Vorsicht beim Geschenke-Shopping: So schützt man sich vor Online-Betrügern

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind – und alle Jahre wieder rufen die Milliarden Euro, die für Weihnachtsgeschenke ausgegeben werden, Betrüger auf den Plan. Da der Online-Handel seit der Corona-Pandemie explodiert ist, sind die Gauner bevorzugt im Netz unterwegs. Aber auch so ist längst nicht jedes verlockende Angebot wirklich günstig.

Es ist für den Verbraucher schlichtweg schwierig die Übersicht zu behalten. Black Friday, Cyber Monday oder gleich eine ganze Black Week – im Vorfeld des wichtigsten christlichen Fests neben Ostern überschlagen sich die Händler geradezu mit verlockenden Rabatten.

Der Rabatt, der keiner ist

Gerne greift man dazu auf einen alten Trick zurück. Manche Händler erhöhen die Preise für bestimmte Artikel kurzfristig, um dann am Aktionstag eine saftige Preissenkung anzupreisen. Andere geben von vornherein einen unrealistischen Preis an. Das ist bei Elektronik-Artikeln wie Smartphones z.B. die unverbindliche Preisempfehlung (UVP). In der Regel zahlt man diesen Preis, wenn ein Smartphone neu auf den Markt kommt. Weniger Monate oder Wochen später ist die UVP schon Makulatur.

Deshalb sind auch Preisvergleichsportale wie idealo.de so nützlich. Hier werden laut Betreiber rund 350 Millionen Angebot von 50.000 deutschen Händlern verglichen. Man kann also für jedes Produkt den aktuell günstigsten Preis herausfinden, aber auch die Preisentwicklung abrufen. Wenn der besagte Preissprung kurz vor dem verlockenden Angebot zu sehen ist, ist es in der Regel kein günstiges Angebot und das Warten lohnt sich.

Gutschein statt Geschenk

Die meisten Menschen möchte beim Beschenken ihrer Lieben an Heiligabend zwar etwas in Händen halten, aber ein Gutschein ist eine Option, wenn man von Scheinrabatten die Schnauze voll hat. In der Tat haben große Unternehmen wie Media Markt, C&A oder Douglas solche Gutscheine im Angebot – häufig auch mit frei nennbaren Werten.

Das ist nicht nur für den klassischen einfallslosen Ehemann die Rettung, sondern kann dann auch als Gelegenheit für eine gemeinsame Einkaufstour genutzt werden. Gerade bei Kleidungsstücken spart man sich so die nervige Rücksendung von Teilen, die einem nicht passen oder die aus dem Karton ausgepackt anders erscheinen als auf dem Hochglanz-Online-Foto.

Vorsicht vor falschen Siegeln

Bekannte Anbieter sind vielleicht nicht immer die günstigsten, aber zumindest hat man hier die Sicherheit nicht betrogen zu werden. Ihre Online-Shops haben das Siegel von Trusted Shops, für das die Online-Händler eine Reihe von Kriterien bei Qualität, Kunden-Management und Umweltschutz einhalten müssen.

Dieses Siegel haben aber auch viele kleinere Online-Händler, die nicht so bekannt sind, aber seriös arbeiten. Insgesamt 30.000 deutsche Online-Shops zählt Trusted Shops zu seinen Kunden. Wenn man sich nicht sicher ist, kann man auf der Website von Trusted Shops nachprüfen, ob ein Web-Shop tatsächlich berechtigt ist das Siegel zu tragen.

Grund zur Vorsicht ist geboten, denn Online-Betrüger schummeln gerne mit falschen Gütesiegeln. Seriöse Anbieter hingegen verlinken das Siegel auf ihrer Webseite mit Trusted Shops, häufig sogar direkt mit ihrem dortigen Eintrag.

Nur positive Bewertungen?

Unverhältnismäßig gute Kundenbewertungen können ebenfalls ein Warnsignal für einen Fake-Shop oder aber auch dafür sein, dass negative Bewertungen echter Kunden gelöscht werden. Hier haben die Online-Betrüger schnell von Restaurant- und Hotel-Betreibern gelernt, die bei spezialisierten Firmen im Ausland gern getürkte Bewertungen einkaufen.

Auch ein Blick ins Impressum ist lohnenswert. Fehlt dieses komplett, dann ist das ein klares Warnzeichen. Ist ein Impressum vorhanden, dann muss es eine Adresse, einen Vertretungsberechtigten und eine E-Mail-Adresse sowie einen Verweis auf das Handelsregister mit einer Nummer enthalten.

Mangelnde Rechtschreibung

Die meisten Betrüger sitzen im Ausland, wo sie vor der Strafverfolgung durch deutsche Behörden sicher sind. Deshalb können auch Rechtschreibfehler auf potenzielle Abzocke hindeuten. Allerdings stellen Polizei und Verbraucherschützer fest, dass die sprachliche Qualität von Fake-Shops gestiegen ist. Das liegt daran, dass viele Betrüger ihre Aktivitäten zwar in Ländern wie der Türkei, dem Libanon oder Russland betreiben, aber selbst in Deutschland aufgewachsen sind.

Darüber hinaus sehen viele Fake-Shops auch optisch seriös aus, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt. Das kommt nicht von ungefähr, denn häufig handelt es sich um Kopien bereits existierender Websites. Darum sollte man unbedingt einen Blick auf die Internet-Adresse werfen. Passt die URL nicht zum Seiteninhalt oder enthält eine ungewohnte Domain-Endung wie beispielsweise „.de.com“ statt „.de“, können das Warnzeichen für eine dreiste Kopie sein.

Service der Verbraucherzentralen

Klar wird der Fall oft spätestens beim Bezahlvorgang. Hier locken Betreiber von Fake-Shops gerne mit mehreren vermeintlichen Optionen, bis sie am Ende doch nur eine Zahlung per Vorkasse beziehungsweise eine Überweisung zulassen. Das ist für den Kunden jedoch nicht sicher, da er in Vorkasse geht und es für ihn schwierig wird sein Geld zurückzubekommen, falls keine oder nur minderwertige Ware eintrifft. Das gilt insbesondere für Anbieter, die ihren Sitz im Ausland haben.

Ein nützliches Tool ist darüber hinaus der sogenannte „Fake-Shop-Finder“ der Verbraucherzentralen. Hier kann man einfach die URL des jeweiligen Shops eingeben und prüfen, ob es sich um einen seriösen Online-Shop handelt.

Nicht schämen, sondern handeln

Wenn man trotz aller Vorsicht von Betrügern hereingelegt wird, muss man sich nicht schämen. Die Gauner arbeiten häufig in großen Banden zusammen, wo es für jeden Bereich eines Fake-Shops gewiefte Profis gibt. Stattdessen sollten die Opfer lieber handeln.

Sie sollten ihre Bank informieren und auffordern die Zahlung rückgängig zu machen. Beleg, Screenshots und Bestätigungen sollten immer aufbewahrt werden. Und auch wenn die Anbieter im Ausland sitzen, sollte man Anzeige bei der Polizei erstatten. Manchmal gelingt deutschen Behörden in Zusammenarbeit mit ihren Kollegen im Ausland ja doch ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität.

© Tom Meyer
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