E-Version des VW Up kehrt zurück

11.02.2022 Lange Zeit kamen Käufer kaum noch an den VW E-Up heran. Denn zuletzt war die Nachfrage so groß, dass der Konzern einen Bestellstopp verhängte. Jetzt rollt der Kleinwagen wieder zu den Händlern.

Nach einem längeren Bestellstopp nimmt VW den E-Up wieder ins Programm. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Volkswagen nimmt die über längere Zeit ausgesetzte
Elektroversion seines Kleinwagens Up zurück ins Programm. Bei ersten
Händlern wird das Modell jetzt zur Auslieferung im März angeboten.

Das Unternehmen nannte hierzu am Freitag noch keine Einzelheiten,
bestätigte aber grundsätzlich: «Es ist richtig, dass wir den E-Up
wieder als Einstiegsmodell in die E-Mobilität anbieten werden.» Man
sei vorangekommen, die während der vergangenen knapp eineinhalb Jahre
aufgelaufenen Bestellungen abzuarbeiten. Der E-Up solle «zeitnah» neu
bestellt werden können. Im Handel war von zunächst rund 11 000
Exemplaren für eine erste Tranche die Rede.

Kaufprämie erhöht die Nachfrage

Die von Staat und Industrie finanzierten Kaufprämien hatten die
Nachfrage auch nach kleineren Elektroautos ansteigen lassen. VW kam
beim E-Up allerdings nicht mit der Produktion hinterher - für den
Wagen gab es in der Fassung mit alternativem Antrieb angesichts sehr
langer Wartezeiten letztlich einen Bestellstopp.

Klimaschützer kritisierten in der Versorgungskrise mit Mikrochips,
kleinere Modelle dürften keine Nachteile gegenüber großen E-Autos
haben. Die neue ID-Reihe von VW startet bisher in der Kompaktklasse.
Die Entwicklung eines kleineren Vertreters ist geplant.

Das Ende 2020 angedeutete Projekt, die Serie in Richtung der
Polo-Klasse nach unten auszuweiten, lobte selbst die sonst gegenüber
VW sehr skeptisch eingestellte Umweltschutzorganisation Greenpeace.
Dass vom E-Up nun zunächst offenbar aber nur eine begrenzte Zahl in
den Handel gelangen soll, nannte Verkehrsexperte Benjamin Stephan
befremdlich: «Man bekommt fast den Eindruck, dass Volkswagen sich
zwar mit einem Elektro-Kleinwagen schmücken, aber ja nicht so viele
davon verkaufen will. Die hohe Nachfrage nach dem E-Up zeigt, dass
die Menschen kleine effiziente E-Autos wollen.»

Mehr Modelle im Kleinsegment für Verkehrswende wichtig

Autohersteller verdienen mit Klein- und Kompaktwagen meist nur dann
gut, wenn sie sehr hohe Absatzzahlen erreichen können. Ansonsten
werfen teurere Modelle wie SUVs, Sportwagen oder schwere Limousinen
in der Regel höhere Gewinne ab. Experten halten deutlich mehr
günstigere Modelle im Kleinsegment für nötig, wenn der Durchbruch der
E-Mobilität insgesamt gelingen soll.

Außerdem kann der geringere Ressourcenverbrauch für kleinere E-Autos
die CO2-Last drücken. 2021 konnte VW mit seinen insgesamt verkauften
Neuwagen die angepassten CO2-Flottenziele der EU nach eigenen Angaben
einhalten, nachdem der Konzern mit allen Marken die Vorgaben 2020
knapp verfehlt hatte. Ein direkter Vergleich ist aber nur schwer
möglich, weil inzwischen andere Grundlagen für Emissionstests gelten.

Eine Frage in der Bewertung der tatsächlichen Klimabilanz ist auch,
wie viele Hybridautos die Hersteller neben reinen Stromern verkaufen.
Kritiker elektrisch-fossiler Mischantriebe bezeichnen diese als
Mogelpackung. Die Fertigung reiner E-Autos ist derzeit aber - ebenso
wie die der Verbrenner - von den Halbleiter-Engpässen betroffen.

© dpa

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