„Keine Angst vor der elektrischen Welt“

Audi setzt auf Strom. Das gilt auch für die Sportwagen. Für Audi Sport ist das eine Herausforderung und eine Chance. Ideen jenseits reiner Leistung gibt es auch schon.

SP-X/Köln. Anlässlich der Vorstellung der vorerst letzten Audi Sportwagen mit Verbrenner trafen wir Sebastian Grams, den Geschäftsführer von Audi Sport und fragten nach der Zukunft der Sportabteilung?

Audi plant, zum Ende des Jahrzehnts keine neuen Verbrenner mehr zu entwickeln. Wie wird Audi Sport dann in Zukunft Sport treiben?

Wir stellen unser Portfolio sukzessive um. Zum Ende des Jahrzehnts hin wollen wir im Hochleistungssegment nur noch elektrifizierte Modelle anbieten, also reine Elektrofahrzeuge und hochperformante Plug-in-Hybride. Ob wir direkt in die vollelektrische Welt gehen oder zunächst auf PHEV, ist abhängig vom Modell und den entsprechenden Plattformen. Entscheidend ist für uns, dass wir unseren Kunden das jeweils richtige Angebot machen. Dafür definieren wir unsere Anforderungen als High-Performance-Marke bei Audi frühzeitig, um die perfekte Balance aus Batteriegröße, Gewicht, Positionierung der Technologie an Bord und der Leistungsausbeute zu erreichen.

Wie passen Sportwagen und elektrisches Fahrerlebnis zusammen?

Diese Herausforderung gilt es, clever zu lösen. Ich bin ich mir sicher, dass wir dann mit elektrifizierten Antrieben eine noch größere Klaviatur in der Hand haben, was die Faszination eines High-Performance-Antriebsstrangs angeht. Deshalb haben wir auch keine Angst vor der elektrischen Welt. Wir bei Audi Sport haben immer wieder bewiesen, dass wir uns transformieren und erneuern können. Und unsere Pipeline für die nächsten Jahre zeigt, dass wir noch mehr Möglichkeiten bekommen werden, unsere Stärken auszuleben.

Die letzten Verbrenner haben Sie gerade vorgestellt. Wie fühlen Sie sich dabei?
Aus den letzten Verbrennern holen wir nochmal alles raus, was möglich ist. Wir haben gerade mit dem Audi TT RS Coupé iconic edition und dem Audi R8 Coupé V10 GT RWD die jeweils finalen Editionen unserer Ikonen vorgestellt. Der TT RS ist unser ultimatives Sportcoupé mit mehrfach preisgekröntem Fünfzylinder. Und der R8 GT mit siebenstufig einstellbarem Torque-Rear-Modus ermöglicht ein präzises und kontrolliertes Übersteuern. Natürlich schaue ich auch mit etwas Wehmut auf diese letzten Editionen. Sie markieren die Spitze ihrer jeweiligen Modellreihe und stehen für mich für Fahrspaß pur. Gleichzeitig kann ich mir für diese hochemotionalen Autos und deren Erfolgsgeschichte kein schöneres letztes Kapitel vorstellen.

Thema Digitalisierung. Ist Software auch für eine High Performance-Marke wie Audi Sport die große Herausforderung der Zukunft?

Software ist zunächst einmal die Voraussetzung, um unsere Fahrzeuge in Zukunft mit allen notwendigen Elementen zu vernetzen. Aber auch da habe ich keine Sorge. Wir können frühzeitig die Schnittstellen definieren, die wir für unsere elektronische Architektur brauchen. So stellen wir sicher, dass wir später unsere technischen Ansprüche zum Thema High-Performance aufsetzen können und eine klare RS-DNA realisieren – auch digital.

Zum Thema Software gehört aber noch viel mehr: Ich bin der festen Überzeugung, dass auch im High-Performance-Sektor die Zukunft deutlich digitaler wird. Unsere Studien haben ergeben, dass es für unsere Kunden in Zukunft drei Hauptkaufgründe gibt: Design, sportliches Fahrverhalten und das digitale Setting. Für uns geht es darum, unsere Kundinnen und Kunden innovativ und wertschöpfend zu bedienen.

Wie wird die digitale Individualisierung von Audi Sport-Modellen aussehen? Performance bedeutet nicht immer nur mehr Leistung. Sie kann auch durch einen intelligenten Fahrmodus oder eben Digitales erlebbar werden. Deshalb sprechen wir bei Audi Sport von Intelligent Performance.

Wie wird das autonome Fahren das sportliche Fahren verändern?

Auch diese Herausforderung sehe ich als Chance. Das autonome Fahren wird aus meiner Sicht kommen und wir spielen viele Szenarien für die High-Performance-Welt durch. Im Fokus steht für uns dabei immer die Frage: Wie können wir dieses Thema nutzen, um für unsere Kunden einen Mehrwert zu schaffen? Gerade unsere Audi Sport-Kunden werden in vielen Situationen noch selbst das Lenkrad in die Hand nehmen wollen. Auf der anderen Seite wird es Situationen geben, wo ich mich auch mal nachhause fahren lassen möchte, relaxe, meine E-Mails bearbeite oder einfach nur unterhalten werden möchte.

Auf der Rennstrecke bleibt es aber beim selbst fahren?

Für die Rennstrecke haben wir uns bei Audi bereits mit hochemotionalen Showcases beschäftigt und mit unseren „RS 7“-Entwicklungsfahrzeugen erfolgreich automatisierte Fahrmodi auf verschiedenen Rennstrecken getestet. Meine Vision: Ich schalte dort den Track-Mode ein und mein Fahrzeug hilft mir, die Ideallinie zu finden, führt mich an den Grenzbereich heran. So könnte man das Fahrerlebnis auf einer Rennstrecke nochmal deutlich emotionalisieren und perfektionieren – immer im Sinne eines optimalen Kundenerlebnisses. Denkbar wäre, so einen Modus einmalig zu buchen, oder im Abonnement für unterschiedliche Tracks, die ich fahre. Das technische Machbare immer weiter auszuloten und für die Kundinnen und Kunden einen neuen Erlebnisraum zu schaffen, ist für mich eine der spannendsten Aufgaben.

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