Autotest: Beim neuen Mercedes GLC bleibt einiges beim Alten

Der Abschied vom Verbrenner ist nur noch eine Frage der Zeit. Dennoch hat Mercedes jetzt noch einmal den GLC erneuert. Zwar haben sich die Schwaben dabei viel Mühe gegeben, doch der große Wurf ist ausgeblieben.

Der EQS ist gut fürs Image, und mit keinem anderen Auto dürfte Mercedes so viel verdienen wie mit der urgewaltigen G-Klasse. Doch das meistverkaufte Modell der Schwaben ist schon seit Jahren der GLC, der als SUV der gehobenen Mittelklasse gegen Autos wie den Audi Q5 und den BMW X3 antritt.

Obwohl sich Mercedes wie die meisten Hersteller auf eine elektrische Zukunft einstellt, wissen die Verantwortlichen in Stuttgart, dass es den Verbrenner noch ein paar Jahre lang brauchen wird. Deshalb haben sie noch einmal einen konventionellen Nachfolger auf die Räder gestellt. Der geht im Herbst in den Handel und wird mindestens 57.632 Euro kosten - gute zehn Prozent teurer als bisher.

Ein bisschen mehr Auto für viel mehr Geld

Allerdings gibt es für das viele Geld zumindest auch ein bisschen mehr Auto. Denn der GLC macht mit seiner im Windkanal geglätteten, aber wieder etwas bulligeren Karosserie nicht nur mehr her. Er bietet mit knapp zwei Zentimetern mehr Radstand und sechs Zentimetern mehr Länge auch mehr Platz: Die Hinterbänkler freuen sich über ein kleines Plus an Beinfreiheit, und der Kofferraum wächst um zehn Prozent auf 600 Liter, die hinter einer nun serienmäßig elektrischen Klappe endlich standesgemäßen Stauraum bieten.

Dazu gibt es mehr Finesse bei der Materialauswahl, schlauere Assistenten und vor allem ein neues Bedienkonzept wie wir es aus den jüngeren Modellen von Mercedes kennen. Wie die technisch eng verwandte C-Klasse fährt nun auch der GLC mit dem Multimediasystem MBUx und mit einem der verständigsten Sprachassistenten am Markt. Nur auf den großen Hyperscreen wie im elektrischen Flaggschiff EQS müssen die Kunden verzichten.

Auch mit Anhänger souverän unterwegs

Kräftig nachgelegt hat Mercedes auch beim Fahrverhalten. Wie jedes SUV ohnehin schon souveräner als eine Limousine, sorgt der auf Wunsch ringsum luftgefederte GLC nun für noch mehr Entspannung. Die dafür nötige Ruhe bringt eine verbesserte Schallisolierung. Mit der neuen Hinterachslenkung wirkt der Wagen spürbar handlicher und kommt beim Rangieren leichter ums Eck.

Und weil sie es ernst meinen mit dem «G» in der Typenbezeichnung, haben sie auch einen neuen Anhänger-Assistenten programmiert und die Routenführung für Gespanne optimiert. Außerdem macht eine Kamera die noch etwas mächtigere Motorhaube nahezu durchsichtig, so dass man schadlos durch Engstellen im Gelände manövrieren kann. Und es gibt nun eine spezielle Stellung für die Luftfederung, mit der der Boden um weitere zwei Zentimeter angehoben wird.

Alte Schule beim Antrieb

Bis dahin wirkt der GLC wie ein zeitgemäßes SUV, das in seinem Segment eine Spitzenstellung einnehmen könnte - wenn die Motorenauswahl nicht etwas rückständig wäre. Lediglich ein integrierter Startergenerator mit 48-Volt-Technik verhilft den Verbrennern zu etwas Sparsamkeit. Zur Wahl stehen dabei ein 2,0-Liter-Benziner mit 150 kW/204 PS oder 190 kW/258 PS sowie ein ebenfalls 2,0 Liter großer Diesel, den es mit 143 KW/197 PS oder 195 kW/265 PS gibt. Und anders als die C-Klasse bekommt der GLC einen V6-Motor mit mehr als 221 kW/300 PS, der das SUV zwar überzeugend auftreten lässt, aber auch den Verbrauch nach oben treibt.

Doch hat Mercedes die Zeichen der Zeit nicht völlig ignoriert. Im Angebot befinden sich gleich drei Plug-in-Hybride, die zudem alle deutlich verbessert wurden. Der E-Motor hat mit 100 kW deutlich mehr Leistung, die Batterien mit 32 kWh mehr Kapazität, und schneller laden lässt sich der Wagen auf Wunsch auch.

Die Systemleistungen liegen zwischen 230 kW/313 PS und 280 kW/381 PS. Wer im E-Modus fährt, kommt mit maximal 140 km/h bis zu 100 Kilometer weit - eine Strecke, die im Alltag meist reichen dürfte. Werden beide Motoren genutzt, schafft der GLC 300 de über 1000 Kilometer am Stück. Zumindest an dem theoretischen Verbrauch, der mit 0,4 Litern angegeben wird, ist wenig auszusetzen. Der CO2-Ausstoß beträgt auf dem Papier 10 g/km.

Fazit: Attraktive Übergangslösung für Flexi-Fahrer

Effizienter, smarter und komfortabler und mit den Plug-in-Hybriden ein großes Stück weiter auf dem Weg zur Elektrifizierung: So wird der GLC zwar nicht zum Vorkämpfer, aber zu einer attraktiven Übergangslösung. Denn auch wer beim Tanken flexibel bleiben möchte, muss auf die Vorzüge eines Mercedes vorerst nicht verzichten.

Datenblatt: Preis des Mercedes GLC 300 de

Motor und AntriebPlug-in-Hybridantrieb mit Diesel und E-Maschine im Getriebetunnel
E-Motor:
Max. Leistung:100 kW/136 PS
Max. Drehmoment:440 Nm
Vierzylinder-Diesel
Hubraum:1993 ccm
Max. Leistung:145 kW/197 PS bei 3600 U/min
Max. Drehmoment:440 Nm bei 1800 - 2800 U/min
Systemleistung:245 kW/335 PS
Antrieb:Allradantrieb
Getriebe:Neungang-Automatik

Maße und Gewichte
Länge:4716 mm
Breite:1890 mm
Höhe:1648 mm
Radstand:2888 mm
Leergewicht:2415 kg
Zuladung:470
Kofferraumvolumen:600 Liter

Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit:217km/h
Höchstgeschwindigkeit elektrisch:140 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h:6,4 s
Durchschnittsverbrauch:0,4 Liter/100 km
Elektrische Reichweite:128 km
Gesamt-Reichweite:> 1000 km
CO2-Emission:10 g/km
Kraftstoff:Diesel
Schadstoffklasse:Euro6d temp
Effizienzklasse:A+

Kosten:
Basispreis der Modellreihe:57.632 Euro
Preis des Mercedes GLC 300 de:k.A.
Typklassen:k.A.
Kfz-Steuer:190 Euro/Jahr

Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit:Sieben Airbags, ESP, Spurhalte- und Abstandsregelung
Komfort:Klimaanlage, elektrische Heckklappe, Touchscreen-Infotainment

Alle Angaben laut Herstellerangaben

© dpa
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