Huawei Nova 9 im Test: Mittelklasse-Smartphone ohne Google-Dienste

25.01.2022 Das Huawei Nova 9 muss aufgrund der noch von Donald Trump initiierten US-Sanktionen gegen den chinesischen Hersteller Huawei ohne Google-Dienste auskommen, bietet aber ansonsten eine recht üppige Mittelklasse-Ausstattung. Wie gut das Schwestermodell des Honor 50 ist, zeigt unser Test.

Ein Vodafone-Tarif, der gut zum Huawei Nova 9 passt, ist CallYa Digital. Hier bekommt man für 20 Euro für vier Wochen Laufzeit eine All-Net-Flat für Telefonate und SMS innerhalb Deutschlands sowie 15 Gigabyte (GB) Highspeed-Datenvolumen.

Gehäuse

Das Huawei Nova 9 ähnelt dem Honor 50 äußerlich schon ziemlich stark, obwohl beide Marken mittlerweile offiziell getrennte Wege gehen. Durch das schlanke Gehäuse und niedrige Gewicht von 175 Gramm ist das Huawei Nova 9 zudem nicht nur ein Hingucker, es liegt auch ausgesprochen gut in der Hand. Markant sind das stark gebogene Display, das über den Rand des Smartphones hinaus reicht, und das ovale Kameramodul auf der Rückseite.

Die Gehäuserückseite des 160 x 73 x 7,8 Millimeter großen Smartphones besteht zwar nur aus Kunststoff, aber das Huawei Nova 9 hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Um das filigrane Gerät vor Kratzern und Stürzen zu schützen, sollte man die mitgelieferte Schutzhülle aus Silikon nutzen. Gegen Wasser ist das Gehäuse nur unzureichend geschützt, denn eine IP-Zertifizierung liegt nicht vor.

Display

Der OLED-Bildschirm im 20:9-Format hinterlässt einen guten Eindruck. Es ist stark gebogen und bietet eine Diagonale von 6,57 Zoll bei einer Auflösung von 2.340 x 1.080 Pixeln. Dies entspricht einer Pixeldichte von knapp 398 ppi. Positiv zu bewerten sind auch die hohe Aktualisierungsrate von 120 Hertz und die Helligkeit der Anzeige.

Prozessor

Als Prozessor kommt ein Qualcomm Snapdragon 778G 4G zum Einsatz, der nicht 5G-fähig ist. Das hängt mit dem US-Bann gegen Huawei zusammen, der amerikanischen Unternehmen bei 5G die direkte Zusammenarbeit mit den Chinesen untersagt. Trotz dieser Einschränkung macht die Octa-Core-CPU in den Benchmark-Tests einen guten Eindruck und verzeichnet z.B. im Browsermark-3.0-Test einen Wert von 379,49 Punkten.

Speicher

Dass das Huawei Nova 9 flüssig läuft, liegt auch am großen Arbeitsspeicher mit immerhin acht GB. Der interne Speicher fällt mit 128 GB für diese Preisklasse indes nicht übermäßig groß aus, zumal eine Erweiterung über eine microSD-Karte nicht möglich ist.

Software

Als Betriebssystem läuft auf dem Huawei Nova 9 eine vom Hersteller angepasste Variante von Android 11 mit der neuen Benutzeroberfläche EMUI 12. Der größte Nachteil dieses ansonsten wirklich gelungenen Smartphones ist natürlich, dass Google-Dienste wegen der US-Sanktionen weiterhin tabu sind. Zwar arbeitet Huawei daran die Anzahl der Apps der Huawei App Gallery kontinuierlich zu steigern, aber an den Google Play Store kommt dieses Angebot lange nicht heran.

Die Suchmaschine der Huawei App Gallery sucht das Netz auch nach externen Quellen für APK-Dateien ab. Deren Installation erfolgt dann aber auf eigenes Risiko und automatische Updates gibt es ebenfalls nicht. Einige Apps wie z.B. die der Roller-Sharing-Anbieter Felyx und Check laufen nur teilweise, weil sie auf Google Maps zugreifen. Andere Apps wie Facebook und WhatsApp funktionieren hingegen ohne Probleme.

Akku

Der Akku des Huawei Nova 9 hat eine Kapazität von 4.300 Milli-Ampèrestunden. Damit fällt er etwas kleiner aus als bei den meisten Konkurrenten und schafft bei normaler Nutzung auch nur rund 30 Stunden Laufzeit mit einer Ladung. Das Netzteil bietet hingegen mit 66 Watt ordentlich Power. So ist das Huawei Nova 9 in weniger als einer Stunde vollständig aufgeladen. Kabelloses Laden über Qi ist hingegen nicht möglich.

Kameras

Beim Huawei Nova 9 kommen vier Kameras zum Einsatz. Die Hauptlinse kann 4K-Videos drehen und hat für das Fotografieren eine Auflösung von satten 50 Megapixeln (MP) und eine f/1.9-Blende. Die Kamera fasst jeweils vier Pixel zu einem zusammen, so dass die Bilder eine standardmäßige Auflösung von 12,5 MP aufweisen:

TAGAUFNAHME

Mit der Hauptkamera des Huawei Nova 9 gelingen bei Tageslicht Aufnahmen mit ausgeprägten Details und naturgetreuer Farbgebung
 © Tom MeyerMit der Hauptkamera des Huawei Nova 9 gelingen bei Tageslicht Aufnahmen mit ausgeprägten Details und naturgetreuer Farbgebung © Tom Meyer

Für Nachtaufnahmen verfügt das Huawei Nova 9 über einen potenten LED-Blitz:

NACHTAUFNAHME

Dank Voransicht und gutem Bildsensor sind Nachtaufnahmen des Huawei Nova 9 in der Regel nicht verwackelt
 © Tom MeyerDank Voransicht und gutem Bildsensor sind Nachtaufnahmen des Huawei Nova 9 in der Regel nicht verwackelt © Tom Meyer

Die Ultraweitwinkel-Linse des Huawei Nova 9 setzt eine f/2.2-Blende ein und löst mit acht MP auf. Verglichen mit der Hauptkamera lässt die Qualität jedoch stark nach:

ULTRAWEITWINKEL-AUFNAHME

Bei Ultraweitwinkel-Aufnahmen weicht die Farbgebung stark von den Aufnahmen der Hauptkamera ab 
 © Tom MeyerBei Ultraweitwinkel-Aufnahmen weicht die Farbgebung stark von den Aufnahmen der Hauptkamera ab © Tom Meyer

Einen Tiefensensor und eine Makro-Kamera mit jeweils zwei MP komplettieren die Ausstattung der Objektive. Speziell die Makro-Linse hätte man sich sparen können, doch den Bokeh-Effekt bekommt das Huawei Nova 9 sauber hin:

BOKEH-AUFNAHME

Dank Tiefensensor-Kamera gelingen dem Huawei Nova 9 Bokeh-Bilder ganz gut
 © Tom MeyerDank Tiefensensor-Kamera gelingen dem Huawei Nova 9 Bokeh-Bilder ganz gut © Tom Meyer

Die Selfie-Kamera kann wie die Hauptkamera des Huawei Nova 9 4K-Videos drehen. Sie bietet zudem eine Auflösung von immerhin 32 MP und macht scharfe und naturgetreue Aufnahmen:

SELFIE TAG

Auch ohne optischen Bildstabilisator halten sich Wackler bei den Selfies in Grenzen
 © Tom MeyerAuch ohne optischen Bildstabilisator halten sich Wackler bei den Selfies in Grenzen © Tom Meyer

Analog zur Hauptkamera kann das Huawei Nova 9 auch mit der Frontkamera ganz passable Nachtaufnahmen schießen:

SELFIE NACHT

Bei Nacht-Selfies greift das Huawei Nova 9 auf ein Display-Fotolicht zurück
 © Tom MeyerBei Nacht-Selfies greift das Huawei Nova 9 auf ein Display-Fotolicht zurück © Tom Meyer

Sound

Eine Klinkenbuchse für Kopfhörer gibt es beim Huawei Nova 9 leider nicht. Auch Stereo-Headsets fehlen im Lieferumfang. Der Mono-Lautsprecher geht für die klangliche Untermalung von Spielen oder kurze Video-Clips in Ordnung, bietet aber keinen herausragenden Klang.

Konnektivität

Das Huawei Nova 9 hat USB Typ C, WiFi 6, Bluetooth 5.2 sowie NFC an Bord. Wie schon erwähnt, beherrscht das Smartphone aufgrund der US-Sanktionen gegen Huawei kein 5G, aber auch via 4G schafft es recht passable Werte. Bei unserem Praxistest im Vodafone-Netz in Düsseldorf stehen 282 Mbit/s im Download und 47 Mbit/s im Upload zu Buche.

Sprach- und Empfangsqualität

Die Sprach- und Empfangsqualität des Huawei Nova 9 im Vodafone-Netz ist ausgezeichnet. Hier macht sich bemerkbar, dass Huawei auch ein weltweit anerkannter Netzwerkausrüster ist. Voice over LTE und WiFi Calling werden von dem Smartphone unterstützt.

Fazit

Das Huawei Nova 9 gibt es derzeit hierzulande nur mit acht GB Arbeitsspeicher und 128 GB internem Speicher. Die UVP beträgt 499 Euro und dafür bekommt man eine sehr komplette Ausstattung der gehobenen Mittelklasse. Vor allem die Hauptkamera, das Display und der Prozessor hinterlassen einen guten Eindruck.

Das große Manko des Huawei Nova 9 ist natürlich, dass es wegen der US-Sanktionen auf Google-Dienste verzichten muss. Genau aus diesem Grund ist auch kein 5G-Modem an Bord. Das ist aber nicht ganz so schlimm, da das Mittelklasse-Smartphone aus China auch im 4G-Netz flott unterwegs ist.

© Tom Meyer

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