Singer bringt alten Porsche Turbo auf Touren

09.02.2022 Für die einen Genie, für die anderen Frevler: Jedenfalls hat es Singer-Chef Rob Dickinson mit seinen 911-Restomods in der Szene zu weltweiter Berühmtheit gebracht. Nun folgt der Project Turbo

Klassischer Look mit modernen Komponenten: Project Turbo von Singer. © Singer/dpa-tmn

Der 911 Turbo aus der Baureihe 964 gilt vielen als der erste Supersportwagen aus Stuttgart und dreht über 30 Jahre nach seinem Debüt jetzt noch einmal richtig auf.

Denn in Los Angeles hat der Restaurator und Tuner Singer das Project Turbo vorgestellt - und dem Original dafür mächtig Beine gemacht. Wie bei den konventionellen Elfern der Baujahre 1988 bis 1994 hat Firmenchef Rob Dickinson sich bei seiner Neuinterpretation des Turbos vieler modernisierter oder ganz moderner Komponenten bedient.

Karosserie aus Carbon und weitere modernde Zutaten

Die neu geformte Karosserie der Studie ist aus Carbon gebacken und trägt LED-Scheinwerfer. Im klimatisierten Innenraum gibt es modernes Infotainment und elektrische Sitze mit Heizung. Gebremst wird mit Carbonscheiben.

Im Heck steckt ein deutlich modernerer Motor. Während das Original 1990 mit einem 3,3 Liter großen Sechszylinder mit 235 kW/320 PS präsentiert wurde, tobt in der Turbo-Studie ein auf 3,8 Liter aufgebohrtes Renntriebwerk mit 353 kW/480 PS. Über die damals noch atemberaubenden 270 km/h des 964 Turbos dürfte die heutige Singer-Kundschaft deshalb nur herzlich lachen.

Machbare Möglichkeiten aufzeigen

Zwar ist das Schaustück, das im Sommer erst bei den Festivals in Goodwood und dann in Pebble Beach zu sehen sein soll, offiziell nur eine Studie und soll die Bandbreite der Möglichkeiten beim sogenannten Restomodding verdeutlichen. Doch hat Singer-Chef Rob Dickinson nach eigenen Angaben bereits über 70 Aufträge für entsprechende Turbo-Umbauten erhalten, die nach individueller Konfiguration der Besitzer vom Frühjahr an abgearbeitet werden sollen.

Die Preise variieren mit den Ansprüchen und Anpassungen. Doch bei seinen bisherigen Projekten gab es die Umrüstungen nur selten für weniger als 400 000 US-Dollar (umgerechnet etwa 351 000 Euro). Und es ist kaum zu erwarten, dass der Porsche-Tuner Singer es ausgerechnet beim teuersten Grundfahrzeug billiger macht.

© dpa

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