Nokia XR20 im Test: Mit dem Outdoor-Smartphone durch dick und dünn

Outdoor-Smartphones – das sind Mobiltelefone, die auch in extremen Situationen wacker weiterfunktionieren: unter Wasser, nach Stürzen, in unwegsamem Gelände. Mit dem Nokia XR20 hat HMD Global ein 499 Euro (UVP) teures Outdoor-Smartphone auf den Markt gebracht, das als nettes Feature ein reines Android-Betriebssystem mitbringt. Wir haben den robusten Bruder des Nokia X20 getestet.

Ein Vodafone-Tarif, der gut zum Nokia XR20 passt, ist der Tarif CallYa Digital. Hier bekommt man für 20 Euro für vier Wochen Laufzeit eine All-Net-Flat für Telefonate und SMS innerhalb Deutschlands sowie 15 Gigabyte (GB) Highspeed-Datenvolumen.

Gehäuse

Um das Nokia XR20 gegen Stürze zu schützen, hat HMD Global sein neues Modell mit einem Gehäuse und Display ausgestattet, die strengen US-Militärstandards entsprechen. Das 248 Gramm schwere und 171,6 x 81,5 x 10,6 Millimeter messende Outdoor-Smartphone ist zudem wasserdicht nach der ebenfalls strengen IP68-Norm. In der Tat werkelt das robuste Handy aus Finnland auch nach mehreren Stürzen ins Wasser munter weiter. Leider ist das Nokia XR20 in der Praxis nicht komplett vor Kratzern geschützt.

Display

HMD Global bietet seinen Kunden im ersten Jahr einen kostenlosen Tausch, falls das Display trotz Corning Gorilla Glass Victus zu Schaden kommen sollte. Die 6,67 Zoll große Anzeige selbst unterstützt die LCD-Technik, d.h. sie hat matte Farben, aber dafür eine hohen Blickwinkelstabilität. Immerhin beträgt die Pixeldichte 395 ppi, da das Display 2.400 x 1.080 Bildpunkte aufweist.

Prozessor

Angetrieben wird das Nokia XR20 von einem Qualcomm Snapdragon 480 5G, der auch im Schwestermodell Nokia X20 zum Einsatz kommt. Das reicht zwar für eine ordentliche Performance im Alltagsbetrieb, aber in den Benchmark-Tests schneidet das Outdoor-Smartphone nicht besonders gut ab. So erreicht es im Basemark-3.0-Test lediglich 254,96 Punkte.

Speicher

Die Basisversion des Nokia XR20 hat nur vier GB Arbeitsspeicher sowie lediglich 64 GB internen Speicher. Da greift man lieber gleich zur besser ausgestatteten Variante mit sechs GB Arbeitsspeicher und 128 GB internem Speicher. Der Speicherplatz beider Modelle lässt sich mit einer microSD-Speicherkarte um bis zu 512 GB erweitern.

Software

Als Betriebssystem ist Android in Reinform installiert und HMD Global sichert drei Jahre lang Updates zu. Sicherheitsupdates gibt es laut Hersteller sogar vier Jahre lang. Das ist natürlich ein starkes Kaufargument.

Akku

Ein Kaufargument ist auch der 4.630 Milli-Ampèrestunden (mAh) starke Akku, der kabellos geladen werden kann und im Test rund 36 Stunden durchhält. Zudem setzt HMD Global auf Nachhaltigkeit: Ein Netzstecker liegt nicht bei und beim Kauf gibt es die Möglichkeit 50 Bäume zu spenden.

Kameras

Auf der Rückseite des Nokia XR20 gibt es nur zwei Kameras: eine Hauptkamera mit 48 Megapixeln (MP) und eine Ultraweitwinkel-Kamera mit 13 MP, die beide über eine Optik des deutschen Zulieferers Zeiss verfügen. Insofern verwundert es nicht, dass das Outdoor-Smartphone gerade bei Tage gute Fotos schießt:

TAGAUFNAHME

Für ein Outdoor-Smartphone schießt das Nokia XR20 ungewöhnlich detailgenaue Bilder
 © Tom MeyerFür ein Outdoor-Smartphone schießt das Nokia XR20 ungewöhnlich detailgenaue Bilder © Tom Meyer

Im Porträt-Modus macht das Nokia XR20 recht passable Bokeh-Aufnahmen:

BOKEH

Bokeh-Bilder des Nokia XR20 wirken nicht zu künstlich
 © Tom MeyerBokeh-Bilder des Nokia XR20 wirken nicht zu künstlich © Tom Meyer

Dank doppeltem LED-Blitzlicht kann man auch in der Dunkelheit ordentliche Fotos schießen:

NACHTAUFNAHME

Nachtaufnahmen des Nokia XR20 sind von guter Qualität, weisen aber häufig kleinere Unschärfen auf
 © Tom MeyerNachtaufnahmen des Nokia XR20 sind von guter Qualität, weisen aber häufig kleinere Unschärfen auf © Tom Meyer

Die Ultraweitwinkel-Linse fällt gegenüber der Hauptkamera des Nokia XR20 qualitativ ab:

ULTRAWEITWINKEL

Am Bildrand von Ultraweitwinkel-Fotos des Nokia XR20 erkennt man Verzerrungen
 © Tom MeyerAm Bildrand von Ultraweitwinkel-Fotos des Nokia XR20 erkennt man Verzerrungen © Tom Meyer

Die Acht-MP-Frontkamera des Nokia XR20 bietet bei Tageslicht recht intensive Farben und es treten nur minimale Unschärfen auf:

SELFIE TAG

Selfies des Nokia XR20 wirken meist ausgewogen © Tom MeyerSelfies des Nokia XR20 wirken meist ausgewogen © Tom Meyer

Bei Nacht-Selfies hingegen macht sich das recht schwache Display-Fotolicht des Nokia XR 20 negativ bemerkbar:

SELFIE NACHT

Das Display-Fotolicht für Nacht-Selfies ist zu schwach ausgeprägt
 © Tom MeyerDas Display-Fotolicht für Nacht-Selfies ist zu schwach ausgeprägt © Tom Meyer

Sound

Der Lautsprecher-Sound des Nokia XR20 kann nicht überzeugen. Bei maximaler Lautstärke tendiert das finnische Smartphone zu Übersteuerungen und blechernem Klang. Eine Audio-Buchse mit guter Ausgabequalität ist zwar an Bord, aber ein Stereo-Headset wird nicht mitgeliefert.

Konnektivität

Als modernes Outdoor-Smartphone verfügt das Nokia XR20 über Bluetooth 5.1, NFC, 5G und die schnellen WLAN-Standards ac und ax. Im 5G-Netz von Vodafone in Düsseldorf erzielt das robuste Handy denn auch respektable 207 Megabit pro Sekunde (MBit/s) im Download und 108 MBit/s im Upload. Im 4G-Netz von Vodafone stehen sogar 241 MBit/s im Download und 48 MBit/s im Upload zu Buche.

Sprach- und Empfangsqualität

Das Nokia XR20 bietet eine Nokia-typische sehr gute Sprach- und Empfangsqualität selbst in Gegenden mit weniger gut ausgebauten Netz, wie z.B. im Wald oder Gebirge. Das kann von Vorteil sein, wenn man in brenzligen Situationen Hilfe holen muss.

Fazit

Das Nokia XR20 mit vier GB RAM und 64 GB internem Speicher kostet 499 Euro. Für die Version mit sechs GB RAM und 128 GB internem Speicher sind 579 Euro zu zahlen. Es ist also sinnvoll gleich zur besser ausgestatten Variante zu greifen.

Neben den Outdoor-Eigenschaften ist vor allem die lange Versorgung mit Updates ein Kaufargument. Auch die lange Akkulaufzeit und die Möglichkeit das Display im ersten Jahr kostenlos austauschen zu lassen sprechen für das Nokia XR20.

Der Sound und Prozessor können nicht begeistern. Die Display-Auflösung ist in Ordnung, doch die Farben wirken recht matt und auch die Bildwiederholrate ist nicht sonderlich gut.

© Tom Meyer
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