E-Auto zu Hause laden ohne Brandrisiko

13.06.2022 Brennen E-Autos häufiger als Verbrenner? Dafür gibt es keine Hinweise. Doch veraltete Elektrik zum Laden in der eigenen Garage kann brandgefährlich werden. Die Wallbox muss sein.

Sicher eingestöpselt: Vor der Installation einer Wallbox sollte die Haustechnik geprüft werden. © Florian Schuh/dpa-tmn/dpa

Wenn Elektrofahrzeuge in Flammen aufgehen, ist der Schaden oft immens. Die Aufmerksamkeit auch. Brandschutzforscher sehen keinen Grund zu besonderer Sorge. Doch ein paar Voraussetzungen sind wichtig, um zu Hause sicher laden zu können. Der Reihe nach.

«Aus unseren Statistiken haben wir keine Hinweise, dass Elektrofahrzeuge häufiger brennen als Autos mit Verbrennungsmotor», sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Das deckt sich mit Beobachtungen von Polizei und Feuerwehr - aber nicht unbedingt mit dem Bauchgefühl vieler. Nach einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der DEVK-Versicherungen glauben 49 Prozent der Befragten, dass Elektrofahrzeuge schneller in Brand geraten als Wagen mit Verbrennungsmotor. Vor allem Ältere schätzen das Brandrisiko von E-Autos höher ein.

Wie ist das zu erklären?

Amtliche Statistiken zu E-Auto-Bränden gibt es nicht. Das baden-württembergische Innenministerium verweist aber auf die stetige Zunahme von Fahrzeugen mit alternativen Antriebssystemen. «Damit steigt auch per se die Anzahl elektrobetriebener Fahrzeuge, die an Unfällen und Bränden beteiligt sind.»

Autohersteller verweisen auf das mehrstufige Sicherheitssystem batteriebetriebener Autos. Dieses soll Übertemperatur und Überladung in jedem Betriebszustand ausschließen. Beim Laden entstehen nach Erfahrung der Expertenorganisation Dekra zwar Risiken, die es bei konventionell angetriebenen Fahrzeugen nicht gibt.

Zugleich fallen aber bei reinen E-Fahrzeugen verbrennerspezifische Brandursachen weg. «Es kommt also zu einer Verlagerung von Risiken, ohne dass aus unserer Sicht das Gesamtrisiko steigt», sagt ein Dekra-Sprecher.

Noch sind Brände mit E-Autos eher selten. Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), rechnet jedoch bei mehr E-Autos auch mit mehr Bränden bei E-Fahrzeugen. Für die Feuerwehr ist das herausfordernd: Solche Brände müssen mit besonders viel Wasser gelöscht werden, damit der Kühleffekt eintritt. Darauf kann man sich einstellen, so Hachemer.

An der normalen Steckdose laden - besser nicht regelmäßig

Batteriedefekte können zur Überhitzung oder Überladung führen, auch kaputte Notladekabel können brandgefährlich sein. Dekra und ADAC weisen zudem auf die Gefahr von Schmor- und Kabelbränden durch eine veraltete oder überlastete Elektroinstallation im Haus hin.

Vom regelmäßigen Laden an Haushaltssteckdosen rät der Autoclub aus Sicherheitsgründen ab. Noch problematischer wird es laut Dekra, wenn in Gemeinschaftsgaragen die Fahrzeugladung mittels Notladekabel an vorhandenen Schuko-Steckdosen erfolgt.

Das Laden an einer haushaltsüblichen Schuko-Steckdose sollte man aus Sicherheitsgründen auf Ausnahmefälle beschränken, so der ADAC. Die Steckdosen seien für den Hausgebrauch und ähnliche Anwendungen ausgelegt. Beim mehrstündigen Laden von E-Fahrzeugen könne durch Alterungsprozesse der Kontakte, an Klemmstellen in der Zuleitung oder durch unsachgemäße Installation ein erhöhter Widerstand im Stromkreis entstehen. Das kann zu übermäßiger Erwärmung und damit zu Brandgefahr führen. Die Experten empfehlen eine fest installierte Ladestation - die sogenannte Wallbox.

Der ADAC hat Ende Februar 12 Modelle getestet. Die Preisspanne der Geräte im Test reichte von 675 bis 1570 Euro. Dazu kommen stets noch individuelle Kosten für die Installation. Doch auch hier muss die vorgelagerte Netzinstallation passen.

Was ist zu beachten?

Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) empfiehlt unbedingt einen Check der elektrischen Anlage durch einen Elektrofachbetrieb. «Das Laden von Fahrzeugen bei Einhaltung der Standards ist sicher», sagt Andreas Habermehl als technischer Geschäftsführer des Verbands.

Ohne Überprüfung könnte eine Überlastung zunächst unentdeckt bleiben. Noch gefährlicher sei es, wenn ein Laie selbst Hand anlege. Eine Ladestation sei ein großer Eingriff in die elektrische Anlage. «Man kann das nicht vergleichen mit dem Anschluss einer Waschmaschine oder eines Elektroherdes.»

© dpa

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