite. Den Bokeh-Effekt bekommt das Huawei P50 Pocket sauber hin:

BOKEH-AUFNAHME

Für Bokeh-Fotos verfügt das Huawei P50 Pocket über einen speziellen Aufnahmemodus
 © Tom MeyerFür Bokeh-Fotos verfügt das Huawei P50 Pocket über einen speziellen Aufnahmemodus © Tom Meyer

Auf der Frontseite des Huawei P50 Pocket findet sich eine 10,7-MP-Kamera mit f/2.2-Blende, die wie die Hauptkamera 4K-Videos drehen kann. Dank gutem Bildsensor schießt auch dieses Objektiv scharfe und naturgetreue Aufnahmen:

SELFIE TAG

Bei Selfies des Huawei P50 Pocket halten sich Wackler in Grenzen
 © Tom MeyerBei Selfies des Huawei P50 Pocket halten sich Wackler in Grenzen © Tom Meyer

Zudem fabriziert die Frontkamera recht passable Nachtaufnahmen, die vielleicht ein bisschen heller ausfallen könnten:

SELFIE NACHT

Bei Nacht-Selfies greift das Huawei P50 Pocket auf ein Display-Fotolicht zurück
 © Tom MeyerBei Nacht-Selfies greift das Huawei P50 Pocket auf ein Display-Fotolicht zurück © Tom Meyer

Sound

Eine Klinkenbuchse für Kopfhörer gibt es beim Huawei P50 Pocket leider nicht. Das gibt die äußerst geringe Bautiefe von 7,2 Millimetern im ausgeklappten Zustand nicht her. Bei einem Preis von 1.599 Euro (UVP) unverständlich ist, dass noch nicht einmal Stereo-Headsets mit USB-Anschluss oder ein USB-Adapter für konventionelle Kopfhörer mit Audio-Stecker im Lieferumfang fehlen. Die Stereo-Lautsprecher bietet hingegen einen guten Klang.

Konnektivität

Das Huawei P50 Pocket hat USB Typ C, Bluetooth 5.2 sowie NFC an Bord. Wie schon erwähnt beherrscht das Smartphone aufgrund der US-Sanktionen gegen Huawei kein 5G, aber auch via 4G ist es ausreichend schnell unterwegs. Bei unserem Praxistest im Vodafone-Netz in Düsseldorf stehen 227 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload zu Buche. Dank WLAN ac/ax ist das Huawei P50 Pocket zudem bestens für das Surfen am Router ausgerichtet.

Sprach- und Empfangsqualität

Die Sprach- und Empfangsqualität des Huawei P50 Pocket im Vodafone-Netz ist ausgezeichnet. Hier macht sich bemerkbar, dass Huawei auch ein weltweit anerkannter Netzwerkausrüster ist. Voice over LTE und WiFi Calling werden von dem Smartphone unterstützt.

Fazit

Das größte Handicap des Huawei P50 Pocket ist sicherlich der hohe Preis von 1.599 Euro (UVP). Andererseits ist die Auswahl an faltbaren Smartphones immer noch sehr beschränkt. Vor allem die Hauptkamera, das Display und der Prozessor hinterlassen einen guten Eindruck. Dass bei so einem hohen Preis kein Headset mitgeliefert wird, ist hingegen schon etwas merkwürdig.

Ein großes Manko des Huawei P50 Pocket ist natürlich, dass es wegen der US-Sanktionen auf Google-Dienste verzichten muss. Genau aus diesem Grund ist auch kein 5G-Modem an Bord. Das ist aber nicht ganz so schlimm, da das faltbare Smartphone aus China im 4G-Netz flott unterwegs ist.

© Tom Meyer
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